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Basel

Zeichnung, neu verhandelt – Sechs aktuelle Positionen

In der Ausstellung Zeichnung, neu verhandelt. Sechs aktuelle Positionen zeigen sechs Künstlerinnen im Kunstmuseum Basel, wie Zeichnung im 21. Jahrhundert eine künstlerische Haltung gegenüber der Welt zu auszudrücken vermag. Entscheidend dafür ist die Wahl der Materialien und zeichnerischen Prozesse. Die meisten der rund 90 gezeigten Werke stammen aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts; einige werden eigens für die Ausstellung geschaffen.

 

Historisch betrachtet war die Zeichnung Ideenskizze, Vorstudie oder Ausführungsplan und damit grundlegend für Malerei, Skulptur und Architektur. Als dienendes Medium stand sie im Schatten der anderen Künste. Das änderte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts radikal: Ab den 1960er Jahren begannen sich die Grenzen zwischen Malerei, Skulptur und den grafischen Künsten aufzulösen, und das Potenzial der Zeichnung wurde besonders für konzeptuelle Kunst zunehmend erkannt.

 

Heute muss Zeichnen längst nicht mehr auf dem Papier stattfinden – wie es ab der Renaissance üblich war. Die Geste der Hand, die mit dem Stift eine Spur auf einer Fläche hinterlässt, ist nur eine von vielen Möglichkeiten: Zeichnen kann sich in den Raum ausdehnen und unterschiedlichste Materialien wie Fäden, Klebeband oder Textilien einbeziehen. Es kann intensiven Körpereinsatz, meditative Konzentration und Wissen um die Beschaffenheit der Materialien erfordern und sich zwischen Figuration und Abstraktion bewegen.

 

Zeichnen bedeutet Auseinandersetzung mit Erinnerung und Geschichte, ebenso wie mit der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Situation – und der eigenen Rolle als Künstler:in darin. Es ist eine Form der Reflexion des eigenen Tuns im gesellschaftlichen Kontext. Schließlich bedeutet Zeichnen auch Hingabe an das Material und die Vertiefung in einen oft aufwändigen Prozess, der Sensibilität für Zeit, Raum und Beziehungen verlangt.

 

Die Ausstellung Zeichnung, neu verhandelt zeigt sechs aktuelle Positionen der britischen Künstlerin Anna Barriball (* 1972), der deutschen Künstlerin Nadine Fecht (* 1976), der Schweizerin Franziska Furter (* 1972), der polnisch-deutschen Künstlerin Monika Grzymala (* 1970), der Inderin Vishwa Shroff (* 1980) und der belgischen Künstlerin Catharina van Eetvelde (* 1967).

Diese Ausstellung beginnt in
247
Tage
10
Std
5
Min
59
Sek
Termine
Start05.06.2027
Ende14.11.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum Basel
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 20, 4052 Basel (Neubau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.