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Winterthur

Zu Tisch mit Pieter Claesz – Stillleben im Fokus

Der Tisch ist gedeckt, die Speisen sind angerichtet: knusprige Brötchen, frisch schimmernde Austern, gesalzene Fische und saftige Pasteten laden geradezu zum Essen ein. Die führende Figur in der Darstellung solch genussvoller Augenblicke im niederländischen Barock war Pieter Claesz (1597/1598–1660). Der in Flandern geborene und später in Haarlem tätige Künstler gilt als der innovativste Vertreter des Genres der monochromen »Banketjes«. Diese farblich reduzierten Mahlzeitenstillleben machten Claesz zu seiner Zeit berühmt und wurden sein Markenzeichen. Oberflächen und Materialien von Textil, Geschirr und Speisen wie kunstvoll angeschnittene Zitronen sind derart differenziert gemalt, dass sie in ihren Einzelheiten natürlich, ja täuschend echt erscheinen und gleichsam zum Zugreifen auffordern.

 

Unter dem Titel Zu Tisch mit Pieter Claesz zeigt das Kunst Museum Winterthur in Kooperation mit der Kaiserschild-Stiftung, dem Kunsthistorischen Museum Wien und der Alten Galerie des Universalmuseums Joanneum in Graz eine konzise Kabinettausstellung. Im Fokus stehen exquisite Stillleben, die von den Essgewohnheiten und den Lebensumständen des aufstrebenden Bürgertums im sogenannten Goldenen Zeitalter der Niederlande erzählen. Doch nicht nur Schönheit, Pracht und Genuss werden verhandelt. Die Bilder sind auch moralische Botschafter. Sie künden von der Vergänglichkeit des Essens wie des Lebens; insbesondere in den Vanitas-Stillleben manifestiert sich die Flüchtigkeit und Endlichkeit alles Irdischen.

 

Ergänzt wird die Ausstellung durch hochauflösende Digitalisate dreier Stillleben von Claesz, die im Rahmen des Projekts Kaiserschild Art Defined entstanden und speziell für die Kunstvermittlung aufbereitet wurden. So lädt ein Multimedia-Tisch zu einer interaktiven Auseinandersetzung mit den Werken. Außerdem begleiten Kurzfilme die Präsentation, die spannende Einblicke in die Gattung Stillleben und das Leben und Schaffen des Malers bieten.

 

Kuratiert von Andrea Lutz

Diese Ausstellung beginnt in
22
Tage
17
Std
57
Min
43
Sek
Termine
Start14.11.2026
Ende14.03.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Kunst Museum Winterthur
Kunst Museum WinterthurStadthausstraße 6, 8400 Winterthur (Reinhart am Stadtgarten)

Beim Stadthaus Unter den Winterthurer Kunstmuseen ist das frühere Kunstmuseum das älteste – 1848 wurde der Kunstverein Winterthur gegründet, 1916 das Museumsgebäude eingeweiht – und zugleich das einzige, das seine Sammlung von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgraphik kontinuierlich weiter ausbaut. Bis 2017 trug die Sammlung den Namen Kunstmuseum Winterthur. Durch die betriebliche Zusammenführung mit dem Museum Oskar Reinhart und der daraus resultierenden Dachmarke Kunst Museum Winterthur wurde es zum Kunst Museum Winterthur / Beim Stadthaus . Seine Sammlung ist aus Winterthurer Privatsammlungen entstanden, die auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgehen. Ihnen sind die reichhaltigen Bestände an französischer Kunst zu verdanken. Zu nennen sind unter anderem die Donatoren Georg Reinhart, Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler, E. Richard Bühler. Ergänzt wurden ihre Schenkungen durch die Sammlung von Heinrich Wolfer-Sulzer. 1973 erhielt das Museum mit dem Legat Clara und Emil Friedrich-Jezler eine der bedeutendsten Schweizer Sammlungen von Kunst klassischer Moderne. Heute verfügt das Haus neben Basel, Zürich und Bern über die vierte große öffentliche Sammlung von Kunst der Moderne in der Schweiz. Damit ergänzt es die beiden Reinhart-Museen, Reinhart am Stadtgarten und die Sammlung Oskar Reinhart »Am Römerholz« in Winterthur mit ihren bedeutenden Beständen älterer Kunst. Reinhart am Stadtgarten Das Kunst Museum Winterthur / Reinhart am Stadtgarten, vormals Museum Oskar Reinhart, war historisch das Gebäude der Stiftung Oskar Reinhart. Eröffnet 1951, stellte es damals das erste private Museum der Schweiz dar. Der Sammler und Mäzen Oskar Reinhart (1885–1965), einer der Söhne Theodor Reinharts, Mitbegründer des Kunstvereins, baute zeitlebens eine umfangreiche Kunstsammlung auf. Mit der Wiederentdeckung der deutschen Kunst nach der Jahrhundertwende begann Oskar Reinhart damit, neben Schweizer auch deutsche und österreichische Kunst gezielt zu erwerben. Die umfassenden und einzigartigen Werkgruppen insbesondere der Frühromantik und des Realismus sind permanent ausgestellt. Ebenfalls zu erleben sind niederländische Meister des Goldenen Zeitalters aus der Stiftung Jakob Briner und eine Auswahl aus einem umfangreichen Konvolut an Porträtminiaturen aus den Sammlungen Briner und Kern, die in wechselnden Ausstellungen präsentiert werden. Oskar Reinharts Villa mit der Kollektion von Altmeistern sowie französischer Impressionisten befindet sich heute im Besitz der Eidgenossenschaft als Sammlung Oskar Reinhart »Am Römerholz« . Villa Flora Die Villa Flora, 1846 erbaut und 1908 von den Architekten Rittmeyer/Furrer im Jugendstil erneuert, war das Wohnhaus von Hedy Hahnloser-Bühler (1873–1952) und Arthur Hahnloser (1870–1936). Früh begann das Sammlerehepaar sich für die Kunst ihrer Zeit zu begeistern: Zwischen 1906 und 1936 trugen Arthur und Hedy Hahnloser Werke des Postimpressionismus, der Künstlergruppe Nabis und der Fauves sowie Werke von zeitgenössischen Schweizer Künstlern wie Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti zusammen. Mit Félix Vallotton, Pierre Bonnard und anderen Kunstschaffenden ihrer Zeit verbanden sie enge Freundschaften. Die Villa Flora wurde zum Treffpunkt der Künstler und der Kunstfreunde. Die ehemalige Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler, vereint in der Hahnloser/Jaeggli-Stiftung, versammelt Meisterwerke von Edouard Manet, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Odilon Redon, Henri Matisse und Henri de Toulouse-Lautrec. Sammlung, Haus und Garten bilden ein einzigartiges Kulturgut von internationaler Bedeutung. Die Villa Flora ist zur Zeit geschlossen. Sie wird umgebaut und voraussichtlich 2024 wiedereröffnet.

Weiterführende Literatur