München
Museum

Die Neue Sammlung – The Design Museum

Barer Straße 40, 80333 München

Die Neue Sammlung im Kunstareal München bewahrt mit rund 120.000 Objekten die größte Designsammlung der Welt und gilt als das erste Designmuseum, lange bevor dieser Begriff geprägt wurde. Ihre Ausstellungsräume sind ein Bestandteil der Pinakothek der Moderne.

 

Entstanden ist das Museum aus den Bestrebungen der 1903 gegründeten und später in »Münchner Bund« umbenannten »Münchner Vereinigung für angewandte Kunst«. Als nächster Schritt folgte im Mai 1925 die Einrichtung einer »besonderen Abteilung für Gewerbekunst« im Bayerischen Nationalmuseum, die im März 1926 als »Die Neue Sammlung« erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

 

Von Beginn an hat sich Die Neue Sammlung in ihrem Verständnis von den gleichzeitig existierenden Museen für angewandte Kunst oder Museen für Kunst und Gewerbe abgesetzt, indem es sich dezidiert der seinerzeitigen Moderne und damit der zeitgenössischen Formgestaltung verpflichtete. Bis heute prägt dieser Gründungsanspruch die Programmatik der Neuen Sammlung.

 

Die international ausgerichtete Museumssammlung mit den Schwerpunkten Industrie- und Grafikdesign umfasst auch Kunsthandwerk und Schmuck. Sie gliedert sich in mehr als 20 verschiedene Einzelbereiche, darunter Möbel und Leuchten, Radio- und Fernsehgeräte, Keramik, Metall, Textil oder Glas, aber auch in Themen wie Mobility und IT-Design. Im Bereich Industriedesign gilt Die Neue Sammlung als führend. 

 

Mit den Präsentationen ihres Museumsbestandes, ihren Ausstellungen und ihren vielfältigen Vermittlungsformen spiegelt Die Neue Sammlung die aktuellen Diskurse über die Inhalte und die Gestaltung von Designmuseen, über die Rezeption von Designinhalten und über die aktuelle Bedeutung von Design.

Veranstaltungen und Ausstellungen

08.02.19 - Auf unbestimmte Zeit

Reflex Bauhaus. 40 Objects – 5 Conversations. Zum 100-jährigen Geburtstag der Reformschule Bauhaus

Zum 100-jährigen Geburtstag der Reformschule Bauhaus zeigt Die Neue Sammlung – The Design Museum ein Jahr lang ihre bedeutendsten Bauhausobjekte im Dialog mit zeitgenössischer Kunst.

In Kooperation mit dem Künstler Tilo Schulz (geb. 1972 in Leipzig, lebt in Berlin) entstand eine Ausstellung, die 40 historische Objekte und fünf zeitgenössische Werke miteinander verschränkt.

 

1925, im Gründungsjahr der Neuen Sammlung, musste das Bauhaus Weimar verlassen und nach Dessau umziehen. Die Stadt München hatte sich ebenfalls als Alternative zu Dessau angeboten – in München war bereits der Bauhausverlag angesiedelt. Und mit der jungen Institution Die Neue Sammlung erwarb ein Münchner Museum als eines der ersten Museen zeitgenössische, heute als Ikonen des modernen Designs angesehene Arbeiten des Bauhauses. Aus dieser Zeit stammen Textilien von Anni Albers und Gunta Stölzl, Spielzeug von Alma Buscher und Ludwig Hirschfeld-Mack oder Metallarbeiten von Otto Rittweger und Wilhelm Wagenfeld. Bis in die jüngste Zeit hinein erweiterten wichtige Arbeiten von Theodor Bogler, Marcel Breuer, Josef Hartwig, Naum Slutzky und Wilhelm Wagenfeld den Bestand an historischen Objekten, die nun in München zum ersten Mal nahezu vollständig der Öffentlichkeit vorgestellt werden – einige sind überhaupt erstmals zu sehen. Drei bedeutende Objekte konnten mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung erworben werden.

Tilo Schulz entwarf eine Rauminstallation, in der diese Inkunabeln der Designgeschichte mit zeitgenössischen Positionen in Dialog treten. Fünf internationale Künstler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen wurden eingeladen, sich jeweils mit ihrem bevorzugten Bauhausobjekt auseinanderzusetzen und daraus eine eigenständige Arbeit zu entwickeln.

Die türkisch-deutsche Modedesignerin Ayzit Bostan befasst sich mit dem Lattenstuhl von Marcel Breuer und entwirft ein zeitgenössisches Äquivalent. Die deutsche Schriftstellerin Barbara Köhler lässt sich u.a. von der Doppelleuchte Christian Dells zu einem »Wort-Spiegel-Bild« inspirieren. Die indische Architektin Anupama Kundoo stellt zwischen ihrer Arbeit und Gunta Stölzls Herangehensweise in der Weberei eine enge Verbindung her. Eine performative Soundinstallation leitet der japanische Komponist Junya Oikawa vom Bauhaus-Schachspiel Josef Hartwigs ab. Und die dänische Künstlerin Sofie Thorsen untersucht die »Didyms«, räumliche Durchdringungen, von Hermann Finsterlin hinsichtlich Raum und Volumen. Der konzeptionelle Ansatz von Tilo Schulz verbindet Vergangenheit und Gegenwart und ermöglicht die Lesbarkeit von überlieferter Herkunft und heutiger Reflexion. Auf diese Weise entstand nicht nur eine bemerkenswerte Konversation von historischem Design mit den Künsten von heute, sondern auch ein neuer Blick auf die Geschichte und Rezeption dieser Reformschule, die unser Verständnis von Design bis heute beeinflusst.

19.03.19 - Auf unbestimmte Zeit

Sound of Design – Der Sound des Wirtschaftswunders

In den 1950er- und 1960er-Jahren erlebten viele Länder einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Etliche neue Firmen drängten auf den Markt und konkurrierten mit einer Vielzahl neuer Produkte um die Konsumenten. Einzelne Produkte wie Schreibmaschinen oder Fotoapparate wurden in vielen Variationen für immer genauer definierte Nutzergruppen entworfen und produziert. Gleichzeitig wurden die Stromnetze leistungsfähiger. Neben der zunehmenden Vielfalt mechanischer Produkte kamen deshalb auch zahlreiche elektrische Geräte auf den Markt. Vom Rasierer über den elektrischen Schneebesen bis hin zum tragbaren Radio zogen sie in immer mehr Bereiche des Alltags ein.

 

Alle Produkte, ob mechanisch oder elektrisch betrieben, brachten neue Geräusche mit sich. Zur Einführung der Web-App »Sound of Design« präsentieren wir eine Auswahl von Geräten aus der Wirtschaftswunderzeit, die sich durch ihre wegweisende Gestaltung auszeichnen und deren Töne charakteristisch für ihre Epoche geworden sind.

10.09.21 - Auf unbestimmte Zeit

Das X-D-E-P-O-T – Einzigartige Einblicke in einen Teil des umfassenden Museumsbestandes

Das X-D-E-P-O-T ist ein Ort des Entdeckens, Erforschens und sinnlichen Erlebens. Mit mehr als 600 Objekten aus unterschiedlichen Jahrzehnten und Ländern zeigt Die Neue Sammlung – The Design Museum eine vielfältige Auswahl ihrer großen Bestände.

 

Die Architektur wird geprägt von raumhohen Industrieregalen und einer Stegkonstruktion. Durch diese zweite räumliche Ebene ergeben sich zahlreiche neue Perspektiven. Rund 30 Themenkomplexe widmen sich Material-, Form- oder Farbzusammenhängen sowie Designkategorien, Zeitstilen und aktuellen Diskursen. Die vertikalen Architekturelemente trennen die Themen voneinander. Die oberste Horizontale verbindet alle Themen anhand einer Objektgruppe. Die Präsentation der Designobjekte lädt dazu ein, weitere Zusammenhänge im Raum zu entdecken.

 

Das öffentlich zugängliche X-D-E-P-O-T bietet viele neue Möglichkeiten. Die Neue Sammlung zeigt in größerem Maßstab ihren Bestand und präsentiert ihn damit noch umfänglicher – und dies auf eine sehr spezifische und originäre Weise. Wie Bildsequenzen werden Objekte in Konstellationen gebracht, die verschiedene Themen visualisieren. Dabei handelt es sich um Material-, Form- und Farbzusammenhänge genauso wie um Designkategorien, Zeitstile oder aktuelle Diskurse.

Die Besucher:innen erhalten sowohl Einblicke in die Sammlungsgeschichte des ältesten Designmuseums der Welt als auch in die inhaltlichen Fragestellungen des modernen und zeitgenössischen Designs.

Darüber hinaus tritt Die Neue Sammlung mit dem X-D-E-P-O-T in die aktuellen Debatten über die Gestalt von (Design-)Museen ein. Denn Museen und insbesondere Designmuseen werden nicht mehr als Institutionen verstanden, die lediglich statisch ihre Bestände als ein endgültiges Resultat vorstellen. Es geht aktuell vielmehr um die Schaffung von Architekturen, die eine verschiedene Semantik in Bezug auf Raum, Zeit und Narration ermöglichen.

Im X-D-E-P-O-T erzählen die aus- und vorgestellten Dinge eine andere Geschichte, von ihrer Vielfalt, von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, vom Prozess einer Idee und ihrer Realisierung.

Das X-D-E-P-O-T der Neuen Sammlung bildet zusammen mit ihrem Sammlungsbereich und ihren temporären Ausstellungen eine neue visionäre Trias, die das Verständnis von Museumsinstitution, Sammlung und Ausstellung sowie Betrachtung, Vermittlung und Einbindung der Besucher:innen neu definiert.

Dieser 600 Quadratmeter große Raum existierte bereits im zweiten Untergeschoss im Westflügel der Pinakothek der Moderne mit direkter Anbindung an die Ausstellungsräume der Neuen Sammlung.
Der ursprünglich als Schaudepot vorgesehene Raum konnte entgegen seiner ursprünglichen Planung nicht mit der Pinakothek der Moderne eröffnet werden und wurde in der Vergangenheit als Museumsdepot genutzt.

29.10.21 - Auf unbestimmte Zeit

Ins Freie – Der Drang nach draußen ist eine grundlegende menschliche Sehnsucht

Die Ausstellung »Ins Freie« nimmt eine grundlegende menschliche Sehnsucht in den Blick: den Drang nach draußen. Egal ob in die Natur, den Park, den heimischen Garten oder die Stadt, allein oder in Gesellschaft – das Bedürfnis, freie Zeit im Außenraum zu verbringen, ist heute aktueller denn je.

 

Im Design spiegelt sich diese jahrhundertealte Sehnsucht auf vielfältige Weise wider, sei es in Entwürfen für den Außenbereich, in Sportgeräten oder in falt-, klapp- und tragbaren Objekten. Auch die Natur selbst dient als Inspirationsquelle für Designobjekte. Die Exponate reichen von Campingzubehör aus der ehemaligen DDR über 3D-gedruckte Gartenstühle aus Recyclingkunststoff bis hin zu Parkmobiliar, das Social Distancing unterstützt. Insgesamt sieben Themenkomplexe gliedern die Ausstellung und verweisen auch auf verschiedene Sammlungsbereiche des Museums: »Draußen = Drinnen«, »Sitzen im Freien«, »Camping in der DDR«, »Urbane Mobilität«, »Park und Pandemie«, »Sport in der Natur« und »Föhnhimmel«.

Ein Steg, der wie die gesamte Ausstellungsarchitektur aus recyceltem und wiederverwendbarem Material besteht, führt durch den Raum und ermöglicht Perspektiven auf die unterschiedlichen Themen und Zeiten. Die präsentierten Objekte machen deutlich, dass Design stets gesellschafts- und zeitgebunden ist. Zum Beispiel das Material Kunststoff: In den 1960er-Jahren scheinbar zukunftsweisend ist es heute ein kaum lösbares Umweltproblem. Aktuell stellen vor allem Fragen der Nachhaltigkeit Designerinnen und Designer vor große Herausforderungen. 

Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit dem stets wandelbaren Verhältnis von Mensch und Natur, von privatem und öffentlichem Raum, von drinnen und draußen, aber auch mit unserer Verantwortung gegenüber »Ins Freie« zu beschäftigen. 

Die Ausstellungsgestaltung wurde entwickelt in Kooperation mit dem Designer Hannes Gumpp.
Zur Ausstellung erschien ein Objektheft in Deutsch, Englisch und Leichter Sprache.

19.05.22 - Auf unbestimmte Zeit

Double up!

Designobjekte, Skulp­turen, Fotografien, Gemälde, Keramiken und Textilien korres­pondieren miteinander und beschreiben neue Inhalte. Jeder Raum bietet ästhetische Bezüge ebenso wie inhaltliche Verknüpfungen. Im Zusammenspiel von freier und ange­wandter Kunst zeigt sich so ein neues, hierar­chiefreies Verständnis.

 

Was in Museen und Köpfen ursprünglich streng geschieden war, hat sich nach der langen Zeit der Trennung viel zu sagen. Es braucht nur die richtigen Stichworte, um die Dialo­ge anzustoßen. Das kann die Farbe Rot ebenso gut sein wie die Form von Säulen und Türmen. Und in der Küche lässt sich be­kanntlich leicht ins Ge­spräch kommen, ­in diesem Falle in einer Küchenzeile von Le Corbusier und Char­lotte Perriand, entwor­fen für eine Marseiller Wohnanlage. Auch Keramik von Lotte Reimers, die auf indigene Kunst Australiens trifft, zeigt ein­drucksvoll, wie Wechselwirkungen entstehen.

Andere Räume mit einer inter­aktiven Installation oder Foto­grafien und Design­klassikern laden die Besu­cher­:in­nen zum Ausruhen, zu Begegnungen und zum Gedankenaustausch ein.

Zudem wird das Instant Housing Lab der Kunstvermittlung ak­tiviert. Das mobile Kunstwerk Instant Housing Trailer WBF-170/4 0 0 des Nürnberger Künstlers Winfried Baumann dient als Treffpunkt, Werkstatt, Bühne und Raum für performatives, partizipatives und künstlerisches Arbeiten.

Eine gemeinsame Ausstellung der Neuen Sammlung – The Design Museum mit dem Neuen Museum Nürnberg.

13.03.23 - 27.04.28

Danner – Rotunde. Der Schmuckraum der Neuen Sammlung

Nach der farbenfrohen Konzeption der Danner-Rotunde eines Karl Fritsch und der in zurückgenommenem Weiß gehaltenen von Otto Künzli – beides weltweit agierende Schmuckkünstler und Professoren für Goldschmiedekunst – ist es zu Beginn des dritten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts an der Zeit, die Danner-Rotunde erneut einer kreativen wie kritischen Neu-Kuratierung zu unterziehen, Wahlverwandtschaften zu hinterfragen, neue Objekte aus Erwerbungen und Schenkungen vorzustellen und den Besucher nun zum dritten Mal seit der Erstkuratierung der Danner-Rotunde durch Hermann Jünger im Jahr 2004 mit ungeahnten, faszinierenden Kompositionen zu überraschen und zu begeistern.

 

Mit Mikiko Minewaki, Dozentin am Hiko Mizuno College in Tokio, die 2015 auf Einladung der Neuen Sammlung an der Seite von Professor Kimiaki Kageyama die Ausstellung »Harebutai« mit ihren Studenten in der Pinakothek der Moderne verwirklichen konnte, mit Professor Hans Stofer, der zum WS 2017/2018 (bis 2023/2024) als Leiter der Schmuckklasse vom Royal College in London an die Burg Giebichenstein in Halle wechselte, und dem Münchner Schmuckkünstler Alexander Blank sind drei international renommierte Schmuckkünstler einer jüngeren Generation der Einladung zur Neu-Interpretation der Danner-Rotunde gefolgt.

Erstmals wird ein Kuratorenteam, das die asiatische mit der europäischen Welt verbindet, die Objektauswahl treffen. Man darf gespannt sein, welche Bilder dank dieser per se immer wieder fesselnden Aufgabe entstehen, zu der im losen Rhythmus von fünf Jahren Gastkurator*innen eingeladen werden.

Zugleich konnte für die Entwicklung eines neuen Lichtkonzepts im Schmuckraum der Pinakothek der Moderne mit der Münchnerin Flavia Thumshirn eine weltweit geschätzte Lichtplanerin gewonnen werden. Die Umrüstung von Halogen- auf LED-Technologie stand bei ihrer Neuplanung im Vordergrund.
Mit der in Berlin lebenden Designerin Yang Liu, die u.a. durch ihr Lichtleit-System im Dresdner Albertinum bekannt wurde, entstand eine Neon-Schrift-Installation, die den Eingangsbereich der Danner-Rotunde – im wahrsten Sinne des Wortes – in ein neues Licht taucht.

Dies alles wäre ohne die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der 1920 in München gegründeten und beheimateten Benno und Therese Danner’schen Kunstgewerbestiftung, kurz Danner-Stiftung, nicht möglich.

15.12.23 - Auf unbestimmte Zeit

Eine inklusive Taststation im X-D-E-P-O-T

»Design inklusiv erleben«

 

Mit einer neuen, inklusiven Taststation macht die Neue Sammlung ausgewählte Objekte aus dem X-D-E-P-O-T für alle Besucher:innen erfahrbar. An zwei Tasttischen werden insgesamt 17 ausgewählte Objekte präsentiert.

 

Über verschiebbare Bildschirme sind Informationen zu den jeweiligen Sammlungsstücken digital abrufbar. Die Benutzer:innen können dabei wählen, in welcher Form die Informationen ausgespielt werden: als kurzer Text mit Hintergrundinformationen, als Text in leicht verständlicher Sprache, als Audiodeskription oder Video in Deutscher Gebärdensprache. Darüber hinaus werden die Inhalte auch auf Englisch kommuniziert. Über einen Einhandhörer mit eingebauter Induktionsschleife ist die Wiedergabe aller Texte als Audioversion möglich. Zum spielerischen Erkunden lädt eine Vertiefungsebene mit Bildern, Texten, Höraufnahmen und Videos ein.

Die Tastobjekte vermitteln nicht nur die Vielfältigkeit der Sammlung des Hauses, sondern auch Designideen des modularen Prinzips, und es können sechs verschiedene Werkstoffe ertastet werden. Um eine authentische Erfahrung der Objekte zu ermöglichen, wurde besonders Wert daraufgelegt, Original-Designobjekte und unterschiedliche Materialien an den Tasttischen zur Verfügung zu stellen. Lediglich bei den modularen Designobjekten, bei denen die Besucher:innen Elemente selbst kombinieren können, wurden Modelle erstellt, um ein partizipatives Angebot und einen spielerischen Zugang zu schaffen. 

Erstmals bietet Die Neue Sammlung ein Vermittlungsangebot für Menschen mit Hör- und Seheinschränkungen, Sprachverständnisschwierigkeiten und kognitiver Einschränkung. Damit wendet sich das Projekt an ein breites, internationales Publikum und verschafft allen einen digitalen Zugang zu einer der weltweit bedeutendsten Sammlungen zur Designgeschichte.

04.07.24 - Auf unbestimmte Zeit

Die Farbe von Glas – Highlights der Neuen Sammlung in ihrer Vielfalt und Farbenpracht

In einer Auswahl ihrer Highlights zeigt Die Neue Sammlung Glas in seiner technischen Vielfalt und brillanten Farbenpracht.

 

Glas bestimmt und begleitet auf vielfältige Weise unseren Alltag. Wir nehmen es für selbstverständlich, weil es so allgegenwärtig ist. Dabei ist Glas in seiner stofflichen Zusammensetzung ein hochtechnologisches Material, das umfassende Kenntnis in seiner Herstellung und Veredelung erfordert: es wird geblasen, gepresst, in der Form geschmolzen, vor dem Ofen frei gearbeitet, bemalt, geätzt oder graviert.

Der eigens konzipierte Raum vereint eine Auswahl an Highlights: seriell hergestelltes Hohlglas für den alltäglichen Gebrauch, einzigartige, frei gearbeitete Objekte sowie künstlerische und architekturbezogene Entwürfe. 

Die Präsentation inszeniert nicht nur die Faszination, die von farbigem und farblosem Glas ausgeht, sondern spiegelt auch technische Kunstfertigkeit, vielseitige Formensprache und unterschiedliche Funktionsanforderungen, die Glas auf ideale Weise erfüllt.

Design, Handwerkskunst und freie Kunst werden durch das Raumkonzept des in München ansässigen Designbüros OHA auf besondere Weise miteinander verschränkt und spiegeln die interdisziplinäre und internationale Ausrichtung des Hauses.

26.11.24 - Auf unbestimmte Zeit

Kitchen Culture – Von der ersten Einbauküche bis zur individuell konfigurierten Küche

Von der ersten Einbauküche bis zur individuell geformten Küche von heute liegen knapp 100 Jahre. In dieser langen Zeit entwickelten Designer:innen und Architekt:innen neue Lösungen und reagierten auf technische und gesellschaftliche Veränderungen. 


 

Den Anfang bildet die Frankfurter Küche (1926) von Margarete Schütte-Lihotzky. Die erste sogenannte Einbauküche, die für etwa 10.000 Wohnungen in Serie ging, sollte den Haushalt für berufstätige Frauen so effizient wie möglich gestalten. An prominenten Beispielen der Nachkriegszeit zeigt sich die Bedeutung der Küche in der Architektur des Funktionalismus:

Die Kücheneinheit für das Wohnhochhaus Unité d’habitation in Marseille (1946–1952) von Le Corbusier, Charlotte Perriand und André Wogenscky mit ca. 330 Apartments oder die von Arne Jacobsen für die Internationale Bauausstellung 1957 in Berlin konzipierte Küche als zentraler Ort eines Einfamilienhauses. Die seriellen Küchenmodule Eschebach K21 (1956) von VEB Küchenmöbel Radeberg waren aufgrund ihres vielseitigen Einsatzes und Farbspektrums in der DDR und Sowjetunion sehr erfolgreich. 

Für neue oder ironische Ansätze stehen Stefan Wewerkas Küchenbaum (1984) oder der Kaffebaum (1984) der Gruppe Kunstflug. Mit dem Beispiel der Werkbank (1988) von Bulthaup wird die Idee der modernen Kochinsel aufgegriffen, die in dem Küchensolitär Erlkönig (2020/2021) von J*Gast die neueste Ausprägung erfährt.

Ergänzt wird der Blick auf die Küchenkultur durch eine Auswahl von elektrischen Haushaltsgeräten ab den 1950-er Jahren bis heute, die den Alltag in der Küche prägen. Eine Wandinstallation von rund 300 Tabletts zeigt ein populäres DDR-Design der Firma Rufra – Wasungen aus der Sammlung Ludmila und Rolf Podlasly.

Die Ausstellungsarchitektur von OHA, München, wählt als Grundmaterial Pressspanholz, aus dem nahezu jede industriell gefertigte Einbauküche heute besteht, und eröffnet Einblicke und Ausblicke in die gestaltete Küchenwelt.

22.05.25 - 30.05.27

100 Jahre – 100 Objekte

Zum 100 jährigen Bestehen der Neuen Sammlung

 

Anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums plant Die Neue Sammlung eine Ausstellung von 100 Objekten. Die 100 Objekte spiegeln den Reichtum und die Vielfalt der Neuen Sammlung.
Diese Auswahl zeigt neben zahlreichen ikonischen Werken viele unbekannte Schätze, die bislang noch nie in der Pinakothek der Moderne zu sehen waren.

 

Die ungewöhnliche Präsentation folgt nicht einer traditionellen Chronologie, sondern richtet den Blick auf die Zeit, in der die Objekte ins Museum gelangten. So ermöglicht die Sortierung nach Erwerbsjahren einen neuen Blick auf die Sammlungsgeschichte des Hauses Wann wurde etwas gesammelt? Folgen die Erwerbungen nach neuester Forschung oder Moden? Wie haben sich die Sammlungsgebiete über die Jahre entwickelt?

 

Die Präsentation bildet Tendenzen, Erkenntnisse und Einflüsse ab, um die Sammlung neu zu befragen und erlebbar zu machen.


28.11.25 - 28.11.27

Robotic Worlds – Ein neuer Raum in der Neuen Sammlung

Zu Beginn des sogenannten Zeitalters der Roboter widmet sich Die Neue Sammlung diesen vergleichsweise jungen Zeitgenossen des Menschen. Seit über 100 Jahren prägen Roboter unsere Vorstellungen von zukünftigen und parallelen Welten. In den letzten Jahren sind sie fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Expert*innen zufolge werden ihre Einsatzgebiete in den kommenden Jahren rasant zunehmen. 



An diesem historischen Wendepunkt richtet die Ausstellung den Blick auf die menschliche Vorstellung von Robotern sowie ihre reale Form und Funktion. Präsentiert werden herausragende Roboter und Roboter-Spielfiguren von ca. 1960 bis heute. Sie zeigen sowohl, welche menschlichen Fantasien und utopischen Welten mit Robotern verbunden, als auch die verschiedenen Umsetzungen und Gestaltungen funktionaler Roboter.

 

Die Spielfiguren sind meist der Mensch- und Tierwelt eher unähnlich, sie erscheinen als kraftstrotzende, zu übermenschlichen Taten fähige Automaten. Tatsächliche Roboter zeigen ein vielfältigeres Bild, das je nach Einsatzgebiet stark variiert. Haushaltshelfer und echte Spielzeugroboter wurden in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren meist in Tierform ausgeführt, um sie dem vertrauten Bereich der Haus- und Nutztiere zuzuordnen. In jüngerer Zeit sind einige Service-Roboter auch neutral gehalten. Die humanoiden Roboter des letzten Jahrzehnts bis in unsere Gegenwart werden hingegen dem Menschen immer ähnlicher, und sie übernehmen auch menschliche Aufgabenbereiche, von der Konversation über das Erledigen von Haushaltsarbeiten bis hin zu automatisierten Pfleger:innen und Ärzt:innen.

 

Präsentiert werden Meilensteine der Roboterentwicklung aus der eigenen Sammlung sowie spektakuläre Leihgaben des Lehrstuhls für Kognitive Systeme der TU München, die diesen Bestand durch lebensgroße humanoide Roboter ergänzen. So können unterschiedliche Einsatzgebiete der Robotik gezeigt werden, wie Haushalt, Industrie, Rettungswesen, Kommunikation und Pflege sowie Forschung und Bildung. 

 

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit Prof. Gordon Cheng und dem Lehrstuhl für Kognitive Systeme der TU München. Robotic Worlds ist Teil der Neugestaltung des Ausstellungsrundgangs zum 100-jährigen Jubiläum der Neuen Sammlung, die neue thematische Schwerpunkte setzt. 

Das Raumkonzept einer Fertigungsstraße wurde von dem Münchner Designbüro OHA Office (Office Heinzelmann Ayadi) entwickelt.

17.07.26 - 10.10.27

Klarenbeek & Dros – Design of the Unusual

Das niederländische Designerduo zu Gast in der Paternoster-Halle

 

Klarenbeek & Dros sind Pioniere im Bereich Materialinnovation und setzen neue Maßstäbe. Sie haben als erste Designer weltweit den lebenden Werkstoff Myzel, eine fadenförmige Wurzelstruktur von Pilzen, in 3D gedruckt. Mittlerweile verschränken Maartje Dros und Eric Klarenbeek dieses Material mit den Eigenschaften von Algen. Die Neue Sammlung präsentiert ihre erste monografische Ausstellung.

 

Seit 2004 befasst sich das Designerduo mit Material, das die Umwelt schont und Biodiversität fördert. Es legt seinen Fokus auf neue Produktionsarten zur Herstellung von klimafreundlichen, biokompatiblen und 100 % abbaubaren Materialien. Dabei achten die beiden auf eine nachhaltige Anwendung in Kooperation mit lokalen Netzwerken und Herstellern. Ihr Ziel ist die Anwendung von Ökotechnologie in den Alltag, indem sie Entwürfe für Innen- und Außenräume realisieren.

Seit zehn Jahren gestalten jedes Jahr bedeutende Persönlichkeiten aus der Welt des Designs eine unverwechselbare, ortsspezifische Präsentation für die Paternoster-Halle.

Nach Konstantin Grcic, Werner Aisslinger, Hella Jongerius & Louise Schouwenburg, Friedrich von Borries, Ingo Maurer, Sami Haddadin und Paula Scher folgen nun das niederländische Designerteam Eric Klarenbeek & Maartje Dros mit einer Präsentation ihrer Arbeiten.

16.10.26 - 29.11.26

Make It Make Sense – German Design Graduates 2026

Die bundesweite Initiative German Design Graduates macht herausragende Abschlussarbeiten aus der deutschen Designausbildung sichtbar. Sie begleitet Absolvierende in die Profession und vernetzt sie mit Akteur:innen aus Wirtschaft und Kultur. German Design Graduates ist Teil der German Design Council Foundation.

 

Für die Ausstellung in »Die Neue Sammlung – The Design Museum« wurden rund 70 Projekte aus 28 deutschen Hochschulen ausgewählt. Zu sehen ist eine Kuration aus Produkt- und Industriedesign, Kommunikations- und Digitaldesign sowie Textil- und Modedesign. In ihrer Vielfalt zeigen die Arbeiten wesentliche Fragestellungen der Gegenwart auf – und bilden Methoden ab, mit denen eine neue Generation von Gestalter:innen nach Antworten sucht.
Wie können Reststoffe zu neuen Materialien werden? Wie lassen sich digitale Technologien sinnvoll einsetzen? Wie kann Gestaltung Wissen vermitteln, gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen oder neue Formen des Zusammenlebens entwerfen?

Das kuratorische Narrativ Make It Make Sense stammt aus der Netzkultur. Der Ausdruck wird verwendet, wenn Erklärungen nicht mehr greifen, Widersprüche sichtbar werden oder eine Situation nach neuer Einordnung verlangt. Häufig ironisch eingesetzt, formuliert er zugleich eine ernsthafte Forderung: Zusammenhänge herstellen und Komplexität nachvollziehbar machen.
Disziplinübergreifend untersuchen die Exponate Materialien und Produktionsweisen, Technologien und Kommunikation sowie gesellschaftliche Transformation und Formen des Zusammenlebens. Sie hinterfragen bestehende Systeme, erproben alternative Prozesse und formulieren Fragen, auf die es noch keine eindeutigen Antworten gibt.
Es entsteht ein vielstimmiges Bild, was Design gegenwärtig ist: eine Praxis des Beobachtens und Verstehens, aber auch des Eingreifens und Veränderns.

Mehr zu Make It Make Sense (GDG Homepage)

Teilnehmer:in. Projekt:
Julius Bahl. IVIS – Intravenous infusion system
Arne Becker. nothing reminds me of you
Charlotte Beigel. The Joy of Making
Jette Bödige. /DA UNTEN
Sophie Brady. Coffee for a Cause
Raphael Braham. Aesthetics, Architecture, Participatory Design: Learning with a Participatory Design process in a riverside community in Brazil
Celine Brussel. safe-in
Miriam Pujiula Buhl. Sicher ist sicher – Gestalterische Untersuchung, Konzeption und Umsetzung von Risikokommunikation für Krisen und Katastrophen
Felix Burau. Peer2Play
Antje Burckhardt. Repairing Access: Co-Designing Inclusive Repair Initiatives
Sari Dahle. Redesign for Circularity: Unterarmgehstütze cuRe
Nina Maria Drangmeister. Das Abenteuer-ABC: Mitmachen, Basteln, Entdecken. Gestalterisches Konzept und illustrative Umsetzung eines multifunktionalen Buchprojekts für Kinder
Ludwig Eder. Controlled Collapse: Gestaltung hybrider Materialien
Joy-Fabienne Enzmann. Unravel
Imani Fee Hallein & Mara Timea Kossira. 6min/11sek – Angepisst vom Warten?
(Die Gestaltung eines mobilen Urinals für menstruierende FLINTA*- Personen)
John Feldmann. KAMBIO – Nicht-invasive interne Baumdiagnostik
Caspar Fischer. To Brick or Not to Brick
Vera Freier. Format und Katastrophe
Nele Freisinger. nurVÉ – Bioactive knitwear that cares
Linus Fritz. Komprimat
Samuel Goudefroy. Astro – Modularer Begleiter für bewussten Medienkonsum
Erik Grunder. 2.5
Marie Hansen & Lara Baron. KILL YOUR DARLINGS
Maximilian Herzen. I am [not] a Robot — Realisierung einer Veranstaltung mit drei interaktiven Installationen, die sich mit der Identitätsprüfung im Internet befassen.
Antonia Hinterdobler. Ansammeln, Aufbewahren, Kuratieren, Teilen und Löschen – Zum Wandel der Kulturpraktiken des Sammelns und Löschens im Kontext der Digitalität
Leon Hofmann. keine Kinkerlitzchen
Kitti Horvat. ver(f)altet
Susie Itandehui Heuberger. Der Körper des Verbrechens
Yeqi Jia. Vagakey
Zion Vic Junge. black aesthetics: decentering white aesthetics
Jana Junker. Repetition – Material in Motion
Maja Kaiser. Zeit in Form
Lucia Antonia Kempe. Gibt es ein Leben vor dem Tod?
Dabin Kim. Hyperculture – Cultural practices across East and West
Viccha Kreng. Dark Oxygen
Michelle Likkej. Retroscan
Zieshan Haider Malik. Vimoo – Seniorenmobil-Sharing für selbstbestimmte Mobilität im Alter
Mika Meinck. Knoten. Eine Auseinandersetzung in Theorie, Experiment und Gestaltung.
Marilèna Michael. Eine Ode an die Alge. Algen als zukünftige Nahrungsquelle in Europa. Eine unterschätzte Ressource im Fokus
Therese Mieth. XOXO– über Gossip, Geschichten und Textile Handarbeit
Tim Milwa. Kaleido – Intelligent Tools of Meaning Making in Design
Alina Moldenhauer. Interkultureller Kalender 2026
Noah Müller. Augenschutz im Arbeitsschutz als Helmmodul
Leonard Neuberger. Sofia Hand
Laura Neuscheler. SALVINIA
Johanna Oehmen. midia
Karl Oetken. Partizipative Konzepte zur Musikunterrichtsgestaltung
Mia Pahl. Eine Hommage an die Katzenwäsche
Maike Panz. Matter of Connectedness – An Embodied Design Research Through Collecting and Making
Seo Young Park. Login_Sanctuary_
Mechthild Pfütze. Freya
Max Popp. Vom Ankerloch zum Ankerpunkt
Marco Pröfrock. 500l/s – Stuttgarter Mineralwasser
Korinna Rennefeld. ephemer – der anfang im ende
Jens Riesenberg. HADES – Digitales Höhlenarchiv
Alexander Sauther. Ich kann dir nicht sagen wie sehr mein Herz brennt – Accessoires gegen die Auslöschung von trans* Identität im deutschen Faschismus
Emily Schoc. VENTO Plus – Atmen ohne Kompromiss
Philip Scholz. NEST, private Stromspeicher im Kontext der Energiewende
Nicole Schönherr. Talking Textiles
Julika Schwarz & Louisa Graupe. Water from Air
Miriam Seith. UNSeen: Outlining Antifeminist Structures in the United Nations
Vivien Serve. Navigating futures with data visualization
Konstantin Sorge. Nexus – Eine urbane Schnittstelle
Jonathan Stein (Projektmitarbeit: Helen Hausdorf). Proving Presence
Catherina Stuckmann. Matter – Potenziale industrieller Nebenprodukte
Nina Stürner. Zwischen Echo und Resonanz
Michelle Tiepermann. AEONA – reproduktives Design
Leonidas von Bothmer. Is this still me or where do I end?
Freia Antonia Weiß. Soft Shade
Carla Wirths. Schön war’s – und jetzt?
Elena Wüllner. WHAT CAN AI DO?

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Sonntag10:00–18:00
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