Berlin
Museum

Gropius Bau

Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin

Der Gropius Bau ist eines der bedeutendsten Ausstellungshäuser in Europa. Mitten in Berlin gelegen, präsentiert der Gropius Bau vielbeachtete Ausstellungen zeitgenössischer und moderner Kunst sowie Performances, Workshops, Diskursveranstaltungen und Filmreihen. Im Zentrum seines Programms steht die Öffnung der Institution – hin zu einem Ort der künstlerischen Kreation, der Zusammenkunft und des Austauschs.

 

Damit knüpft der Gropius Bau an seine eigene Geschichte an: Das im Stil der Neorenaissance gestaltete Gebäude in der Niederkirchnerstraße 7 wurde 1881 als Kunstgewerbemuseum und -schule mit Unterrichtsräumen und Ateliers eröffnet. Durch die Einladung an Künstler:innen, im Rahmen einer einjährigen Residency Räume im Gropius Bau zu beziehen, sowie Kooperationen mit der direkten Nachbarschaft und lokalen Initiativen ist die künstlerische Arbeit, das gegenseitige Lernen und die Erweiterung von Perspektiven wieder fest im Haus verankert.

 

Das Zentrum des Ausstellungshauses ist der kostenfrei zugängliche Lichthof, in dem neben raumgreifenden Installationen regelmäßig Performances und transdisziplinäre Projekte in Dialog mit der beeindruckenden Architektur treten.

Veranstaltungen und Ausstellungen

19.03.26 - 28.06.26

Peter Hujar / Liz Deschenes: Persistence of Vision

Die Ausstellung Persistence of Vision vereint die Arbeiten von Peter Hujar und Liz Deschenes und bringt diese in einen generationsübergreifenden Dialog über Fotografie. Hujar, der in der Zeit zwischen den Stonewall-Protesten von 1969 und dem Ausbruch der AIDS-Krise in den 1980er Jahren in New York City arbeitete, hielt eine entscheidende kulturelle Phase in eindringlichen Schwarz-Weiß-Fotografien fest. Neben prägnanten Bildern von Tieren, Natur und verfallenden Gebäuden porträtierte er die queeren und Avantgarde-Communitys in Lower Manhattan, darunter Persönlichkeiten wie Candy Darling, Susan Sontag und David Wojnarowicz.  

 

In der Ausstellung werden Hujars Fotografien mit zeitgenössischen Werken der in New York City lebenden Künstlerin Deschenes verwoben. Diese Konstellationen laden dazu ein, innezuhalten, den eigenen Blick zu schärfen und neue Perspektiven auf Hujars Werk zu entdecken. Deschenes schafft Skulpturen und ungegenständliche fotografische Arbeiten, die grundlegende Eigenschaften des Mediums – Licht, Chemie und Zeit – nutzen, um zu erforschen, was eine Fotografie sein kann. Als erste große Ausstellung der Arbeiten von Hujar und Deschenes in Berlin formuliert Persistence of Vision ein erweitertes Verständnis von Fotografie und hebt die kompromisslose Klarheit der Vision hervor, die die Praxis beider Künstler:innen vereint.

 

Kuratiert von Eva Respini, Co-CEO und Curator at Large, Vancouver Art Gallery, mit Monique Machicao y Priemer Ferrufino, kuratorisches Volontariat Ausstellungen, Gropius Bau
Ausstellungsmanagement: Filippa Carlini, Projektleitung

 

In Partnerschaft mit dem Gropius Bau zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn vom 27. Februar bis 23. August 2026 Peter Hujar. Eyes Open in the Dark.

15.04.26 - 23.08.26

Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. The Exhibition

Marina Abramović, eine der einflussreichsten zeitgenössischen Künstler*innen, präsentiert mit Balkan Erotic Epic. The Exhibition im Gropius Bau ihre erste große Einzelausstellung in Berlin seit den 1990er Jahren. Die Ausstellung vereint historische Werke und neue Arbeiten der Performance-Künstlerin und zeichnet ihr anhaltendes Interesse an Ritualen, Erotik, Tod und dem Körper als Ort politischen Widerstands nach.

 

Klagend schlagen sich Frauen auf den Oberkörper und massieren ihre Brüste, während ein nackter Körper und ein Skelett eng ineinander verschlungen liegen: Ausgehend von der Folklore des Balkans – der Region, in der Marina Abramović aufgewachsen ist – verwebt Balkan Erotic Epic. The Exhibition filmische und skulpturale Installationen mit Live-Performances. Durchsetzt mit humorvollen Zuspitzungen entwirft die Ausstellung ein imaginäres Bild dieser Region: Hier soll erotische Energie Gemeinschaften dabei helfen, dem Tod zu begegnen, Fruchtbarkeit zu fördern und das Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen. Das Erotische erscheint so als essenzielle Kraft – als eine Kraft, die die Grenzen zwischen Leben und Tod, zwischen Individuum und Kollektiv, auflösen kann.

 

Anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums präsentieren die Berliner Festspiele Balkan Erotic Epic in zwei Teilen: Nach der Ausstellung im Gropius Bau eröffnet im Oktober 2026 die neue mehrstündige Bühnenproduktion Balkan Erotic Epic. The Stage Version die Performing Arts Season im Haus der Berliner Festspiele.

 

Hinweis zum Inhalt: Die Ausstellung verhandelt Kriegsereignisse und rassistische Gewalt und zeigt Selbstverletzung und sexuell explizite Handlungen.

 

Kuratiert von Agnes Gryczkowska, Kuratorin und Autorin, und Jenny Schlenzka, Direktorin, Gropius Bau, mit Elena Franziska Setzer, Assistenzkuratorin, Gropius Bau, und Savannah Thümler, Kuratorische Assistenz, Gropius Bau
Ausstellungsmanagement: Katharina Heise, Sophie Winckler und Nora Bergbreiter, Projektleitungen

19.06.26 - 06.12.26

Gabriele Stötzer: Dabei sein und nicht schweigen

Seit über fünf Jahrzehnten setzt sich Gabriele Stötzer mit Themen wie Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Geschlecht auseinander. Ihr eigener Körper spielt dabei oft eine zentrale Rolle – nicht als Objekt, sondern als Schauplatz von Widerstand und feministischer Selbstbehauptung. Mit Dabei sein und nicht schweigen zeigt der Gropius Bau ab Juni 2026 die bislang größte institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin.

 

Gabriele Stötzers künstlerische Praxis ist untrennbar mit ihrem gesellschaftlichen und politischen Engagement verbunden: Wegen einer Unterschriftenaktion wurde sie 1976 mit dem Vorwurf der »Staatsverleumdung« in der DDR inhaftiert, woraufhin sie sich dem literarisch-künstlerischen Untergrund anschloss und später die Künstlerinnengruppe Erfurt mitbegründete. Viele ihrer Werke formulieren radikale Gegenentwürfe zu staatlicher Repression und Normierung, indem sie Grenzen unterwandern und Raum für Verletzlichkeit und Sehnsucht öffnen. Die Ausstellung unterstreicht mit rund 150 Arbeiten die Vielfalt ihres experimentellen Schaffens zwischen Malerei, Literatur, Fotografie, Textilkunst, Super-8-Film, Performance und Aktionen im öffentlichen Raum – und versteht sich als Impuls für die überfällige breitere Rezeption dieser wegweisenden Künstlerin.

 

Kuratiert von Julia Grosse, strategische und konzeptionelle Beratung und Entwicklung, Gropius Bau, mit Christopher Wierling, Assistenzkurator, Gropius Bau, Konzept: Julia Grosse und Franziska Schmidt, Leitung Kommunale Galerien Tempelhof-Schöneberg

 

Gabriele Stötzer: Dabei sein und nicht schweigen wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

 

Standort
Standort
Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin
Öffnungszeiten
Montag12:00–19:00
Dienstaggeschlossen
Mittwoch12:00–19:00
Donnerstag12:00–19:00
Freitag12:00–19:00
Samstag10:00–19:00
Sonntag10:00–19:00
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