Linnich
Museum

Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich

Rurstraße 9–11, 52441 Linnich

Das Deutsche Glasmalerei-Museum in Linnich ist ein Spezialmuseum für Glasmalerei vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert. Es sammelt, forscht und vermittelt auf dem Gebiet einer künstlerischen Bildsprache, die wegweisende Impulse für die Moderne gesetzt hat, seit der niederländische Künstler Johann Thorn Prikker Anfang des 20. Jahrhunderts ins Rheinland gerufen wurde. Das Museum macht der Öffentlichkeit bewusst, dass in der Nachkriegszeit internationale Wirkung von der rheinischen Glasmalerei ausgegangen ist und diese unterschätzte Kunstform auch heute deutschlandweit einen qualitätvollen Stand als Raumkunst und autonome Ausdrucksform vertritt. Das Museum befindet sich in einer umgebauten ehemaligen Mühle im Ortskern von Linnich. Sie wurde im Jahr 1983 von der Stadt Linnich aufgekauft, nachdem der Mühlbetrieb stillgelegt worden war.

 

Linnich ist Standort des Deutschen Glasmalerei-Museums, weil hier seit 1857 die älteste noch tätige Glasmalereiwerkstatt Deutschlands beheimatet ist. Glasmalerei ist zudem Teil der historisch gewachsenen regionalen Kulturlandschaft. Mit weiteren großen Werkstätten in Kevelaer, Kaiserswerth, Taunusstein und Paderborn und Ausbildungsstätten in Krefeld, Düsseldorf, Köln, Aachen und Trier war diese Region um das Kerngebiet des Bistums Aachen nach der um 1910 begründeten Moderne in der Glasmalerei führend auf dem Feld der expressiven, abstrakten und architekturbezogenen Entwürfe. Nicht mehr Werkstätten, sondern überwiegend freie Künstler wurden nunmehr beauftragt und erneuerten die Bildsprache. Mit der Dreikönigskirche in Neuss (1911) oder der Klosterkirche Marienthal bei Wesel (ab 1924) entstanden durch mutige Priester moderne Ausdrucksformen der Kirchenkunst. Nach dem II. Weltkrieg erbrachten zahllose Wiederaufbauten und Neubauten ein Auftragsumfeld, das mit zeitgemäßen Lösungen zu weltweiter Wirkung dieses rheinischen Zentrums der Glasmalerei führte.

Veranstaltungen und Ausstellungen

05.07.26 - 28.02.27

Nie wieder ist Jetzt!: Kunstroute der Toleranz – Ernesto Marques

Zerbrechlichkeit – Würde – Befreiung

 

»Nie wieder ist Jetzt!«: Kunstroute der Toleranz setzt starkes Zeichen im Kreis Düren
Drei renommierte Kulturinstitutionen im Kreis Düren schließen sich für ein wegweisendes Kooperationsprojekt zusammen. Die »Kunstroute der Toleranz« des Künstlers Ernesto Marques verbindet Kunst, Erinnerungskultur und Verfassungstreue zu einem dringenden Appell für Menschlichkeit, Vielfalt und eine offene Gesellschaft.

 

Angesichts gesellschaftlicher Risse und eines spürbaren Verlusts an Solidarität setzen das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich, das Burgenmuseum Nideggen und die Internationale Kunstakademie Heimbach ein gemeinsames, unüberhörbares Statement für Toleranz, Demokratie und Freiheit. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Dr. Ralf Nolten verbindet das ambitionierte Kunstprojekt die Erinnerung an die schlimme Zeit des Nationalsozialismus mit den Herausforderungen der Gegenwart. Auch weitere Kulturhäuser des Kreises möchten die Route mit flankierenden Aktionen begleiten.

 

Kunst als Spiegel der Gesellschaft und des Grundgesetzes
Im Zentrum der Ausstellungen stehen abstrakte menschliche Skulpturen von Ernesto Marques. Die gleichmäßige Verteilung der Figuren »The Boy« und »The Girl« betont dabei die fundamentale Gleichheit aller Menschen, unabhängig von Herkunft oder Geschlecht. Die Farbgebung trägt eine tiefe Symbolik: Monochrom graue Figuren versinnbildlichen Diskriminierung, Trauer und Isolation, während farbenfrohe Skulpturen für Demokratie, Würde und Vielfalt stehen.
Der Künstler Ernesto Marques beschreibt die Bedeutung seiner Kunstinstallationen so: »Es ist wichtig aus der Geschichte zu lernen und Künstler haben die Möglichkeit Werte wie Demokratie, Achtsamkeit und Toleranz mit ihrer Kunst öffentlich zu machen und das versuche ich mit meiner künstlerischen Expertise.«

 

Bereits vor dem Glasmalerei-Museum Linnich, dem Ort der ersten Ausstellung der Kunstroute steht ein gläsernes Symbol für Toleranz – Die 8 Meter hohe Stele der Toleranz, welche einem internationalen Projekt entspringt und bisher die einzige ihrer Art in Nordrhein-Westfalen ist und unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlamentes steht.

 

Die Kunstroute der Toleranz führt über drei Kultur-Orte, die jeweils ein Thema der Route umsetzen.
• Zerbrechlichkeit – Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich
• Würde – Burgenmuseum Nideggen
• Befreiung – Internationale Kunstakademie Heimbach

 

Einladendes Programm für alle Generationen
Das Projekt versteht sich ausdrücklich als barrierefreier Raum für Begegnung und Austausch. Es richtet sich an alle Alters- und Gesellschaftsgruppen.

Standort
Standort
Rurstraße 9–11, 52441 Linnich
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
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