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Karlsruhe

William Forsythe. Choreographic Instructions

William Forsythes »Choreographic Instructions« sind Anweisungen für Bewegungsabläufe, deren Ausführbarkeit von vergleichsweise leicht bis nahezu unmöglich reicht. Im öffentlichen Raum werden Passant:innen dazu eingeladen, sich in der Auseinandersetzung mit den Anweisungen – ganz gleich, wie ungewöhnlich oder beschwerlich diese auch sind – auf einen Akt der Selbstbefragung oder Selbstbetrachtung einzulassen. 

 

Die choreografischen Instruktionen zu verstehen oder umzusetzen, wird nicht allen gelingen. Es stellt sich sogar die Frage: „Wer könnte so ein Werk überhaupt verwirklichen?“ Für William Forsythe ist dies der Augenblick, um über unsere Fähigkeit zur Hoffnung nachzudenken. Er vertraut darauf, dass inmitten der Schwierigkeiten unsere Vorstellungskraft erwacht und wir beginnen, über unerwartete, individuelle Formen des Handelns sowie über die Vielfalt menschlicher Fähigkeiten nachzudenken.

 

Basierend auf dem Vokabular des klassischen Balletts hat William Forsythe, einer der weltweit führenden Choreografen unserer Zeit, seit den 1970er-Jahren eine einzigartige Bewegungssprache entwickelt. Choreografie ist für Forsythe eine Form des Denkens – ein kreativer Prozess, der sich nicht auf die Ausführung einer festgelegten Anweisung beschränkt, sondern Raum, Körper und Zeit in Beziehung setzt. Seine konzeptuelle Herangehensweise an Tanz und sein tiefgehendes Interesse an den Grundprinzipien der Choreografie haben Forsythe in den letzten Jahren dazu geführt, auch jenseits der Bühne ein breites Spektrum an Projekten in den Bereichen Installation, Film und digitalen Medien umzusetzen.

 

Im Rahmen von »Choreographic Instructions« werden mit »Backwards« (2018), »Himmel & Hölle« (2019), »Turning your eyes [Drehe deine Augen]« (2019) und »Untitled Instructional Series«(2020) vier Textarbeiten von Forsythe auf dem Vorplatz und im Außenbereich des ZKM gezeigt. Mit diesen Arbeiten setzt das ZKM eine Projektreihe fort, die mit der Übergabe des Archivs von William Forsythe im Frühjahr 2023 begonnen wurde. Realisiert wurden bisher die Website »Improvisation Technologies – The Lectures«, die Ausstellung »Nowhere and Everywhere at the Same Time«, die Uraufführung »Friends of Forsythe« sowie die Präsentation der Installation »Black Flags«.

 

Margit Rosen, Kuratorin
Philipp Ziegler, Kurator
Jelena Matičić, Kuratorische Projektleitung
Andrea Hartinger, Technisches Projektmanagement
Martin Schläfke, Technische Umsetzung, Aufbau
Raphael Dobler, Aufbau
Niklas Wallbaum, Aufbau
Gisbert Laaber, Licht

Diese Ausstellung endet in
12
Tage
7
Std
31
Min
49
Sek
Termine
Start02.08.2025
Ende02.08.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstaggeschlossen
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
VorplatzLorenzstraße 19, 76135 Karlsruhe

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe ist eine weltweit einzigartige Kulturinstitution, denn es ist ein Ort, der die originären Aufgaben des Museums erweitert. Es ist ein Haus aller Medien und Gattungen, ein Haus sowohl der raumbasierten Künste wie Malerei, Fotografie und Skulptur als auch der zeitbasierten Künste wie Film, Video, Medienkunst, Musik, Tanz, Theater und Performance. Das ZKM wurde 1989 mit der Mission gegründet, die klassischen Künste ins digitale Zeitalter fortzuschreiben. Deshalb wird es gelegentlich auch das »elektronische bzw. digitale Bauhaus« genannt – ein Ausdruck, der auf den Gründungsdirektor Heinrich Klotz zurückgeführt wird. Die Sammlung des ZKM umfasst etwa 10.200 Werke der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie enthält Werke aller Gattungen der bildenden Kunst – Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur, Fotografie, Film, Video und Installation. Der Bestand an computerbasierten Installationen, Videobändern und Videoinstallationen ist weltweit einzigartig. Die Forschungssammlung des ZKM umfasst zudem circa 24.000 Video- und Audiobänder. Sie enthält Werke der Videokunst sowie Dokumentationen zu KünstlerInnen, Kunstwerken, künstlerischen Veranstaltungen und Ausstellungen von den 1960er-Jahren bis heute.

Weiterführende Literatur