Berlin
Museum

Gropius Bau

Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin

Der Gropius Bau ist eines der bedeutendsten Ausstellungshäuser in Europa. Mitten in Berlin gelegen, präsentiert der Gropius Bau vielbeachtete Ausstellungen zeitgenössischer und moderner Kunst sowie Performances, Workshops, Diskursveranstaltungen und Filmreihen. Im Zentrum seines Programms steht die Öffnung der Institution – hin zu einem Ort der künstlerischen Kreation, der Zusammenkunft und des Austauschs.

 

Damit knüpft der Gropius Bau an seine eigene Geschichte an: Das im Stil der Neorenaissance gestaltete Gebäude in der Niederkirchnerstraße 7 wurde 1881 als Kunstgewerbemuseum und -schule mit Unterrichtsräumen und Ateliers eröffnet. Durch die Einladung an Künstler:innen, im Rahmen einer einjährigen Residency Räume im Gropius Bau zu beziehen, sowie Kooperationen mit der direkten Nachbarschaft und lokalen Initiativen ist die künstlerische Arbeit, das gegenseitige Lernen und die Erweiterung von Perspektiven wieder fest im Haus verankert.

 

Das Zentrum des Ausstellungshauses ist der kostenfrei zugängliche Lichthof, in dem neben raumgreifenden Installationen regelmäßig Performances und transdisziplinäre Projekte in Dialog mit der beeindruckenden Architektur treten.

Veranstaltungen und Ausstellungen

19.06.26 - 06.12.26

Gabriele Stötzer: Dabei sein und nicht schweigen

Seit über fünf Jahrzehnten setzt sich Gabriele Stötzer mit Themen wie Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Geschlecht auseinander. Ihr eigener Körper spielt dabei oft eine zentrale Rolle – nicht als Objekt, sondern als Schauplatz von Widerstand und feministischer Selbstbehauptung. Mit Dabei sein und nicht schweigen zeigt der Gropius Bau ab Juni 2026 die bislang größte institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin.

 

Gabriele Stötzers künstlerische Praxis ist untrennbar mit ihrem gesellschaftlichen und politischen Engagement verbunden: Wegen einer Unterschriftenaktion wurde sie 1976 mit dem Vorwurf der »Staatsverleumdung« in der DDR inhaftiert, woraufhin sie sich dem literarisch-künstlerischen Untergrund anschloss und später die Künstlerinnengruppe Erfurt mitbegründete. Viele ihrer Werke formulieren radikale Gegenentwürfe zu staatlicher Repression und Normierung, indem sie Grenzen unterwandern und Raum für Verletzlichkeit und Sehnsucht öffnen. Die Ausstellung unterstreicht mit rund 150 Arbeiten die Vielfalt ihres experimentellen Schaffens zwischen Malerei, Literatur, Fotografie, Textilkunst, Super-8-Film, Performance und Aktionen im öffentlichen Raum – und versteht sich als Impuls für die überfällige breitere Rezeption dieser wegweisenden Künstlerin.

 

Kuratiert von Julia Grosse, strategische und konzeptionelle Beratung und Entwicklung, Gropius Bau, mit Christopher Wierling, Assistenzkurator, Gropius Bau, Konzept: Julia Grosse und Franziska Schmidt, Leitung Kommunale Galerien Tempelhof-Schöneberg

 

Gabriele Stötzer: Dabei sein und nicht schweigen wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

 

10.09.26 - 17.01.27

Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960

An kaum einem Ort traten die gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche im Westdeutschland der 1960er und 1970er Jahre so deutlich zutage wie in Berlin-Kreuzberg: Durch Anwerbeabkommen mit Ländern wie Italien, Griechenland und der Türkei und die zunehmende Arbeitsmigration wurden hier im Kleinen Veränderungen sichtbar, die die bundesdeutsche Realität prägten. Die Gruppenausstellung Kreuzberg (AT) widmet sich im Herbst 2026 der vielfältigen und bisher kaum gewürdigten Kulturproduktion rund um das Thema der Arbeitsmigration und zeigt, wie sich Künstler:innen in Kreuzberg mit den Spannungen und Fragen ihrer Zeit auseinandersetzen.

 

Der in diesem Bezirk gelegene Gropius Bau präsentiert dazu über 100 Arbeiten aus Film, Malerei, Fotografie, Installation und Performance, die den Blick auf die Lebenswirklichkeiten von Arbeitsmigrant:innen und den nachfolgenden Generationen richten und die bis heute relevanten Kämpfe um Mitbestimmung und Gleichbehandlung thematisieren. Mit historischen und aktuellen Werken arbeitet die Ausstellung die internationale Bedeutung der Kreuzberger Kulturproduktion heraus.

 

Mit Beiträgen u. a. von: Mehmet Aksoy, Eduardo Arroyo, Akbar Behkalam, Cecilia Boisier, Vlassis Caniaris, Nuray Demir, Grazia Eminente, Abuzer Güler, Azade Köker, Colette Lumiere, Mehrangis Montazami-Dabui, Pınar Öğrenci, Jannis Psychopedis, Metin Talayman, Evanthia Tsantila, Aykan Safoğlu, Monika Sieveking, Setareh Shahbazi & Kaya Behkalam, Hanefi Yeter, Serpil Yeter

 

Kuratiert von Gürsoy Doğtaş, Kunsthistoriker und Creative Mediator, Manifesta 16, und Patrizia Dander, stellvertretende kuratorische Direktorin, Gropius Bau, mit Sonja Borstner und Elena Franziska Setzer, Assistenzkuratorinnen, Gropius Bau

 

Anlässlich von Kreuzberg präsentiert das Stadtmuseum Berlin im Museum Ephraim-Palais die Ausstellung Geteiltes Leben vom 11. September 2026 bis 7. Februar 2027.

 

Kreuzberg wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

09.10.26 - 17.01.27

Christoph Schlingensief: Es ist nicht mehr mein Problem, macht eure Scheiße alleine

Mit seinen Arbeiten richtete Christoph Schlingensief den Blick schonungslos auf die Zumutungen der Gegenwart. Im Herbst 2026 widmet der Gropius Bau ihm mit Es ist nicht mehr mein Problem, macht eure Scheiße alleine eine Ausstellung, die sein visionäres Werk zwischen aufsehenerregenden politischen Aktionen, radikalen theatralen Inszenierungen und der Verschmelzung von Performance und bildender Kunst beleuchtet.

 

Die Ausstellung versteht sich dabei nicht als klassische Retrospektive, sondern bringt zentrale Werkkomplexe Schlingensiefs in Dialog. Sie zeigt, wie sich seine künstlerischen Strategien gegenseitig durchdringen und das Publikum immer wieder zu einer aktiven Haltung herausforderten. In der ersten umfassenden Ausstellung in Berlin seit über 10 Jahren steht somit auch nicht das abgeschlossene Werk im Mittelpunkt, sondern die Bewegung des Fragens, Zweifelns und Scheiterns, die Schlingensiefs Praxis prägt: »Man kann meines Erachtens voller Lust, Freude und Vorsatz scheitern. [...] Wenn man es innerlich schafft zu akzeptieren, dass es eines Scheiterns bedarf, um Kräfte nutzbar zu machen, wird viel passieren.«

 

Kuratiert von Raphael Gygax, Kurator, mit Christopher Wierling, Assistenzkurator, Gropius Bau, und Dalwin Kryeziu, Volontariat Direktion, Gropius Bau, in Zusammenarbeit mit Aino Laberenz, Nachlass Christoph Schlingensief
Ausstellungsmanagement: Filippa Carlini, Projektleitung

 

Ein gemeinsames Projekt von Gropius Bau / Berliner Festspiele, Wiener Festwochen | Freie Republik Wien und MAK - Museum für Angewandte Kunst 

Standort
Standort
Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin
Öffnungszeiten
Montag12:00–19:00
Dienstaggeschlossen
Mittwoch12:00–19:00
Donnerstag12:00–19:00
Freitag12:00–19:00
Samstag10:00–19:00
Sonntag10:00–19:00
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