Potsdam
Museum

Filmmuseum Potsdam

Breite Straße 1A, 14467 Potsdam

Willkommen im Filmmuseum Potsdam! Hier erleben Sie Filmgeschichte aus Babelsberg und der Welt – im ältesten Haus der Stadt.

 

Der Reitpferdestall der Preußenkönige, 1685 als Orangerie gebaut, bekam seine heutige Gestalt im 18. Jahrhundert von Sanssouci-Baumeister Knobelsdorff. Seit 1981 residieren das Filmmuseum und ein Café in dem schönen Barockgebäude im historischen Zentrum von Potsdam. Bis 1990 »Filmmuseum der DDR«, steht das Haus seitdem unter der Obhut des Landes Brandenburg, ist seit Juli 2011 Teil der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, ehemals Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf« Potsdam-Babelsberg. Die Dauerausstellung und wechselnde Ausstellungen entführen Besucher des Marstalls in die Welt des Films, täglich laufen im Kino mehrere Vorstellungen. Die wachsenden Sammlungen zur Babelsberger Filmgeschichte sind eine Fundgrube für Wissenschaftler:innen und Ausstellungsmacher:innen.

 

Vom Marstall aus erreicht man per Straßenbahn die Parks und Schlösser des Weltkulturerbes, vom nahegelegenen Hauptbahnhof aus mit der S-Bahn den Filmpark Babelsberg.

Veranstaltungen und Ausstellungen

24.07.26 - 02.05.27

Ohne Frühstück. Ohne Diskussion. 80 Jahre DEFA-Filme

Vor 80 Jahren wurde in Potsdam-Babelsberg die DEFA gegründet, die staatliche Filmgesellschaft der DDR, die zwischen 1946 und 1992 zahlreiche Dokumentar-, Animations- und rund 750 Spielfilme herstellte. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Filmmuseum Potsdam die neue Sonderausstellung »Ohne Frühstück. Ohne Diskussion - 80 Jahre DEFA-Filme«.

 

Emanzipation. Rebellion und Rückzug. Wohnen, Spaß und gute Laune. Freiheit und Fernweh. Kunst. Sex und Liebe. Essen und Trinken. Frieden, Patriotismus und Heimatliebe. Kirche und Religion. Mode und Bekleidung.

 

Diese Themen bewegen Menschen überall und zu jeder Zeit auf unterschiedliche Art. Wie gingen die Menschen in der DDR damit um? Und wie wurden diese Themen in den Filmen der DEFA dargestellt? Zeigten sie die Wirklichkeit? Politische Wunschbilder? Oder persönliche Träume? Für diese Ausstellung wurde eine Auswahl an Spielfilmen getroffen. Es stehen Produktionen im Mittelpunkt, die ihre eigene Zeit beschreiben. Es soll um den DDR-Alltag gehen. Die so genannten Gegenwartsfilme holten die Menschen im Kinosaal viel direkter bei ihren eigenen Befindlichkeiten ab. Sie entstanden nicht durchgehend auf Anweisung der Staatsführung, sozusagen »von oben«. Sie wurden von Filmschaffenden gemacht, die selbst in der DDR lebten. Sie teilten viele Erfahrungen, Hoffnungen und Sorgen mit ihrem Publikum. Gleichzeitig arbeiteten sie, wie alle anderen, in einem Staat, der auf den Alltag, Kunst und Kultur einen starken Einfluss nahm.

 

Spielfilme fangen den Zeitgeist oft sehr nachdrücklich ein. Historische Stoffe, Märchen- und Abenteuerfilme sowie Science-Fiction-Filme wurden bei der Auswahl nicht berücksichtigt. Natürlich waren auch sie ein wichtiger Bestandteil der DEFA-Produktion und spiegelten ihre Entstehungszeit wider, allerdings weniger konkret. Dokumentarfilmproduktionen der DEFA gehen in die Tausende. In ihnen spielte der Alltag der Menschen in der DDR eine große Rolle, siekonnten in der Ausstellung in ihrer Komplexität aber nicht abgebildet werden. In den Sammlungen werden dazu in erster Linie Fotos und Dokumente bewahrt. Requisiten und Kostüme aus Spielfilmen illustrieren die Idee der Ausstellung plastischer, rufen Erinnerungen wach, lassen Staunen oder machen Lachen. Oft rücken die Gegenwartsfilme für Kinder und Jugendliche vor den populären Märchenfilmen in den Hintergrund. Aber auch sie haben Wichtiges mitzuteilen und sollten nicht vergessen werden. Alle Altersgruppen werden in der Ausstellung angesprochen, bis hin zu den Jüngsten. Jede Ausstellungsstation integriert jeweils einen Kinder-, bzw. Jugendfilm.

 

Es darf nicht vergessen werden, dass in den Kinos der DDR DEFA-Filme in Konkurrenz zu Produktionen aus dem Westen standen. Das war eine Herausforderung für die Filmschaffenden, denn sie wollten Geschichten aus ihrem Land erzählen und ihre Sicht auf die Gesellschaft zeigen. Manche Filme erreichten ein Millionenpublikum. Andere gerieten in Vergessenheit oder wurden verboten. Neben Klassikern wie »Solo Sunny«, »Die Beunruhigung« und »Bis daß der Tod Euch scheidet« holt die Ausstellung etliche Filme in die erste Reihe, die eine Wiederentdeckung verdienen. Viele weitere Themen und Filme hätten einen Platz in dieser Ausstellung verdient. Aber vielleicht regt diese Auswahl dazu an, die Filme der DEFA kennen zu lernen, neu zu entdecken und das Leben früherer Generationen mit unserer Gegenwart in Beziehung zu setzen. Egal ob in der DDR geboren, später oder andernorts, entsteht für das Publikum hoffentlich ein Eindruck von diesem Land durch die vier Jahrzehnte seiner Existenz und ermöglicht einen Abgleich mit der eigenen Situation im Hier und Heute.

 

Mit der Ausstellungsgestaltung sollen neue Perspektiven auf die Filme der DEFA und ihre Vielschichtigkeit verdeutlicht werden, die zugleich eine kritische und offene Begegnung begünstigen. Deshalb fiel bewusst die Entscheidung für eine Farbigkeit der einzelnen Stationen, die auf eine symbolische oder klischeehafte Charakterisierung verzichten. Die Architektur hat auf den ersten Blick eine übersichtliche Struktur, im Detail ergeben sich im Verlauf des Themen-Rundgangs aber verwinkelte, überraschende Zugänge auf die Filme und Objekte. Die geringe Höhe der Ausstellungswände unterstützt dabei eine humane Dimensionierung und Freundlichkeit.

 

Die zurückhaltende Ausstellungsarchitektur soll in erster Linie die Exponate sprechen lassen. Die meisten stammen aus den Sammlungen des Filmmuseums, einige Leihgaben aus Privatbesitz bereichern die Erzählung. Im Kostümfundus Babelsberg und im Requisitenfundus des Studios konnten einige Originale aus den vorgestellten Produktionen identifiziert werden, darunter echte Highlights, wie das mit Schmuck besetzte Kleid von Jenny Jugo aus dem Film »Träum’ nicht, Annette!«, Morgenmantel und Lederjacke von Renate Krößner aus »Solo Sunny«, das Showkleid von Katrin Sass aus »Zum Teufel mit Harbolla« oder die Schreibmaschine aus dem Film »Einer trage des anderen Last«.

 

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit der DEFA-Stiftung und dem Förderverein des Filmmuseums Potsdam. Für das Ausstellungsdesign zeichnet die Firma Kuschel und Klein Ausstellungsdesign Berlin verantwortlich. Die Firma Felder KölnBerlin hat das Grafikdesign entwickelt. Die Licht- und Medientechnik verantwortet die Firma Trollwerk Potsdam. Für die Förderung der Herstellung der Ausstellung gilt ein besonderer Dank der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, dem Medienboard Berlin-Brandenburg und der Landeshauptstadt Potsdam. Wir danken den Partner:innen Progress Filmverleih, dem Kostümfundus Babelsberg, dem Requisitenfundes Studio Babelsberg sowie vielen privaten Leihgeber:innen und Gesprächspartner:innen. Die Ausstellung wird präsentiert von Antenne Brandenburg.

Standort
Standort
Breite Straße 1A, 14467 Potsdam
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
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