Erfurt
Museum

Angermuseum Erfurt

Anger 18, 99084 Erfurt

Mitten in der Erfurter Altstadt, an der Kreuzung von Anger und Bahnhofstraße, beherbergt ein prächtiges Barockgebäude das Kunstmuseum in der Landeshauptstadt Thüringens.

 

Das Angermuseum ist das erste städtische Museum Erfurts. Es wurde am 27. Juni 1886 feierlich eröffnet und ist in dem Gebäude untergebracht, das früher die öffentliche Waage Erfurts am Anger beherbergte. Die Waage war damals notwendig, damit eingehende Handelswaren entsprechend verzollt werden konnten. Ursprünglich wurde nur die Galerie in der ersten Etage für das Museum genutzt. Das Gebäude entstand 1706–1711 nach Plänen des Architekten Johann Maximilian von Welsch. Es ist ein fränkisch beeinflusster Barockbau, in dessen Giebeldreieck sich St. Martin befindet, der Schutzpatron der Stadt. 

 

Seit den 1920er Jahren entwickelte sich das Angermuseum immer mehr zu einem Kunstmuseum mit starker kulturhistorischer Prägung.

Veranstaltungen und Ausstellungen

14.09.25 - 31.12.30

Goldlack und Kakteen. Aufbrüche, Umbrüche und die Kunst in Erfurt. Sammlungspräsentation von 1700 bis heute

Die Kunstmuseen Erfurt befinden sich in einem Prozess der Transformation und entwickeln aktuell neue Ausstellungsformate. Mit der neuen Sammlungspräsentation im Angermuseum wird die Gemäldegalerie abgelöst, die sich im ersten Obergeschoss des barocken Gebäudes befand und zuletzt 2010 eingerichtet wurde. Werke vom Barock bis ins 21. Jahrhundert aus dem mehr als eintausend Werke umfassenden Gemäldebestand bilden die Grundlage für die neue Präsentation. Die Bilder werden nun mit Skulpturen, Grafiken und Objekten der angewandten Künste kontextualisiert – so dass ein neues Miteinander verschiedener Materialien, Techniken und Ausdrucksformen die Möglichkeit bietet, tiefer in die Kunst und Kultur verschiedener Zeiten einzutauchen.

 

 

Kunstgeschichten einer Stadt

 

Erfurt, die Landeshauptstadt Thüringens mit ihrer bewegten Geschichte, steht im Fokus der Betrachtungen, aber auch andere Orte von Weimar über Venedig bis Kuba spielen eine Rolle in der Konzeption des Ausstellungsparcours. Die Künstlerinnen und Künstler vermitteln in ihren Werken ganz eigenständige Sichtweisen auf diese Räume des Zusammenlebens, auf soziale Gemeinschaften ebenso wie auf das elementare wie fragile Verhältnis von Mensch und Natur. Erfurt und die Geschichten seiner Kunst sowie das Wirken von kunstsinnigen Akteuren und traditionsreichen Institutionen bilden den Kern der neuen Sammlungspräsentation. Sie leistet damit einen Beitrag zur Erforschung der Geschichte des 1886 eröffneten Museums, Gründungsmuseum aller städtischen Museen in Erfurt und seiner Sammlungen.

 

 

Eine andere Museumsgeschichte

 

Das Angermuseum ging wie viele städtische Museen im 19. Jahrhundert aus bürgerschaftlichem Engagement hervor. Wir möchten die Geschichte des Hauses als eine andere Museumsgeschichte erzählen, indem wir jenseits des musealen Kanons bisher vernachlässigte künstlerische Positionen zeigen. So werden erstmals Werke von Künstlerinnen, etwa die expressionistischen Gemälde von Annemarie und Katharina Heise, als Neuentdeckungen aus dem Depot prononciert ausgestellt.

 

 

Aufbrüche und Umbrüche

 

Der Titel der Sammlungspräsentation »Goldlack und Kakteen« nimmt Bezug auf ein Gemälde von 1930 des gebürtigen Thüringer Malers Otto Schön. Das Stillleben mit dichten Reihen von Kakteen, überragt von blühendem Goldlack und anderen Gewächsen, vermittelt eine Unruhe, die wie ein künstlerischer Reflex auf die politisch-gesellschaftlichen Spannungen der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg wirkt. Der Blick auf das seismographische Potenzial von Kunst des 18. bis 21. Jahrhunderts soll Impulse für das Verständnis der Gegenwart geben und zu Gesprächen und Diskussionen einladen.

28.08.26 - 10.01.27

Nur Mut! Eva Bruszis. Wege und Welten einer Künstlerin

Das Angermuseum Erfurt widmet der Künstlerin Eva Bruszis (*1944) anlässlich ihres 80. Geburtstags eine erste umfassende Retrospektive. Sie zeigt das facettenreiche Schaffen der in Erfurt lebenden und arbeitenden Künstlerin und verortet es in der ostdeutschen Kunstgeschichte seit den 1960er Jahren über die Wendezeit bis heute.

 

Zu sehen sind Zeichnungen, Grafiken und skulpturale Werke. Im Zentrum steht Bruszis’ Arbeit an der Druckerpresse und die Frage, wie sie die Möglichkeiten und Herausforderungen der Drucktechniken künstlerisch nutzte. Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit von Künstlerinnen. Im Spannungsfeld von eigener künstlerischer Praxis, Lehrtätigkeiten und Care-Aufgaben als Mutter wird das beeindruckende Œuvre einer Frau sichtbar, die auch in Krisenzeiten aus ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder neue Kraft und Mut schöpfte.

Standort
Standort
Anger 18, 99084 Erfurt
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
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