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Basel

Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet – Die Sammlerin und Pionierin Gertrud Dübi-Müller

Sie war eine der bedeutendsten Kunstsammler:innen der Schweiz, passionierte Fotografin, Bergsteigerin, Autofahrerin, und sie stand Modell für Ferdinand Hodler: Das Kunstmuseum Basel zeigt die erste umfassende Ausstellung über Gertrud Dübi-Müller (1888–1980). Rund achtzig Werke von renommierten Künstler:innen aus ihrer internationalen Sammlung, eindrucksvolle Fotografien und bislang unveröffentlichte Dokumente beleuchten Dübi-Müllers Leben und machen ihren Einfluss auf die Kunst- und Kulturgeschichte sichtbar.

 

Gertrud Dübi-Müller kam schon in jungen Jahren durch Malunterricht bei Cuno Amiet mit Kunst in Berührung und schloss Freundschaften mit Künstler:innen wie Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti. Nach dem Verlust der Eltern war sie früh finanziell unabhängig. Kaum volljährig, erwarb sie Vincent van Goghs Porträt von Charles-Elzéard Trabuc und baute darauf eine einzigartige Sammlung moderner Kunst auf.

 

Die selbstbestimmte Solothurnerin, die neben ihrer großen Leidenschaft für Kunst und Fotografie auch gerne an Autorennen teilnahm oder sich einen modischen Hut kaufte, inspirierte viele Kunstschaffende. Besonders verbunden fühlte Dübi-Müller sich Hodler, der sie in 17 Bildnissen verewigte; so stand sie beispielsweise Modell für das grossformatige Gemälde Blick ins Unendliche (1913/14–1916) aus der Sammlung des Kunstmuseums Basel.

 

Dübi-Müller dokumentierte mit ihrer Fotokamera nicht nur das Leben befreundeter Künstler:innen, sondern auch ihr eigenes: Dazu gehörten Bergtouren, Zeppelinflüge und Reisen durch Europa und bis nach Nordafrika. Mit einem der ersten Autos der Schweizer Marke Pic-Pic unternahm sie zahlreiche Fahrten in europäische Kunsthauptstädte sowie in die Schweizer Alpen. Ihre Bergtouren, darunter Besteigungen des Matterhorns, des Eigers, des Mönchs und der Jungfrau, unterstreichen ihre außergewöhnliche Unabhängigkeit für eine Frau ihrer Zeit und machen sie zu einer bemerkenswerten Persönlichkeit, deren Lebensweg und Engagement für die Kunst auch heute noch inspirierend sind.

 

Die Ausstellung Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet zeigt herausragende Werke internationaler Künstler wie Paul Cezanne, Vincent van Gogh und Gustav Klimt sowie bedeutender Schweizer Künstler:innen wie Cuno Amiet, Alice Bailly, Giovanni Giacometti und Ferdinand Hodler. Neben den Arbeiten aus der Dübi-Müller-Stiftung und der Josef-Müller-Stiftung im Kunstmuseum Solothurn werden auch Werke von privaten Leihgebenden gezeigt, die einst Teil von Dübi-Müllers Sammlung waren. Fotografien, bisher unveröffentlichte Briefe, von Hand gemalte Postkarten und weitere Archivalien von Künstler:innen und Kulturschaffenden an Dübi-Müller eröffnen einen intimen Einblick in ihr Netzwerk.

 

Kuratiert von Géraldine Meyer

Diese Ausstellung endet in
108
Tage
20
Std
12
Min
44
Sek
Termine
Start19.09.2026
Ende07.02.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum Basel
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 20, 4052 Basel (Neubau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.

Weiterführende Literatur