Das Buchheim Museum ist ein Erlebnis, das alle Sinne anspricht. Wer das Museum besucht, erlebt es aus drei Perspektiven.
Kunst: Das Museumskonzept von Lothar-Günther Buchheim vereint verschiedene Sammlungen unter einem Dach: Im Zentrum steht die berühmte Expressionistensammlung mit Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgraphiken. Die »Nebensammlungen« umfassen Kunsthandwerk aus aller Welt, bayerische Volkskunst, Kultgegenstände aus Afrika und anderen außereuropäischen Ländern. Schließlich zeigt das Museum auch Werke des Künstlers Lothar-Günther Buchheim. Wechselnde
Architektur: Günter Behnisch hat für die Buchheimschen Sammlungen eine mehrgliedrige und abwechslungsreiche Architektur geschaffen, die die außergewöhnliche Vielfalt der Kunstwerke widerspiegelt. Der langgestreckte, zum Teil in den Hang hineingebaute Baukörper endet in einem zwölf Meter über dem See schwebenden Steg.
Natur: Das Buchheim Museum liegt nördlich von Bernried im Höhenrieder Park direkt am Ufer des Starnberger Sees. Ein Spaziergang durch den Park ist ein einzigartiger Natur- und Kunstgenuss. Alte Baumgruppen, verwunschene Teiche, Pagoden, Skulpturen und andere Kunstwerke säumen den Weg vom Besucherparkplatz zum Museumsgebäude. Bei schönem Wetter kann man bis zur Alpenkette blicken.
Veranstaltungen und Ausstellungen
KLANGVOLLE STILLE – Steinskulpturen von Kubach & Kropp
Das Künstlerpaar Livia Kubach und Michael Kropp verwendet in seiner Arbeit meist schwarze Granite aus unterschiedlichen Regionen des Globus.
Die Struktur der bearbeiteten Steine zeigt sich kristallin oder amorph, geschliffen und poliert oder rauh und mit Bruchkanten. Zunächst faszinieren die Objekte und Skulpturen durch ihre besondere Ästhetik. Sie vermitteln Ruhe und Konzentration und üben auf den Betrachter eine starke, beinahe magische Anziehungskraft aus.
Jenseits der Faszination der Oberfläche haben die Arbeiten von Kubach & Kropp jedoch optische und akustische Eigenschaften: Sie fordern den Betrachter dazu auf, durch Positionswechsel den optischen Veränderungen im Stein und dem subtilen Spiel mit dem Licht zu folgen. Und viele sind dazu entworfen, ihnen Töne zu entlocken, was bei Führungen vorgeführt werden kann.
Livia Kubach, Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie und Meisterschülerin von Günther Uecker, und Michael Kropp, als Bildhauer Autodidakt, haben über die Jahre eine eigenständige, keinem Trend zuzuordnende künstlerische Ausdrucksform gefunden.
Seit vielen Jahren sind sie mit ihren Skulpturen international erfolgreich in Ausstellungen zu sehen und in vielen renommierten Kunstsammlungen dauerhaft präsent.
Das Bildhauerehepaar lebt und arbeitet in der Nähe von Bad Kreuznach.
Ausgesucht. Weitere Werke aus der Sammlung
Noch einmal steht in dieser Ausstellung die Vielfalt der Sammlungsstücke im Buchheim Museum im Fokus. Sie folgt einem ähnlichen Ansatz wie die Frühjahrsausstellung Mit wachem Blick & begabter Hand. Doch die Auswahl unterscheidet sich stark von der früheren Schau und folgt neuen Themen. Die weltbekannten expressionistischen Meisterwerke der Sammlung Buchheim werden mit neuen Werken aus der Sammlung Hierling, weiteren weniger bekannten Stücken der Sammlung Buchheim und bisher nicht gezeigten Erwerbungen der Buchheim Stiftung kombiniert.
Der Jahreszeit entsprechend wurde bei den Landschaften diesmal herbst- und winterlichen Ansichten der Vorzug gegeben. Nächtliche Motive spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Freuden des Eislaufens sind zu sehen, aber auch Fasching, Kirmes und Zirkusakrobatik werden thematisiert. Wieder werden mit Gegenüberstellungen ganz unterschiedlicher Werke motivische Gemeinsamkeiten in den Fokus gerückt. Die Spanne der Stile reicht von secessionistischen Werken über expressive Bildfindungen und sachlich-realistische Schilderungen bis hin zu naiven Darstellungen.
RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN
Das Schaffen des Malers Ruprecht von Kaufmann (* 1974) zählt zu den wichtigen Positionen zeitgenössischer figurativer Kunst. Er inszeniert in seinen Gemälden ein Theatrum Mundi aus Innen- und Außenräumen mit Menschen, Tieren und Chimären als eigengesetzliche Wesen bis hin zur Persiflage. Sie scheinen auf der Leinwand wie im Traum zu agieren, ohne zu handeln. Oben und unten, vorne und hinten sind häufig aufgehoben. Die vermeintlichen Leerstellen in seinen Bildern haben für unsere Wahrnehmung einen ähnlichen Stellenwert wie die Pausen in der Musik und bilden zugleich Metaphern für ein »Leben zwischen den Stühlen«.
In Kooperation mit dem Künstler

