In ihrer aktuellen Ausstellung befasst sich Vera Lossau mit Gleichzeitigkeiten, Übergängen und Gegensätzen. Dies spiegelt sich auch im Titel wider, der den Begriff »Hypnagogie« – den Zustand zwischen Wachsein und Schlaf – aufgreift und zugleich mit der Doppeldeutigkeit von »Jerk« spielt, das sowohl »Zuckung« als auch »Idiot« bedeuten kann.
In Lossaus Arbeiten treffen Alltagsgegenstände, historische Bilder und Symbole aufeinander. Mit Zeichnungen, Collagen, Skulpturen und Lichtobjekten bringt sie heterogene Elemente zusammen, die sich zunächst einer klaren Deutung entziehen. In der Gegenüberstellung entstehen jedoch subtile Verbindungen – mal durch formale Ähnlichkeiten, mal durch inhaltliche Bezüge – und bilden so neue Zusammenhänge. Ihr zentrales Interesse gilt dem Spannungsfeld zwischen Gegensätzen: Kontrolle und Loslassen, Vertrautem und Fremdem, Individuum und Gemeinschaft. Lossaus Werke folgen nicht allein ästhetischen Prinzipien, sondern verhandeln auch gesellschaftliche Fragen, ohne eindeutige Antworten zu geben. Vielmehr sind es die Stimmen vieler, die es zu entdecken gilt. Die Ausstellung lädt ein, Widersprüchliches nebeneinander stehen zu lassen und dadurch eigene Erkenntnisse zu entwickeln.
Vera Lossau (*1976 in Haan) lebt in Düsseldorf. Sie studiert an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rita McBride und Magdalena Jetelová, die sie zur Meisterschülerin ernennt, sowie am Chelsea College of Art & Design in London. Für ihre Arbeit erhält sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter den Künstlerinnenförderpreis des Landes NRW. Seit 2019 ist sie Professorin für Skulptur und Raum an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Mit ihren Werken ist sie in vielen privaten und institutionellen Sammlungen im In- und Ausland vertreten.

