Seit über zwei Jahrtausenden prägt das Pferd die Künste und Kulturen Ostasiens – als himmlisches Reittier, Statussymbol und Sinnbild für Stärke, Macht und Tugend. Zum Mondjahr des Feuerpferdes, das in China, Korea und Japan am 17. Februar 2026 beginnt, veranschaulichen Malereien und Kalligrafien, Keramiken und Porzellane, Bronzeskulpturen und Lackobjekte die vielschichtige Bedeutung des Pferdes vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis in die Moderne.
Die mythologische Bedeutung des Pferdes illustrieren skulpturale Grabbeigaben für das Leben im Jenseits sowie Darstellungen, in denen es Gottheiten und Menschen auf übernatürlichen Himmelsreisen begleitet.
Die Verwendung von Pferden im Militär machte den Besitz starker Pferde seit der Frühzeit zur Voraussetzung für die erfolgreiche Verteidigung des Staates und Eroberungszüge. Dies wird durch Schlachtenszenen sowie Generals- und Beamtenporträts veranschaulicht.
Die Kunst der Tang-Dynastie (617–907) bezeugt eindrucksvoll die Bedeutung des Pferdes als wichtige Handelsware der Seidenstraße und als Tributgeschenk zwischen dem chinesischen Kaiserhof und den nördlichen Steppenvölkern. Über seine militärische und ökonomische Nutzung hinaus wurde das Pferd unerlässlich für die Jagd, was sich vor allem in der Kunst der Qing-Dynastie (1644–1912) widerspiegelt.
n der japanischen und koreanischen Malerei begegnet man dem Pferd vor allem als Begleiter von Samurais, Gelehrten und Reisenden. Seit der Meiji-Zeit (1868–1912) wird es auf profanen Holzschnitten abgebildet, beispielsweise auf einer Pferderennbahn, sowie als Ornament kunsthandwerklicher Objekte. Kunstvoll gefertigte Reitaccessoires, wie Sattel, Steigbügel und Zaumzeug veranschaulichen seine Rolle als Macht- und Statussymbol der Oberschichten.
Kurator: Dr. Daniel Suebsman

