Sindelfingen
Museum

Galerie Stadt Sindelfingen

Marktplatz 1, 71063 Sindelfingen

Die Galerie Stadt Sindelfingen wurde 1990 als ein Ort für zeitgenössische Kunst gegründet, der die Auseinandersetzung mit aktuellen Positionen und ästhetischen Erfahrungen ermöglicht. Die Galerie befindet sich im Stadtzentrum und ist in einem klassizistischen Bau untergebracht, der von dem Berliner Architekten Josef Paul Kleihues zu einem Museum umgebaut und mit einem Neubau, dem Oktogon, erweitert wurde. Mit der Sammlung Lütze verfügt die Galerie über bedeutende Werke moderner und zeitgenössischer Kunst.

 

Das Museum versteht sich als Ausstellungs- und Produktionsort mit dem Schwerpunkt auf vorwiegend jüngere Positionen. In enger Zusammenarbeit mit den Künstler:innen werden innerhalb einer Fragestellung ortsbezogene Arbeiten und Ausstellungen entwickelt und dann in Gruppen- oder Einzelpräsentationen gezeigt. Zusammen mit etablierten Positionen wird der aktuelle Diskurs abgebildet und durch Neuproduktionen erweitert.

 

Die Sammlung der Galerie wird unter dem Aspekt der jeweiligen Wechselausstellung im Kabinett Lütze präsentiert und bildet den kunsthistorischen Kontext für die jeweiligen zeitgenössischen Positionen. Im Schaufenster Junge Kunst sind Künstler:innen, die am Beginn ihrer Karriere stehen, eingeladen, sich in einem experimentellen Rahmen auszuprobieren und eine erste institutionelle Ausstellung zu zeigen.

 

Zahlreiche Ausstellungen und Projekte werden in Kooperationen und Unterstützung mit regionalen wie auch nationalen Institutionen und Partnern durchgeführt. Diese sind unter anderem das Institut français Stuttgart, die Kunststiftung Baden-Württemberg, Kunst + Projekte Sindelfingen e.V., Kunsthalle Mannheim, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Arndt Gallery Berlin, Neuer Berliner Kunstverein, Helmut Fischer Stiftung und Mercedes-Benz Werk Sindelfingen.

Veranstaltungen und Ausstellungen

29.06.25 - 25.04.27

Denke frei, schaffe neu! Die Sammlung im Blick

Die Sammlungspräsentation Denke frei, schaffe neu! zeichnet anhand ausgewählter Werke den Weg der Kunst als Spiegel gesellschaftlicher und künstlerischer Freiheit nach. Die Dauerausstellung setzt im späten 19. Jahrhundert an jenem Punkt an, an dem die Tradition sich noch ein letztes Mal aufbäumte und ihren Platz zu behaupten versuchte. Schon längst waren jedoch die wesentlichen Merkmale der Kunst dieser Zeit, das Althergebrachte in Frage zu stellen und neue Ausdrucksformen zu erproben.

 

Im 20. Jahrhundert nahmen die Freiheitsbestrebungen weiter zu. Viele Künstlerinnen und Künstler beschritten den Weg in die Abstraktion, während die Vertreter der Neuen Sachlichkeit Gegenwelten zur politischen Realität entwarfen. Keinesfalls unerwähnt bleiben dürfen jedoch die tiefen Einschnitte, die der 1. und 2. Weltkrieg für die neu gewonnene Autonomie bedeuteten: Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler der Sammlung galten im Nationalsozialismus als »entartet« und waren mit einem Berufsverbot belegt. Ausdruck der Befreiung sind die abstrakten Tendenzen der informellen und konstruktivistischen Kunst, die sich mit voller Kraft in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts entfalten konnten.

 

Auch in den Werken der 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahre ist der Ruf nach individueller und gesellschaftlicher Unabhängigkeit grundlegend. Während Georg Baselitz mit den Konventionen brach, indem er seine Motive auf den Kopf stellte, und so künstlerische Autonomie als radikalen Akt der Selbstbehauptung zeigte, thematisieren Inge Mahns skulpturale Eingriffe Freiheit als Möglichkeit, gewohnte Strukturen zu hinterfragen und Orte neu zu denken. Salomé hingegen nutzte einen expressiven malerischen Gestus, um die eigene Selbstinszenierung und sexuelle Identität in den Mittelpunkt zu stellen.

 

Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler wie André Butzer, Hell Gette, Andrew Gilbert, Mehmet & Kazim oder Evan Roth befragen unterdessen aus einer gegenwärtigen Perspektive, wie frei wir tatsächlich sind. Die Sammlungspräsentation zeigt somit eindrucksvoll, dass die Frage nach der Freiheit – ihren Errungenschaften, ihrer Bedrohung und ihrer Zukunft – so aktuell bleibt wie eh und je.

 

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung:
Georg Baselitz, Willi Baumeister, André Butzer, Peter Brüning, Maria Caspar-Filser, Rolf Cavael, Günter Fruhtrunk, Otto Dix, Rupprecht Geiger, Hell Gette, Andrew Gilbert, Martha Hoepffner, Karl Hofer, Rebecca Horn, Ida Kerkovius, Franz von Lenbach, August Macke, Inge Mahn, Mehmet & Kazim, Patrick Fabian Panetta, Salomé, Oskar Schlemmer, Emil Schumacher, Max Slevogt, Anton Stankowski, Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Woty Werner u.v.m.

 

Kuratorin: Hannah Eckstein-Glenz
Kuratorische Assistentin: Marisa Zeising

 

Die Ausstellung ist Teil der Biennale Sindelfingen, die vom 28.06. bis zum 26.07.2025 unter dem Motto »Freiheit und Verantwortung« mit zahlreichen Veranstaltungen stattfindet.

Standort
Standort
Marktplatz 1, 71063 Sindelfingen
Öffnungszeiten
Montag10:00–18:00
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
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