Kochel am See
Museum

Franz Marc Museum

Besuchereingang: Mittenwalder Straße, 82431 Kochel am See

Der Dialog zwischen Kunst und Natur bestimmt die Sammlungspräsentation und das Ausstellungsprogramm des Franz Marc Museums. Die Frage nach der Bedeutung der oberbayerischen Voralpenlandschaft als Inspirationsquelle der Künstler des Blauen Reiters war Ausgangspunkt für die Gründung des Museums 1986 in Kochel am See und für seine Erweiterung durch einen Neubau 2008. Der Museumsstandort mit Blick auf den See und die Bergkulisse im Hintergrund lässt die Werke des deutschen Expressionismus in neuem Licht erscheinen.

 

Die Kunst Franz Marcs als Namensgeber des Museums steht im Mittelpunkt, ohne zentrales oder ausschließliches Thema des Museums zu sein. Franz Marc hat die wichtigsten Jahre seiner künstlerischen Entwicklung in Sindelsdorf und Kochel verbracht. Gleichzeitig stand er in regem Austausch mit der internationalen Avantgarde seiner Zeit. Sein Werk und sein Denken waren auf die zukünftige Entwicklung und Wirkung der Kunst gerichtet. Deshalb stellt das Museum Franz Marcs Kunst in den Kontext des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellungen suchen neue, ungewohnte Perspektiven, manchmal auch Nebenwege im Blick auf die Epoche.

Veranstaltungen und Ausstellungen

26.04.26 - 26.07.26

Fantasie & Form – Adolf Erbslöhs Weg in die Moderne

Adolf Erbslöh (1881–1947) zählt zu den stillen, aber prägenden Künstlern der Moderne. Mit seinem Essay Phantasie und Form formulierte er eine eigene Kunsttheorie, die Fantasie nicht als Gegensatz zur Ordnung, sondern als deren Ursprung versteht. Die Ausstellung Fantasie & Form. Adolf Erbslöhs Weg in die Moderne folgt diesem Gedanken und lädt dazu ein, die unverwechselbare Bildsprache des Künstlers neu zu entdecken.

 

Als Mitbegründer und späterer Vorsitzender der Neuen Künstlervereinigung München beeinflusste Erbslöh maßgeblich das künstlerische Klima, aus dem der Blaue Reiter hervorging. Er war kein Dogmatiker der Avantgarde, sondern ein Suchender, der zwischen dem expressiven Gestus des Expressionismus und den klaren Formprinzipien der Klassischen Moderne vermittelte. In seinen Landschaften, Stadtansichten und Stillleben wird die Fantasie zu einer strukturgebenden Kraft: leuchtende Farben, klare Linien und gestaffelte Flächen sind Mittel eines denkenden Sehens.

 

Von den impressionistischen Anfängen über die Begegnung mit der Kunst Paul Cézannes und der Kubisten bis zu den tektonischen Landschaften der 1920er-Jahre verfolgt die Ausstellung eine zentrale Frage seines Schaffens: Wie lässt sich die flüchtige Vielheit der Erscheinungen in eine bleibende Bildordnung überführen?

 

Das Franz Marc Museum, dessen Forschungsschwerpunkt und Sammlung eng mit der Münchner Avantgarde verbunden sind, präsentiert in dieser Ausstellung rund 40 Gemälde. Leihgaben kommen u.a. aus der Hamburger Kunsthalle, dem Kunstpalast Düsseldorf, dem Leopold-Hoesch-Museum Düren und dem Schlossmuseum Murnau. Viele Werke stammen aus Privatbesitz und sind teilweise erstmals öffentlich zu sehen. Kuratiert wird die Ausstellung von Jessica Keilholz-Busch, Direktorin des Franz Marc Museums.

21.06.26 - 27.09.26

Maria Franck-Marc

Zum 150. Geburtstag von Maria Franck-Marc (1876–1955) zeigt das Franz Marc Museum erstmals in der Geschichte des Hauses eine eigene Ausstellung zu ihrem künstlerischen Werk. Die Ausstellung richtet den Blick nun auf ihre Gemälde, Zeichnungen und Textilarbeiten. Blumenbilder, Stillleben, Landschaften und Kinderwelten zeigen eine Künstlerin, die vertraute Motive in eigenständige Experimente mit Farbe, Fläche und Rhythmus verwandelte. Was lange als unscheinbar, privat oder nebensächlich galt, wird bei ihr zu einem Feld künstlerischer Freiheit.

 

Maria Franck-Marc wollte Künstlerin werden, lange bevor sie Franz Marc begegnete. Schon als Schülerin erhielt sie Unterricht in Musik und Kunst, später führte ihr Ausbildungsweg über die Königliche Kunstschule und private Damenakademien nach München an die Schule des Künstlerinnen-Vereins. Wie viele Frauen ihrer Generation musste sie sich ihren Weg in die Kunst außerhalb der staatlichen Akademien suchen.

 

Ihre Begegnung mit Franz Marc im Jahr 1905 wurde persönlich und künstlerisch prägend. Beide arbeiteten zeitweise nebeneinander vor der Natur, tauschten sich über Malerei aus und bewegten sich im Umfeld jener Kunstschaffenden, aus denen sich der Blaue Reiter entwickelte. 1912 war Maria Franck-Marc mit drei Arbeiten in der zweiten Ausstellung der Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter vertreten. Sie war also nicht nur Begleiterin, sondern selbst Teil dieses künstlerischen Netzwerks.

 

Nach Franz Marcs Tod 1916 veränderte sich ihre Rolle grundlegend. Sie stellte ihre eigene künstlerische Arbeit zunehmend zurück und widmete sich der Bewahrung seines Werks. Sie organisierte Ausstellungen, betreute den Nachlass und prägte die Rezeption Franz Marcs maßgeblich mit. Für sein Nachleben war diese Arbeit von unschätzbarer Bedeutung. Für Maria Franck-Marcs Wahrnehmung als Künstlerin hatte sie jedoch Folgen: Ihr Werk trat in den Hintergrund und blieb über Jahrzehnte kaum sichtbar.

 

So erzählt die Ausstellung nicht nur von einer Wiederentdeckung. Sie fragt auch, wie Sichtbarkeit entsteht: Welche Motive gelten als bedeutend? Welche Werke werden gesammelt, gezeigt und erforscht? Und wie verändert sich unser Blick auf die Moderne, wenn eine Künstlerin sichtbar wird, deren eigenes Werk lange hinter ihrer Rolle als Bewahrerin des Nachlasses Franz Marcs zurücktrat?

 

Rund dreißig Arbeiten aus privaten und öffentlichen Sammlungen, von denen viele seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich zu sehen waren, machen dieses Werk nun wieder zugänglich.

Standort
Standort
Besuchereingang: Mittenwalder Straße, 82431 Kochel am See
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
DienstagApril–Oktober: 10:00–18:00; November–März: 10:00-17:00
MittwochApril–Oktober: 10:00–18:00; November–März: 10:00-17:00
DonnerstagApril–Oktober: 10:00–18:00; November–März: 10:00-17:00
FreitagApril–Oktober: 10:00–18:00; November–März: 10:00-17:00
SamstagApril–Oktober: 10:00–18:00; November–März: 10:00-17:00
SonntagApil–Oktober: 10:00–18:00; November–März: 10:00–17:00
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