läuft
Ulm

Wenn Farben Formen finden. Werke aus der Sammlung

Wie wird aus Farbe Form? Wann beginnt eine Fläche zu atmen, eine Linie zu schwingen, ein Raster lebendig zu werden? Die Ausstellung »Wenn Farben Formen finden« widmet sich der faszinierenden Beziehung zwischen Farbe, Form und Raum – und zeigt eindrucksvoll, wie aus Klarheit und Reduktion überraschende Dynamik entsteht.

 

Präsentiert werden sowohl ausgewählte Grafiken als auch bedeutende Leinwandgemälde aus der Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt. Alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler verbindet die Frage, wie Farbe und Form zusammenspielen, sich gegenseitig steigern, irritieren oder beruhigen. Sie arbeiten abstrakt und gegenstandslos, um sich ganz dieser Untersuchung hinzugeben und die Wirkung von Farbe und Form in ihrer reinsten Gestalt erfahrbar zu machen.

 

Zahlreiche bislang nie gezeigte Werke aus der Sammlung, darunter Arbeiten von Geneviève Claisse und Georg Karl Pfahler, eröffnen neue, überraschende Blickwinkel. Mit klarer geometrischer Kreisform und leuchtender Farbigkeit demonstriert Claisse eindrucksvoll, wie aus präziser Ordnung eine vibrierende, fast musikalische Bewegung entsteht. Pfahler dagegen setzt in seiner Arbeit kraftvoll Farbfelder gegeneinander – entschieden und voller Energie.

 

Ein zentraler Bezugspunkt der Ausstellung ist das Werk »Interaction of Color« von Josef Albers. Ergänzt wird es durch umfangreiche Mappenwerke, in denen sein serielles Arbeiten die Wahrnehmung von Farbe als lebendiges, relationales Ereignis eindrucksvoll erfahrbar werden lässt.
»Wenn Farben Formen finden« lädt dazu ein, genau hinzusehen – und zu erleben, wie aus Reduktion Vielfalt, aus Ordnung Lebendigkeit und aus Farbe Form wird.

 

Gezeigt werden Werke u. A. von Josef Albers, Hans Arp, Max Bill, Geneviève Claisse, Ulrich Erben, Karl Gerstner, Auguste Herbin, Charles B. Hinman, Georg Karl Pfahler, Frank Stella, Victor Vasarely.

Diese Ausstellung endet in
18
Tage
0
Std
52
Min
55
Sek
Termine
Start02.05.2026
Ende08.11.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
kunsthalle weishaupt
kunsthalle weishauptHans-und-Sophie-Scholl-Platz 1, 89073 Ulm

»Ich sammle aus dem Bauch heraus«, lautet ein Understatement von Siegfried Weishaupt. Mit viel Gespür hat der Unternehmer aus dem nahe bei Ulm gelegenen Schwendi – zusammen mit seiner Frau Jutta – über mehr als fünf Jahrzehnte eine Sammlung geformt, die ein starkes, eigenes Profil zeigt. Am Anfang stand die Verbindung zur Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm. Sein Vater Max Weishaupt, Gründer des Unternehmens, hatte schon zu Beginn der 1960er Jahre Kontakt zur HfG aufgenommen und die herausragenden Produktdesigner Hans Gugelot und Hans Sukopp an das Unternehmen gebunden, später dann den richtung­weisenden Schweizer Grafiker Josef Müller-Brockmann. »So zogen das Bauhaus und eine klare Gestaltungslinie bei uns ein«, erinnert sich Siegfried Weishaupt, woraus auch eine besondere Verbindung zu Max Bill, Gründungsrektor der HfG, und seinen künstlerischen Arbeiten entstand. Vor allem Werke von Josef Albers, der zeitweilig auch in Ulm lehrte, prägten die Kunstauffassung von Siegfried Weishaupt. Über die folgenden Jahre öffnete sich der Blickwinkel des Sammlers und seiner Frau Jutta von der geometrischen und »konkreten« Kunst vor allem für den Abstrakten Expressionismus der Amerikaner (für Rothko etwa) über Rauschenberg, dessen Arbeit starke Impulse setzte, dann für die Pop-Art und andere zeitgenössische Kunstrichtungen. Farbe und Licht sind die Koordinaten Mitte der 1960er Jahre erwarb Siegfried Weishaupt sein erstes Kunstwerk und legte damit den Grundstein für eine Sammelleidenschaft, die nun schon über fünf Jahrzehnte nicht nur andauert, sondern noch gewachsen ist. Ausgehend von der Faszination für geometrisch-konkrete Kunst, bildet die Begeisterung für klare Formen und leuchtende Farben das Fundament der Sammlung. Zugleich gewähren diese Koordinaten dem interessierten Sammlerehepaar aber auch Spielraum für Neues. Heute zählt die Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt mit bereits vielen Hundert Werken zu den deutschlandweit bedeutenden Privatsammlungen europäischer und amerikanischer Kunst seit den 1960er Jahren. Mit der Eröffnung der kunsthalle weishaupt ist sie seit 2007 in wechselnden Präsentationen auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Social Media

Weiterführende Literatur