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Basel

Vera Molnár – Möglichkeiten

Das Kunstmuseum Basel gibt mit Vera Molnár. Möglichkeiten einen Einblick in das druckgrafische Œuvre der Grande Dame der Computerkunst. Die 28 gezeigten, mitunter mehrteiligen Editionen entstanden von 1991 bis 2023 im Atelier der Éditions FANAL in Basel.

 

Vera Molnár (1924–2023) interessierte, was mit einer geometrischen Form geschieht, wenn ein Merkmal minimal verändert wird. Dafür nutzte sie ab 1959 ihre »machine imaginaire«. Mit Hilfe dieser imaginären Maschine kalkulierte sie ihre Kompositionen Schritt für Schritt weiter – in ihrem Kopf. 1968 konnte Molnár dann erstmals mit einem Computer arbeiten. Die Rechenleistungen der Maschinen ermöglichten der Künstlerin »eine systematische Untersuchung aller visueller Möglichkeiten«. Der Computer blieb zeitlebens ein wichtiges Werkzeug für ihre formalen Experimente. Mit ihren Plotterzeichnungen wurde sie zur Pionierin der Medienkunst.

 

Geometrische Darstellungen prägten das Schaffen der in Budapest geborenen Molnár schon, als sie 1947 in ihre Wahlheimat Paris zog. Besonders gerne arbeitete die Künstlerin mit dem Quadrat. Seine vier gleich langen, rechtwinklig zueinanderstehenden Seiten vermitteln große Stabilität. Dieses Gleichgewicht brachte Molnár gezielt ins Wanken. Ihre Werke verdeutlichen, wie bereits geringe Verschiebungen einzelner Elemente wackligere Situationen schaffen.

 

Inspirationsquelle für Molnárs Werke waren häufig Alltagseindrücke von Zugfahrten oder Cafébesuchen, die sie in Tagebücher skizzierte. Die weißen Dreiecke auf blauem Grund der Siebdruck-Serie Triangles (2023) wirken zunächst wie eine streng geometrische Studie. Tatsächlich beruhen die fünf Kompositionen jedoch auf dem sich im Laufe eines Tages verändernden Lichteinfall durch die Tür von Molnárs Altersheimzimmer. Vor diesem Hintergrund erhält die formale Untersuchung eine poetische Qualität, und Molnárs Werk regt zu einer aufmerksamen Wahrnehmung der eigenen Umgebung an.

 

Vera Molnárs druckgrafisches Werk entstand zu einem gewichtigen Teil in Basel, im Atelier der Éditions FANAL in der ehemaligen Papiermühle im Sankt Alban-Tal. Als das Atelier im Frühling 2025 den Betrieb einstellte, bedachte FANAL das Kupferstichkabinett Basel mit einer umfangreichen Schenkung. Zwei ebenfalls ausgestellte Plotterzeichnungen von Molnár, 2 rangées de rectangles (1985), hat das Kupferstichkabinett aus Anlass der Präsentation als Geschenk der Vintage Galéria in Budapest erhalten.

Diese Ausstellung endet in
5
Tage
19
Std
32
Min
26
Sek
Termine
Start17.03.2026
Ende26.07.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum Basel
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 16, 4051 Basel (Hauptbau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.

Weiterführende Literatur