Der Dialog zwischen Kunst und Natur bestimmt die Sammlungspräsentation und das Ausstellungsprogramm des Franz Marc Museums. Die Frage nach der Bedeutung der oberbayerischen Voralpenlandschaft als Inspirationsquelle der Künstler des Blauen Reiters war Ausgangspunkt für die Gründung des Museums 1986 in Kochel am See und für seine Erweiterung durch einen Neubau 2008. Der Museumsstandort mit Blick auf den See und die Bergkulisse im Hintergrund lässt die Werke des deutschen Expressionismus in neuem Licht erscheinen.
Die Kunst Franz Marcs als Namensgeber des Museums steht im Mittelpunkt, ohne zentrales oder ausschließliches Thema des Museums zu sein. Franz Marc hat die wichtigsten Jahre seiner künstlerischen Entwicklung in Sindelsdorf und Kochel verbracht. Gleichzeitig stand er in regem Austausch mit der internationalen Avantgarde seiner Zeit. Sein Werk und sein Denken waren auf die zukünftige Entwicklung und Wirkung der Kunst gerichtet. Deshalb stellt das Museum Franz Marcs Kunst in den Kontext des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellungen suchen neue, ungewohnte Perspektiven, manchmal auch Nebenwege im Blick auf die Epoche.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Wilde Farben, freier Geist. 120 Jahre Künstlergruppe Brücke
Dresden, 1905: Vier junge Männer verlassen die Norm und gründen eine Künstlergemeinschaft, die alles infrage stellt. Die Brücke ist mehr als ein Name, sie wird zum Symbol für den Übergang in eine neue Zeit. Ihre Farben leuchten schrill, ihre Linien brechen mit der Tradition, ihre Körperdarstellungen sind roh, direkt, lebendig.
Mit ihrer kompromisslosen Haltung gegen akademische Konventionen wurde die Brücke zur ersten expressionistischen Künstlergruppe in Deutschland und schuf einen Wendepunkt in der Kunstgeschichte. Ihre Werke markieren den radikalen Bruch mit dem Realismus des 19. Jahrhunderts und eröffnen neue Wege für das subjektive, expressive Bild.
Die Ausstellung Wilde Farben, freier Geist im Franz Marc Museum führt zurück zu den Ursprüngen einer Bewegung, die Kunst und Leben verschmelzen wollte. Gezeigt werden Aktdarstellungen voller Selbstbestimmung, Holzschnitte von archaischer Kraft und die Großstadt als fiebrige Bühne der Moderne. Zugleich beleuchtet die Schau die Ideale der Lebensreform, die Suche nach Ursprünglichkeit, Freiheit und Naturverbundenheit – Themen, die bis heute nachwirken.

