Karlsruhe
Kunstverein

Badischer Kunstverein

Waldstraße 3, 76133 Karlsruhe

Der Badische Kunstverein in Karlsruhe, 1818 gegründet, ist der zweitälteste Kunstverein in Deutschland. Seit dem frühen 19. bis ins 21. Jahrhundert engagiert er sich in der Vermittlung und Förderung zeitgenössischer Kunst. Mit einem konsequenten Programm und professioneller Arbeit trägt der Badische Kunstverein wesentlich zum kulturellen Profil der Stadt bei und findet die Anerkennung eines regionalen wie internationalen Kunst-Publikums.

 

Rund 1200 Mitglieder unterstützen den Badischen Kunstverein in seiner Aufgabe, bedeutende künstlerische Positionen vor Ort in die institutionelle Diskussion einzuführen und internationale Künstler:innen zu Ausstellungen, Vorträgen und anderen Projekten einzuladen.

 

Seit 1900 bespielt der Badische Kunstverein das für seine Zwecke erbaute Haus in der Waldstraße 3 im Zentrum der Stadt. 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen hier auf drei Etagen zur Verfügung. Pro Jahr organisiert der Kunstverein circa zehn Ausstellungen, die aktuelle Entwicklungen der bildenden Kunst vorstellen und diskutieren. Publikationen vertiefen die Informationen über einzelne Künstler:innen oder thematische Zusammenhänge.

 

Begleitend zu den Ausstellungen veranstaltet der Badische Kunstverein ein umfangreiches Rahmenprogramm in Form von Vorträgen, Filmprogrammen, Diskussionen, Künstler:innengesprächen, Performances und Konzerten sowie regelmäßige öffentliche Führungen. Den Mitgliedern des Kunstvereins werden darüber hinaus spezielle Kunstreisen angeboten. Für Lehrer:innen und Schüler:innen konzipiert der Kunstverein ein vielseitiges Vermittlungsprogramm.

Veranstaltungen und Ausstellungen

10.07.26 - 15.11.26

Catherine Christer Hennix – Cosmological Critique

Die Ausstellung Cosmological Critique widmet sich dem komplexen Werk von Catherine Christer Hennix (1948, Stockholm – 2023, Istanbul), die in ihrer Praxis über fünf Jahrzehnte Musik, Mathematik, Sprache und Spiritualität zu einem einzigartigen Denkraum verdichtete. Hennix verstand ihre Arbeiten als »semiotische Objekte« – Zeichen, Diagramme, Texte sowie Klang- und Lichtkompositionen –, durch die sie Wahrnehmung und bedeutungsbildende Prozesse zu erforschen und transformieren suchte.

 

Ausgehend von den experimentellen Musikszenen Stockholms und New Yorks entwickelte Hennix ab den späten 1960er Jahren einen Ansatz, der sich zwischen minimalistischer Komposition, mathematischer Forschung und metaphysischer Spekulation bewegt. Prägend für ihre Entwicklung waren Begegnungen mit La Monte Young, Marian Zazeela und Pandit Pran Nath, deren Ideen ihr Verständnis von Zeit, Klang und Kontinuität nachhaltig beeinflussten. Parallel dazu beschäftigte sie sich intensiv mit den philosophischen, logischen und linguistischen Grundlagen der Mathematik und war u. a. Gastprofessorin am ersten Labor für künstliche Intelligenz am MIT.

 

Cosmological Critique ist die bislang umfangreichste Präsentation der Künstlerin spannt einen Bogen von frühen grafischen Notationen über immersive Installationen bis hin zu abstrakten Nō-Dramen, Malerei und Skulptur sowie zu Fragen transfeministischer Ästhetik und Politik. Wiederkehrende Ansätze aus Mathematik oder Psychoanalyse fungieren hier weniger als Referenzen, sondern strukturieren die Werke selbst. Diese lassen sich als Manifestationen eines radikalen konzeptuellen und kritischen Projekts lesen, in dem poetische, mathematische, musikalische und künstlerische Erkenntnisformen untrennbar miteinander verwoben sind und sich westliche Denkkategorien und mediale Ordnungen in kosmischer Perspektive auflösen.

 

Kuratiert von Anja Casser, Lawrence Kumpf und Moritz Nebenführ


Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Malmö Konsthall, The Etymon Foundation (New York) und Empty Gallery (Hongkong) sowie Marcus Pal als künstlerischem Berater.

 

Catherine Christer Hennix lernte früh, Jazz-Schlagzeug zu spielen, und war bereits in jungen Jahren Mitglied des Elektronmusikstudios in Stockholm, wo sie Computer- und elektronische Musik komponierte. 1976 stellte sie im Moderna Museet unter dem Titel Toposes and Adjoints Stahlskulpturen, Sinuswellen, Malerei, Projektionen und Texte aus und präsentierte dort zuvor ihre musikalischen Kompositionen im Rahmen von Brouwer’s Lattice, einem zehntägigen Festival für Neue Musik, das sie gemeinsam mit dem schwedischen Kurator Ulf Linde organisierte. Von 1978 bis 1979 unterrichtete Hennix Mathematik und Informatik an der State University of New York at New Paltz und verblieb im Bundesstaat New York für den Großteil der anschließenden Dekade, bis sie dann in die Niederlande übersiedelte. Parallel dazu stellte sie ihre Arbeiten weiterhin in Gruppenausstellungen in Europa und den USA aus. Im Jahr 2000 erhielt Hennix den Centenary Prize Fellow Award des Clay Mathematics Institute für ihre Zusammenarbeit mit dem russisch-amerikanischen Dissidenten, Dichter und Mathematiker Alexander Esenin-Volpin. Um 2003 wandte sie sich erneut der Computermusik zu und begann wenige Jahre später, nach langer Pause wieder ein eigenes Ensemble zu leiten. 2018 eröffnete sie die Ausstellungen Catherine Christer Hennix: Traversée du Fantasme am Stedelijk Museum Amsterdam und Thresholds of Perception in der Empty Gallery in Hong Kong. Hennix’ Nachlass wird heute von The Etymon Foundation betreut, einer Unterorganisation von Blank Forms, New York, die zuletzt sowohl die Veröffentlichung von Tonaufnahmen aus dem Archiv der Künstlerin als auch die Herausgabe der zweibändigen Sammlung ihrer Schriften Poësy Matters and Other Matters verantwortete.

Standort
Standort
Waldstraße 3, 76133 Karlsruhe
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–20:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
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