Neuss
Museum

Clemens Sels Museum Neuss

Am Obertor, 41460 Neuss

Das Clemens Sels Museum Neuss bildet mit seiner Dependance dem Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik, den archäologischen Ausgrabungen im Romaneum und dem Pavillon »Fossa« ein modernes Mehrspartenhaus mit dem Schwerpunkt Kunst. Insbesondere seine Sammlung zum Symbolismus wird international hochgeschätzt. Deutschlandweit besitzt es den bedeutendsten Bestand an Werken des hierzulande nur selten in Sammlungen vertretenen Gustave Moreau, »Vater des Symbolismus« und späterer Lehrer der Fauves sowie Vorbild der Surrealisten. Darüber hinaus machen die hochkarätigen Werke der Alten Kunst, der Präraffaeliten, des Rheinischen Expressionismus, der Kunst der Naiven sowie der Farbmalerei den Bestand des Hauses einzigartig.

 

Von herausragender Bedeutung sind auch die Funde aus römischer Zeit, die eindrucksvoll belegen, dass Neuss zu den ältesten Städten in Deutschland gehört. Im Sommer 2021 wurde der Niedergermanische Limes in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen. So kann Neuss nun mit dem Koenen-Lager und dem Kleinkastell am Reckberg zwei wichtige Standorte mit Weltkulturerbe-Status vorweisen, deren Geschichte im Clemens Sels Museum Neuss lebendig erzählt wird.

 

Seine Sammlung, seine Wechselausstellungen und sein breites Vermittlungsangebot verleihen dem Clemens Sels Museum Neuss ein unverwechselbares Profil innerhalb der deutschen Museumslandschaft.

 

Hervorgegangen ist das Clemens Sels Museum Neuss aus dem 1839 gegründeten Altertumsverein. 1908 vermachte Pauline Sels, die Witwe von Dr. Clemens Sels, der Stadt Neuss eine umfangreiche Kunstsammlung sowie einen hohen Geldbetrag, mit dem ein Museum in zentraler Lage gebaut werden sollte. 1912 konnte das Museumsgebäude am Markt der Öffentlichkeit übergeben werden. Nach dessen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zieht das Museum mit seiner Sammlung ins Obertor. Aufgrund des enorm angewachsenen Museumsbestands wird ein Neubau notwendig. Dieser bei dem Architekten Harald Deilmann in Auftrag gegebene Museumsbau mit einem Übergang zum Obertor wird 1975 eröffnet und 2015 umfangreich saniert.

 

Das Clemens Sels Museum Neuss befindet sich in kommunaler Trägerschaft. Neben den wichtigen Funktionen des Erwerbens, Bewahrens, Präsentierens, Vermittelns und Erforschens versteht es sich vor allem als lebendige multimediale Plattform und als gesellschaftlich relevanter Ort der Begegnung, an dem ein offener Diskurs zu Kunst und Kultur geführt und die Zukunft aktiv mitgestaltet werden kann.

 

Daher ist es unser erklärtes Ziel, für alle Bürger:innen der »Neuen deutschen Stadtgesellschaft« einen möglichst barrierefreien Zugang zu unseren kulturellen Angeboten bereitzustellen, wobei analoge zunehmend durch hybride und digitale Formate ergänzt werden.

 

Das Clemens Sels Museum Neuss sieht sich als lernende und innovative Organisation, deren wichtigste Ressource ihre Mitarbeiter:innen mit ihrer Kreativität, ihren spezifischen Fachkompetenzen, Fähigkeiten und ihrer Leistungsbereitschaft sind. Menschen jeder Herkunft und jeden Alters arbeiten ungeachtet ihrer Lebensweisen gleichberechtigt miteinander.

Veranstaltungen und Ausstellungen

12.10.25 - Auf unbestimmte Zeit

NOVAESIUM. Eine Zeitreise ins antike Neuss

Es ist soweit! Das antike Neuss lässt sich wieder neu entdecken. Die Römische Sammlung kehrt zurück in die Ausstellungsräume im Clemens Sels Museum Neuss. Nach über drei Jahren umfassender Sanierung lädt die Neupräsentation der beeindruckenden Römischen Sammlung zu einer erlebnisreichen Begegnung mit der Antike ein. Novaesium – der älteste römische Militärstandort am Niederrhein – ist nicht nur wichtiger Bezugspunkt für die Geschichte der Region, sondern die archäologischen Funde ermöglichen zugleich eine faszinierende Zeitreise in ein über 2000 Jahre altes römisches Legionslager.

 

Das in Gnadental gelegene Legionslager, bekannt als »Koenenlager«, sowie das Kleinkastell und der Wachturm auf dem Reckberg zählen seit 2021 zum UNESCO-Welterbe. »Wir freuen uns, der damit einhergehenden Verpflichtung nachzukommen«, so Museumsdirektorin Dr. Uta Husmeier-Schirlitz, „die Bedeutung dieser UNESCO-Welterbestätten einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.« Die umfassende Neukonzeption der Römischen Dauerausstellung, kuratiert von Dr. Carl Pause, wird am Sonntag, 12. Oktober 2025, eröffnet. Grundlage der inhaltlichen Neuausrichtung sind die von der UNESCO definierten Leitthemen »Das Koenenlager: eine Blaupause römischer Legionslager« und »Kleiner Grenzverkehr«. Auch die neusten Forschungsergebnisse zur Architektur der einzelnen Gebäude im Lager sowie dessen damalige Bewohner und Bewohnerinnen, das älteste Porträt eines »Neussers«, der Legat der Legio XVI Gallica, Lucius Cornelius Pusio und ein Münzhortfund sind wichtige Bestandteile der analogen wie digitalen Vermittlung.

 

Um Besucher:innen einen anschaulichen und barrierefreien Zugang zum Alltagsleben in Novaesium zu ermöglichen, konnten in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut der Universität zu Köln und mit Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland fotorealistische Rekonstruktionen ausgewählter Fundorte erarbeitet werden. Diese digitalen Großbilder veranschaulichen das Leben in und um die Militärstadt.

 

Der Gesamtüberblick des Legionslagers in Neuss und seine Einbettung in die Umgebung im 1. Jh. nach Chr. aus der Vogelperspektive beeindruckt genauso wie der detaillierte Blick in die mit Geschäften gesäumte Via Principales.

 

Die Neupräsentation bietet ein facettenreiches Ausstellungserlebnis, das archäologische Forschung, museale Präsentation sowie digitale und analoge Vermittlung in enger Verbindung zusammenführt – und das römische Erbe von Neuss lebendig werden lässt.

 

Die Ausstellung lädt Besucher:innen aller Altersgruppen dazu ein, das antike Novaesium neu zu entdecken. Ein Highlight für Geschichtsinteressierte und Familien gleichermaßen!

10.05.26 - 04.04.27

Endlich Schöner Wohnen – Farbige Öldrucke zwischen Kitsch und Kostbarkeit

Mit der Ausstellung »Endlich Schöner Wohnen. Farbige Öldrucke zwischen Kitsch und Kostbarkeit« widmet sich das Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik ab dem 10. Mai 2026 in seiner nächsten Jahresausstellung den vielfältigen Facetten des Öldrucks.

 

Farbige Elfenreigen, röhrende Hirsche oder sentimentale Madonnenbilder – passend gerahmt und in teils besonderen Formaten wie dem sogenannten Schlafzimmerbild fand der farbige Öldruck um 1900 eine weite Verbreitung. Während sich viele der populären Bildmotive deutlich von musealer Kunst unterschieden, spezialisierten sich einige Firmen auf täuschend echte Faksimile-Drucke. Dank glänzender Firnisschicht und strukturierter Oberfläche waren sie für das ungeübte Auge von echten Ölgemälden kaum zu unterscheiden.

 

In hohen Auflagen produziert und gezielt vermarktet, hielten die Öldrucke Einzug in Arbeiter- und kleinbürgerliche Haushalte. Dort wurden die erschwinglichen Bildreproduktionen zum bevorzugten Wandschmuck – zur vielfach zitierten »Zimmertapete« des kleinen Mannes. Mit ihnen fanden bald auch Meister der Kunstgeschichte wie Leonardo da Vinci oder Raffael ihren Platz in kunstfernen und bescheidenen Wohnstuben.

 

Auf diese Weise trug der Öldruck wesentlich zur Verbreitung eines kunstgeschichtlichen Kanons bei, der zugleich an einen populären Massengeschmack angepasst wurde: Formate und Bildausschnitte wurden verändert, Farben kräftiger wiedergegeben, Motive bei Bedarf modifiziert. Die Popularisierung von Kunst war um 1900 dabei eng mit dem Anspruch der ästhetischen Erziehung breiter Bevölkerungsschichten verbunden. Angesichts der enormen Verbreitung der Bilder, reicht die Bedeutung des Öldrucks somit weit über den eines alltäglichen Dekorationsgegenstands hinaus.

 

Anhand von rund 80 teils selten oder erstmals gezeigten Exponaten aus der eigenen Sammlung sowie aus Privatbesitz wirft die Ausstellung »Endlich Schöner Wohnen« einen ebenso frischen wie nostalgischen Blick auf den farbigen Öldruck zwischen Kitsch und Kostbarkeit.

 

Das Ausstellungsprojekt wird von einem wissenschaftlichen Symposium (Fr./ Sa., 30. und 31. Oktober 2026) samt Publikation begleitet und entsteht in Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich 1472 »Transformationen des Populären« der Universität Siegen. Im Rahmen der Ausstellung werden überdies Lehrveranstaltungen am Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der Technischen Universität Dortmund sowie am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main angeboten.

Standort
Standort
Am Obertor, 41460 Neuss
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–18:00
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