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Köln

Über die »Linie« – Kalligrafische Aspekte in der koreanischen Kunst (Neugestaltung der Korea-Galerie)

Die Schrift und ihr künstlerischer Ausdruck, die Kalligrafie (kor. seoye) spielen in der koreanischen Kunst eine große Rolle. Die chinesische Schrift mit ihren ideo- und piktografischen Zeichen (kor. hanja), wurde in Korea bereits im 1. Jahrhundert übernommen. Ab dem 15. Jahrhundert kommt die im Auftrag König Sejongs (r. 1418–1450) erfundene Lautschrift (kor. hangeul) hinzu.

 

Die verschieden geformten Striche dieser beiden Schriftarten werden traditionell mit Pinsel und Tusche geschrieben. Auch die Malerei wird mit denselben Medien und der Kalligraphie ähnlichen Pinselstrichen ausgeführt. Schriftkunst findet sich auch auf kunsthandwerklichen Objekten. Dekore sind von der Ästhetik der Kalligraphie mit ihren modulierenden Strichen und Linien inspiriert.

 

Um den Einfluss und die Bedeutung der Kalligrafie zu verdeutlichen, kontrastiert die Ausstellung Werke der zeitgenössischen Schriftkunst und der traditionellen aber auch der modernen Malerei mit Beispielen von Keramiken und Bronzen der Goryeo-Periode (918–1392), einer kulturellen Blütezeit der koreanischen Kultur.

Termine
Start08.02.2025
EndeLäuft auf unbestimmte Zeit
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00, jeder 1. Donnerstag im Monat (außer Feiertags): 11:00–22:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
Museum für Ostasiatische Kunst Köln
Museum für Ostasiatische Kunst KölnUniversitätsstraße 100, 50674 Köln

Das 1913 eröffnete Museum für ostasiatische Kunst war ein Bekenntnis zu einem aufgeklärten Dialog mit der Welt. Das Haus sollte einen neuen, unverstellten Blick auf die Kunst Ostasiens ermöglichen und einer im Aufbruch begriffenen westlichen Gesellschaft moderne Anregungen und Denkanstöße liefern. Vor dem Hintergrund der chauvinistischen Kolonialpolitik, die das deutsche Kaiserreich unter Wilhelm II in China verfolgte, dokumentierte die Museumsgründung 1909 eine markante Abkehr von deutschem Überlegenheitswahn. Durch die verheerenden Folgen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs wurde das Vermächtnis der Museumsgründer jedoch jäh zunichte gemacht. Erst mit der Eröffnung des Museumsneubaus am Aachener Weiher im Jahr 1977 gelang nach der Kriegszerstörung wieder ein Neuanfang. Seither ist das Museum für Ostasiatische Kunst der ursprünglichen Idee seiner Gründer verpflichtet. Rassismus und kolonialistisches Denken artikulieren sich in jeder Epoche anders und neu. Sprach Kaiser Wilhelm II von China als der »gelben Gefahr«, wurde in der Zeit des Nationalsozialismus die massenhafte Vernichtung der Juden betrieben. Auch heute, im Zuge der Flüchtlingskrise, werden rassistische Stimmen laut. Dies zeigt deutlich, dass die ursprüngliche Mission des Museums für Ostasiatische Kunst ewig aktuell bleibt: Mit seinen Ausstellungen lädt das Haus zur Wertschätzung von Kunst und Kultur des Fernen Ostens im Sinne der Weltkunst ein; jede Form von Rassismus hat darin keinen Platz. Nach wie vor stellt die von Adolf Fischer (1856–1914) und seiner Frau Frieda (1874–1945) zusammengetragene Sammlung den Kernbestand des Hauses dar. Ihre Kollektion buddhistischer Malerei und Skulptur, japanischer Stellschirmmalerei, Farbholzschnitte, koreanischer Keramik und Lackkunst gilt als eine der bedeutendsten innerhalb Europas. Weitere wichtige Schwerpunkte bilden die seit den 1970er Jahren hinzugekommenen chinesischen Sakralbronzen der Sammlung Hans-Jürgen von Lochow, die Frühkeramik der Sammlung Hans Wilhelm Siegel, die chinesische und japanische Kalligraphie der Sammlung Heinz Götze, außerdem die Dauerleihgaben der Peter und Irene Ludwig Stiftung.

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