Dessau
Museum

Bauhaus Museum Dessau

Mies-van-der-Rohe-Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau

Das Bauhaus Museum Dessau ist anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses am 8. September 2019 eröffnet worden. Bisher war die Präsentation der wertvollen Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau im Bauhausgebäude nur eingeschränkt möglich. In dem neuen Museum gibt es erstmals geeignete Räumlichkeiten für eine umfassende öffentliche Präsentation. Die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau umfasst rund 50.000 katalogisierte Exponate und ist die zweitgrößte Sammlung zum Thema Bauhaus weltweit. Das Museum mit einer Ausstellungsfläche von 2.100 Quadratmetern hat insgesamt eine Nutzfläche von 3.500 Quadratmetern.

 

Die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau ist die zweitgrößte und gleichzeitig eine der jüngsten Sammlungen zum Bauhaus weltweit: Der erste Ankauf wurde 1976 in der damaligen DDR getätigt, im Zuge der Wiedereröffnung des Bauhaus Dessau als Wissenschaftlich-Kulturelles Zentrum. Seither ist sie stetig gewachsen. Vor allem Schülerarbeiten, Aufzeichnungen aus dem Unterricht, Entwürfe und Prototypen aus den Werkstätten prägen ihr Profil.

 

Die knapp sieben Jahre Dessauer Bauhaus (1925–1932) waren die Hochphase der Bauhaus-Architektur. Darum befinden sich die meisten Bauhausbauten in Dessau: das Bauhausgebäude, die Meisterhäuser, die Siedlung Dessau-Törten, das Kornhaus, Haus Fieger, das Stahlhaus und das Arbeitsamt.

Veranstaltungen und Ausstellungen

05.12.25 - 31.01.27

Bakelit | Glasur | Farbe. Schenkungen an das Bauhaus Dessau

Der Stiftung Bauhaus Dessau wurde und wird viel geschenkt: Kunstwerke, Designobjekte, Fotografien und Dokumente, aber auch historische Lichtschalter aus Bakelit oder bauzeitliche Objekte aus verschiedenen Bauhausbauten. Im Bauhaus Museum Dessau werden ausgewählte Stücke gezeigt, die die Stiftung seit der Eröffnung des Museums 2019 erhielt.

 

Von der Großzügigkeit zahlreicher Institutionen und bauhausbegeisterter Menschen profitieren neben der historischen Sammlung auch die Bibliothek, das Bauforschungsarchiv und das Stiftungsarchiv. Und auch die Eröffnung des Bauhaus Museums Dessau im Jahr 2019 wäre ohne die zahlreichen Schenkungen kaum möglich gewesen. Seitdem sind mehr als 3.000 Objekte von über 150 Schenkenden hinzugekommen.

 

Mit der Ausstellung Bakelit | Glasur | Farbe – die für ein Jahr in die ständige Sammlungspräsentation integriert ist – möchte sich die Stiftung Bauhaus Dessau bei den Schenkenden bedanken. Aufgrund des unglaublichen Umfangs an Donationen muss sich die Ausstellung auf Schenkungen seit 2019 beschränken. Neben einer Auswahl ausgestellter Objekte bieten wir in einer digitalen Bildergalerie einen zusätzlichen Überblick über die Gesamtheit der Schenkungen der letzten sechs Jahre. Die Ausstellung veranschaulicht, auf welch vielfältige Weise sie die Substanz der Sammlungen der Stiftung Bauhaus Dessau bereichern.

 

Untrennbar verbunden mit der physischen Existenz der Objekte und ihren faktischen Metadaten sind die vielfältigen persönlichen Erzählungen der Menschen, die uns die Objekte anvertraut haben. Sie sind einmalige Zeugnisse ihrer emotionalen Beziehungen zum Bauhaus Dessau, geschichtlich und im Jetzt. Auch diese Erzählungen sind essenzieller Teil der Ausstellung und ihrer Substanz für die Zukunft.

05.09.26 - 29.03.27

Gong | Schlag | Pfiff. Astrup & Bordorff

Im Meisterhaus Schlemmer zu leben, bedeutete, ständig die Spannung zwischen Geschichte und Alltag zu spüren. (…) Das war eigentlich der Ausgangspunkt für Drainpipe Dreams: unsere eigenen Erfahrungen als weibliche Künstlerinnen in die Geschichte des Ortes einfließen zu lassen und von dort aus Spekulation, Begehren und Fiktion ihren Lauf nehmen zu lassen. (Astrup & Bordorff, 2026)

 

Für Gong | Schlag | Pfiff, die erste deutsche Einzelausstellung der dänischen Künstlerinnen Astrup & Bordorff, hat das Duo für die Stiftung Bauhaus Dessau einen neuen Film geschaffen.

 

Ausgangspunkt der Erzählung sind archäologische Ausgrabungen, die 2007 an den Meisterhäusern des Bauhauses in Dessau durchgeführt wurden. Unter den freigelegten Funden, die heute im Bauforschungsarchiv der Stiftung Bauhaus Dessau verwahrt werden, sind auch historische Abflussrohre, von denen sich einige nur mutmaßlich bestimmten Häusern zuordnen lassen. Im Film gibt diese archivische Ungewissheit den Anstoß dazu, das Verhältnis zwischen Verlangen und Geschichtsschreibung zu erkunden: Auf der Suche nach den Spuren eines möglichen fünften Meisterhauses und seiner vergessenen Bewohnerinnen gerät ein kleines Team von Wissenschaftlerinnen in einen emotionsgeladenen Sog aus beruflichem Ehrgeiz, geteilter Faszination und queerem Begehren.

 

In der »Raumbühne« des Bauhaus Museums Dessau erweitert die raumgreifende Installation »Pipe Dreamer« die Erzählung des Films in den Ausstellungsraum hinein. Die monumental vergrößerte Nachbildung eines Abflussrohrs spiegelt das Interesse des Films daran wider, wie historische Sinnbildung selektiv durch Perspektivität und Verhältnismäßigkeit erfolgt. Die Szenografie der Ausstellung schafft einen bühnenbildartigen Rahmen für den Film und die Installation. Eine abstrakte Komposition aus architektonischen Form- und Farbmerkmale der Dessauer Meisterhäuser verweist auf den Einsatz von Architekturmodellen der Stiftung Bauhaus Dessau in Drainpipe Dreams und unterstreicht den bedeutungs-verschiebenden Effekt der Skalierung.

 

Spielzeiten Drainpipe Dreams:
Der Film läuft immer zur vollen und zur halben Stunde. Dauer: 30 Minuten

28.03.26 - 28.02.27

Blech | Membran | Bullauge

In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg galt Stahl als Material der Moderne. Ausgehend von Großbritannien entwickelten sich in Deutschland Skelett-, Fachwerk- und Tafelbauweisen mit Trockenmontage. Zur Dämmung kamen innovative Stoffe wie Torfoleum, Bimsbeton und Pflanzenfasern zum Einsatz – viele davon auch in Dessau-Törten bekannt.

 

Die Präsentation Blech | Membran | Bullauge am Stahlhaus zeigt exemplarisch den 1926, vornehmlich aus Blech, errichteten Experimentalbau in der Dessauer Siedlung Törten. Der Bauhaus-Meister Georg Muche entwarf ihn gemeinsam mit dem Architekten Richard Paulick und unterstützt durch die Leipziger Stahlhausfabrik Carl Kästner. Die konsequent moderne Konstruktion aus Spezialprofilen bot flexibel erweiterbare Raummodule. Doch Rostschutz und Dämmung erwiesen sich als mangelhaft. Nach der Sanierung präsentiert sich das Stahlhaus heute wieder in historischem Erscheinungsbild.

 

Das Stahlhaus verbindet die Bauhaus-Visionen mit ihrer industriellen Umsetzung während eines innovativen Baubooms. Die Präsentation zeigt, wie Dessau zum Zentrum metallischer Experimente wurde, die durch die kriegsbedingte Aufrüstung nach 1933 ein Ende fanden.

28.03.26 - 10.10.27

Glas | Beton | Metall

Eisen, Beton und Glas nannte Walter Gropius als die neuen, industriellen Baustoffe, die die alten Naturbaustoffe »überholen« würden. Das Bauhausgebäude steht für eine Vielzahl von Material-Neuentwicklungen in der Industrie und im Bausektor der 1920er Jahre. Die dreiteilige Ausstellung widmet sich den Materialien, aus denen es vorwiegend gemacht ist und mit denen sich die Werkstätten der Schule beschäftigten.

 

Als der Werkstattflügel des Bauhausgebäudes am 4. Dezember 1926 in Dessau eröffnet wurde, erstrahlte er wie ein gläserner Kubus – eine architektonische Manifestation des Neuen Bauens. Die Faszination, aber auch Skepsis der über 1.000 Gäste rührte nicht nur vom ungewöhnlichen, windmühlenförmigen Grundriss her, sondern auch von den neuartigen Baumaterialien, die Walter Gropius verwendete und mit denen sich die Werkstätten der Schule gestalterisch auseinandersetzten.

 

Fast ein Jahrhundert später nimmt die Ausstellung Glas | Beton | Metall im historischen Werkstattflügel genau diese Materialien in den Blick. Sie untersucht die engen Verflechtungen der Bauhausarbeit mit der Industriegeschichte des frühen 20. Jahrhunderts und fragt nach den oft übersehenen materiellen, wirtschaftlichen und technologischen Grundlagen des ikonischen Gebäudes und seiner Werkstattproduktion.

 

Die dreiteilige Ausstellung gibt anhand von historischen Fotografien, Werkzeugen, Dokumenten und Gerätschaften Einblick in bisher wenig beachtete Aspekte der Bauhaus-Geschichte. Sie fragt nach den Formatierungen dieser modernen Alltagsästhetik, nach Herstellungsprozessen, Produktionsorten, Arbeitsbedingungen und der Rohstoffgewinnung, die sich hinter den glatten, sauberen Oberflächen von Stahlrohren oder Glasfassaden verbergen.

 

Glas | Beton | Metall verfolgt Handelswege und Ressourcenströme, die in zutiefst ungleiche koloniale und imperiale Wirtschaftsbeziehungen und Geopolitiken eingebunden waren. Die Ausstellung thematisiert die Irritationen, Verwerfungen, aber auch Aufbrüche, die mit den Materialinnovationen zu Beginn der 1920er Jahre verbunden waren – und schlägt damit eine Brücke zu aktuellen Debatten über Nachhaltigkeit, Ressourcengerechtigkeit und globale Produktionsbedingungen.

31.05.26 - 10.01.27

Jürgen Beck. Then leave the ornamentation of it to nature

Die Ausstellung »Then leave the ornamentation of it to nature« des Künstlers Jürgen Beck untersucht wie Fotografie Architekturen sichtbar machen kann und hinterfragt unser Verständnis von Raum und Bild.

 

Den Ausgangspunkt seiner Arbeiten bildet die ikonische Architektur der Bauhausbauten in Dessau. Die gezeigten Fotografien entstanden während Becks Aufenthalt als Artist in Residence der Stiftung Bauhaus Dessau im Jahr 2025. Sie verorten das Bauhaus Ensemble in vielfältigen Perspektiven und räumlichen Relationen innerhalb seines städtischen, landschaftlichen und kulturellen Gefüges. Der Künstler entwickelt eine Bildsprache der Annäherung und Intimität. Architektur erscheint hier nicht als autonomes Objekt oder abgeschlossenes Artefakt, sondern als sozialer und körperlich erfahrbarer Raum.

 

Zugleich setzen sich die Fotografien mit den ikonischen Fotografien des Schulbetriebs der 1920er Jahre auseinander, die das visuelle Gedächtnis des Bauhauses nachhaltig geprägt und sich tief in das kollektive Bildarchiv der Moderne eingeschrieben haben. Wohn- und Werkstattbauten, Mobiliar und Gebrauchsgegenstände werden dabei nicht als isolierte Formen oder Design-Ikonen gelesen, sondern als relationale Elemente eines komplexen kulturellen und zugleich gegenwärtigen Textes. Jürgen Becks fotografische Arbeit versteht sich in diesem Sinne als visuelle Untersuchung von Architektur im Gebrauch – als lebendige, veränderliche Struktur, in die sich soziale Praxis, Wahrnehmung und Zeit kontinuierlich neu einschreiben.

Standort
Bauhaus Museum Dessau
Mies-van-der-Rohe-Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00-18:00
Sonntag10:00-18:00
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