In seinem fotografischen Werk widmet sich der in Berlin und nahe Aachen lebende Künstler Wilhelm Schürmann (*1946 in Dortmund) immer wieder seiner Nachbarschaft. Zwischen 1979 und 1981 entstand die Serie »Meine Straße«, die den damaligen Zustand derjenigen Straße in Lütgendortmund dokumentiert, in der Schürmann aufwuchs. Straßenzüge, Hinterhöfe, Hausfassaden und Bewohner:innen hält er mit einem Blick fest, der einerseits sehr persönlich ist, andererseits von Größen wie Albert Renger-Patzsch, August Sander und Walker Evans geprägt ist. Wilhelm Schürmann zeigt in seiner Fotografie eine politische Haltung, die dem – vermeintlich – Disparaten und Widersprüchlichen Präsenz verleiht.
Wilhelm Schürmanns Einzelausstellung »Nachbarn« ist retrospektiv angelegt und stellt seine frühen Arbeiten dem aktuellen Werk gegenüber. Dieses entsteht seit einigen Jahren einerseits in der ländlichen Umgebung seines Hauses in Kohlscheid bei Herzogenrath und andererseits in der urbanen Nachbarschaft seiner Berliner Wohnung. Den Fotografien aus Kohlscheid, einem Ort in einer Steinkohlefolgelandschaft an der niederländischen Grenze, ist der fotografische, in der Wahrnehmung des urbanen Raums geschulte Blick des Künstlers abzulesen, während die Berliner Straßenkreuzungen anmuten, als seien sie Urwald. »Nachbarn« erzählt von der soziologischen und urbanistischen Entwicklung dieser Orte – darunter mit Dortmund im Ruhrgebiet und Herzogenrath im westlichen Rheinland zwei Städte, die durch den Strukturwandel geprägt sind.
Eröffnung: 1. März 2026, 12 Uhr

