Berlin
Museum

Berlinische Galerie

Alte Jakobstraße 124–128, 10969 Berlin

Bildende Kunst, Grafik, Fotografie und Architektur von 1870 bis heute sind in der interdisziplinären Sammlung vertreten. Damit unterscheidet sich die Berlinische Galerie grundlegend von anderen Ausstellungshäusern in der Hauptstadt. Ihren Sammlungsauftrag versteht das Museum als Fokus und Ansporn.

 

Berlin, eine Stadt, die niemals fertig ist – und auch ihre Kunst ist immer im Wandel begriffen, vor allem, wenn man die Zeit von 1870 bis heute betrachtet. Genau aus dieser Epoche stammen die Werke, die wir als Landesmuseum sammeln, bewahren, erforschen und ausstellen. Moderne und zeitgenössische Kunst, die in Berlin entstand – so lautet der Sammlungsauftrag. In der Berlinischen Galerie kann aber nicht nur Berliner Kunstgeschichte entdeckt werden. Die Ausstellungen machen auch die wechselvolle Zeitgeschichte der Stadt lebendig: Kaiserreich, Weimarer Republik, nationalsozialistische Diktatur, Neuanfang nach 1945, Kalter Krieg in der geteilten Stadt, Wiedervereinigung und Gegenwart im Spiegel der Kunst.

Veranstaltungen und Ausstellungen

28.08.26 - 01.02.27

Josef Kaiser – Bauen für die DDR

Josef Kaiser (1910–1991) zählt zu den prägenden Architekten der DDR. Zwischen 1950 und 1984 war er federführend an zahlreichen, überwiegend repräsentativen Staatsbauten beteiligt. Internationale Beachtung fanden seine modernen Entwürfe an der Berliner Karl-Marx-Allee, die als Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses der DDR galten. Viele seiner Bauten, darunter das ikonische Kino International, stehen heute unter Denkmalschutz. Die Ausstellung zeigt erstmals Leben und Werk anhand von Zeichnungen, Collagen, Fotografien, Filmen sowie Modellen und beleuchtet politische und ästhetische Spannungsfelder. Zeitgenössische Positionen eröffnen neue Perspektiven auf sein Erbe als Teil deutsch-deutscher Baugeschichte.

09.09.26 - 26.10.26

Su Yu Hsin

Su Yu Hsin folgt in der Trilogie »Particular Waters« den materiellen Grundlagen digitaler Technologien. Im Mittelpunkt stehen Wasser, Wüste und Silizium – Ressourcen und Landschaften, ohne die Computerchips, Rechenzentren und Künstliche Intelligenz nicht existieren könnten. Statt digitale Infrastrukturen als abstrakte Technologien zu zeigen, richtet die Künstlerin den Blick auf ihre ökologischen und politischen Voraussetzungen.

 

Der erste Teil führt nach Hsinchu in Taiwan, wo ein großer Teil der weltweit benötigten Hochleistungshalbleiter produziert wird. Der Film fragt, woher die enormen Wassermengen für die Chipfertigung stammen und wer Zugang zu dieser lebenswichtigen Ressource erhält. Aus der Perspektive einer Wasserlieferantin entfaltet sich die Geschichte der Dürre von 2021 und macht sichtbar, wie eng globale Lieferketten mit lokalen Wasserlandschaften verbunden sind.

 

Der zweite Teil verlagert den Blick in die Wüste Arizonas. Zunächst aus der Perspektive eines selbstfahrenden Autos, zeichnet er den Wandel einer trockenen Landschaft zu einem Zentrum der Halbleiterproduktion und des Cloud-Computings nach. Inspiriert durch das Gedicht »Cloud Song« der Tohono O’odham-Dichterin Ofelia Zepeda nähert sich Su Yu Hsin dem Spannungsfeld zwischen den Versprechen technologischen Fortschritts und seinen ökologischen Folgen auf poetische Weise.

 

Der dritte Teil führt nach Dresden-Gittersee, wo die Geschichte des Bergbaus auf aktuelle Entwicklungen der Halbleiterindustrie trifft. Er verfolgt den Weg von Silizium – einem der wichtigsten Rohstoffe für Computerchips und Solarzellen – durch geologische Schichten, industrielle Produktionsprozesse und politische Umbrüche. Die Landschaft erzählt von der Förderung von Kohle und Uran ebenso wie von den Zukunftsversprechen des heutigen »Silicon Saxony« und macht sichtbar, wie regionale Geschichte mit globalen Rohstofflieferketten verflochten ist.

 

 

Über die Künstlerin

 

Su Yu Hsin wurde 1989 in Taichung (Taiwan) geboren. Sie studierte an der Shih-Chien-Universität in Taipeh, am Royal College of Art in London und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. 2023 erhielt sie den 26. Bundespreis für Kunststudierende. Ihre Arbeiten wurden u.a. in der Kunsthalle Winterthur, GfZK Leipzig, Sculpture Center New York, Taipeh Fine Arts Museum, Kunsthalle Baden-Baden und Centre Pompidou-Metz gezeigt. Sie lebt in Berlin und Taipeh.

11.09.26 - 05.04.27

Jeewi Lee – Residual Memories | GASAG Kunstpreis 2026

Jeewi Lee arbeitet in ihrer künstlerischen Praxis mit ortsspezifischen Installationen, Skulpturen, Bildserien und Interventionen. In ihren Werken verwendet sie oft einfache, scheinbar wertlose Materialien und Artefakte, in die sich Zeit, Erinnerung und Vergänglichkeit als Spuren eingeschriebenen haben. Diese Spuren bilden den Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Forschung. In ihr verschmelzen wissenschaftliche Materialanalysen mit Aspekten taoistischer Philosophie und individueller Mythologie zu poetischen, meditativen Bildwelten. In der Berlinischen Galerie wird die Preisträgerin des GASAG Kunstpreises 2026 eine ortsspezifische Präsentation realisieren. Die Ausstellung findet im Rahmen der Berlin Art Week 2026 statt.

 

 

GASAG Kunstpreis

 

Die von der GASAG initiierte Auszeichnung wird seit 2010 in Kooperation mit der Berlinischen Galerie vergeben. Die Partner ehren mit dem Preis alle zwei Jahre eine herausragende künstlerische Position an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik.

 

 

Über die Künstlerin

 

Die koreanisch-deutsche Künstlerin Jeewi Lee (*1987 in Seoul, Südkorea) studierte von 2008 bis 2014 Malerei an der Universität der Künste Berlin sowie am Hunter College in New York. Seit 2015 wurde sie in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. 2018 erhielt sie den Kunstpreis Villa Romana sowie 2021 den Kunstpreis Junger Westen und 2025 das Stipendium Villa Aurora. Jeewi Lee lebt und arbeitet in Berlin.

09.10.26 - 25.01.27

Lovis Corinth – Dann kam Berlin!

Lovis Corinths Bedeutung für die Moderne ist kaum zu überschätzen. Bereits zu Lebzeiten zählte der virtuose Maler (1858–1925) zu den bekanntesten und ein­flussreichsten Persönlichkeiten der Berliner Kunst­szene. In Tapiau in Ostpreußen geboren und aufgewach­sen zog er im Jahr 1900 von München nach Berlin. Die Reichshauptstadt war zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich progressiver und lebendiger als die bayrische Residenzstadt. »Angefangen hat es erst in Berlin«, soll Corinth seine Erfolgsgeschichte an der Spree kommentiert haben.

 

Im Fokus der großen Schau in der Berlinischen Galerie stehen Corinths steile Karriere und sein großer Einfluss auf die Kunstszene der Stadt, aber auch sein prägendes privates Umfeld. Wie modern der Künstler malte, lebte und dachte, zeigen darüber hinaus weniger bekannte Themen, denen eigene Kapitel gewidmet sind: Corinths Malschule, in der er vor allem Frauen unterrichtete, und seine Arbeit für das Berliner Theater. Bis heute steht Corinths Position für einen spontanen, expressiven Umgang mit Pinsel und Farben, der die Entwicklung der Malerei entscheidend prägte. Man denke an die Berliner Jungen Wilden, aber auch an Georg Baselitz oder den englischen Künstler Lucien Freud.

 

Die Berlinische Galerie besitzt einen Bestand qualitätvoller Gemälde des Künstlers. Mit der Ausstellung erforscht sie die eigene Sammlung und erweitert ihre erfolgreiche Reihe monografischer Ausstellungen zur Berliner Moderne, darunter 2023 Edvard Munch, 2021 Ferdinand Hodler, 2019 Lotte Laserstein, 2017 Jeanne Mammen oder 2015 Max Beckmann.

Standort
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Alte Jakobstraße 124–128, 10969 Berlin
Öffnungszeiten
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Dienstaggeschlossen
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Donnerstag10:00–18:00
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