Hamburg
Museum

Hamburger Kunsthalle

Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg

Die drei, nahe der Alster gelegenen, markanten Gebäude der Hamburger Kunsthalle beherbergen eine der wichtigsten öffentlichen Kunstsammlungen Deutschlands. Die Kunsthalle ist eines der wenigen Museen, das einen Rundgang durch acht  Jahrhunderte Kunstgeschichte ermöglicht. Sie ist ein exzellenter Ort, um Zusammenhänge zu entdecken und neue, überraschende Einblicke zu gewinnen. In der Präsentation der renommierten Sammlungsbestände und Wechselausstellungen werden die Entwicklungen der Kunst vom Mittelalter bis heute gezeigt.

 

Mehr als 700 Werke sind ständig ausgestellt. Schwerpunkte bilden die norddeutsche mittelalterliche Malerei mit den Altären von Meister Bertram und Meister Francke, die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts, die deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts mit den umfangreichen Werkgruppen von Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge, Adolph Menzel und Max Liebermann sowie die Klassische Moderne mit Werken von Max Beckmann, Wilhelm Lehmbruck, Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch und Paul Klee. Im Bereich der zeitgenössischen Kunst geben unterschiedliche Positionen der Hamburger Kunsthalle eine gewichtige Stimme im aktuellen Kunstgeschehen. Neben Ausstellungen finden Sie Künstler:innen der exzellenten Sammlung – wie z.B. Bruce Nauman, Gerhard Richter, Rosemarie Trockel und Sigmar Polke – in thematisch angelegten wechselnden Präsentationen. Das Kupferstichkabinett der Kunsthalle gehört mit seinen mehr als 130.000 Zeichnungen und Druckgraphiken und der durchgehend hohen Qualität dieser Sammlung zu den bedeutendsten in Deutschland. Im Harzen-Kabinett präsentiert ist stets eine Auswahl der reichen Bestände zu sehen, im Studiensaal des Kupferstichkabinetts können Sie sich einzelne Blätter vorlegen lassen.

 

Neben der Sammlung erregt die Hamburger Kunsthalle international Aufmerksamkeit mit hochkarätigen Sonderausstellungen, die jährlich hunderttausende Besucher:innen in die Hansestadt locken. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Vermittlung der Museumsinhalte für alle Altersgruppen. So gehört die Kunsthalle beispielsweise zu den größten Anbietern außerschulischen Lernens in Hamburg. 

 

Durch das 2016 abgeschlossene Modernisierungsprojekt, das Dank einer außerordentlichen Spende der Dorit & Alexander Otto Stiftung in Höhe von 15 Millionen Euro ermöglicht wurde, verfügt die Hamburger Kunsthalle über zusätzliche Serviceeinrichtungen. Der Museumsshop direkt am Eingang bietet eine große Auswahl an Kunstbüchern, Plakaten, Postkarten und Designobjekten. Zum Verweilen lädt ein DAS LIEBERMANN, eines der schönsten Museumscafés Deutschlands. Ausblicke auf die Stadt und die Alster bietet das Café-Restaurant THE  CUBE in der Galerie der Gegenwart.

Veranstaltungen und Ausstellungen

01.01.20 - 31.12.26

MAKING HISTORY – Hans Makart und die Salonmalerei des 19. Jahrhunderts

Mit MAKING HISTORY wagt die Hamburger Kunsthalle einen fulminanten Sprung zurück in die Geschichte: das größte Gemälde des Museums – Der Einzug Karls V. in Antwerpen (1878) von Hans Makart (1840–1884) – bildet den Mittelpunkt einer Präsentation, bei der die Besucher:innen eine plastische Vorstellung der Diversität und Widersprüchlichkeit in der Kunstentwicklung des 19. Jahrhunderts erleben können. Nach vier Jahren ist das 50m² große Skandalbild des österreichischen Malers, das seit seiner Erstpräsentation die Betrachter:innen in den Bann gezogen hat, erstmals wieder zu sehen. 1879 für die Hamburger Kunsthalle erworben zählt es immer noch zu den wichtigsten Identifikationsbildern des Museums und gilt als einer der Höhepunkte in der Malerei des Historismus. Gemeinsam mit diesem Werk werden 60 weitere Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Kunsthalle in dem repräsentativen Makart-Saal gezeigt, darunter viele Gründungsbilder des 1869 eröffneten Hauses. Das Werk Cromwell vor dem Sarge Karls I. (nach 1831) von Paul Delaroche (1797–1856) wurde 1846 etwa mit der Auflage gestiftet, ein öffentliches Museum in Hamburg zu gründen. Und Friedrich Karl Hausmanns (1825–1886) Galilei vor dem Konzil (1861) wurde der Kunsthalle zur Grundsteinlegung 1863 geschenkt.

 

Der Makart-Saal, als Auftaktsaal des Rundgangs durch die Museumssammlung, soll in Zukunft alle Besucher:innen sensibilisieren, die ausgestellten Werke ebenso genussvoll wie kritisch zu lesen. Was früher für richtig befunden wurde, muss den heutigen Vorstellungen nicht mehr entsprechen, kann aber helfen die eigenen Sichtweisen zu hinterfragen.
Durch eine völlig neue Rauminszenierung soll sich auf die Besucher:innen das Galerieambiente des 19. Jahrhunderts übertragen: Mit Bezugnahme auf historische Sammlungspräsentationen erstrahlen die Kunstwerke – die teils 100 Jahre lang nicht mehr zu sehen waren – in blockartiger Hängung auf einer samtenen Wandbespannung.

 

Die ausgestellten Werke sind in verschiedene thematische Ensembles gegliedert:
Die starke Präsenz der Historienmalerei verdeutlicht den Aufschwung, den gerade diese Gattung im Laufe des 19. Jahrhunderts erlebte. Ihren Grund hat dies in der politisch angespannten Situation in Europa mit den steten Wechseln von revolutionären und restaurativen Tendenzen. Insbesondere drei Gemälde von Paul Delaroche (1797–1856), einem der bedeutendsten Historienmaler seiner Zeit, verdeutlichen die Neuausrichtung des Geschichtsbildes: Seine Herrschergestalten zeigt er als nahbare und nachdenkliche Individuen. Von den akribisch ausgearbeiteten Genreszenen geht ebenfalls eine starke Suggestionskraft aus. Sie nehmen die Betrachter:innen mit auf eine Zeitreise in die römische Antike, wie in den Werken von Lawrence Alma-Tadema (1836–1891), oder ins französische Rokoko bei Ernest Meissonier (1815–1891). Die Geltung der Antike als Form- und Stoffreservoir für die Kunst hatte das gesamte 19. Jahrhundert über Bestand. Dominiert wird dieser Themenkomplex von Anselm Feuerbachs (1829–1880) großformatigem Gemälde Das Urteil des Paris (1870). Die auffällige Präsenz von Arbeiten, die Gefühle zum Thema haben, steht ebenfalls in Verbindung mit dem damaligen Wunsch nach einer emotionalen Involvierung, beispielhaft dafür sind Die barmherzigen Schwestern (1859) von Henriette Browne (1829–1901). Zugleich reagierte die Genremalerei mittels aktueller Themen, wie etwa Karl Schlesinger (1825–1893) mit dem Gemälde Auswanderer setzen über (1851), auf die neue soziale Realität. Bedingt durch Kriege, Hungersnöte und Arbeitslosigkeit sahen sich um die Jahrhundertmitte Hunderttausende Menschen veranlasst, Europa zu verlassen. Mit dem heutigen Blick auf diese Malerei werden Parallelen zu den gegenwärtig medial vermittelten Bildern von Flüchtlingsbooten virulent. Eine Gruppe vornehmlich englischer Künstler richtete ihren Blick oftmals auf den Nahen Osten. Getragen von dem Wunsch, die für westliche Augen fremde Welt möglichst schillernd vorzustellen, ist die »Orientmalerei« zugleich Zeugnis einer eurozentrischen Sicht auf die arabisch-islamische Kultur. Diese Werke gehen maßgeblich auf die bedeutenden Stiftungen von Gustav Christian Schwabe (1886) und Freiherr Johann Heinrich von Schröder (1910) zurück, dank derer die Hamburger Kunsthalle noch heute über eine der größten Sammlungen an englischer Malerei des 19. Jahrhunderts auf dem europäischen Kontinent verfügt. Den Abschluss bilden die imposanten Landschaftsdarstellungen von Oswald Achenbach (1827–1905) und seinen Zeitgenossen, die mit der Etablierung des Impressionismus um die Jahrhundertwende bald nicht mehr gefragt waren.

 

Der begleitende Katalog bildet sämtliche präsentierten Werke ab, stellt sie in Einzelkommentaren vor und steckt in Form von einführenden Essays den jeweiligen Zeithorizont ab (Michael Imhof Verlag, 176 Seiten, deutsche Ausgabe, 25 Euro). Die Publikation ist unter www.freunde-der-kunsthalle.de und im Museumsshop und erhältlich. Zur Begleitung des Ausstellungsbesuches sowie zur Vor- und/oder Nachbereitung steht in der App der Hamburger Kunsthalle eine Audiotour kostenfrei zum Download bereit (4 Euro mit Leihgerät). Sie stellt 14 Werke sowie den Einzug Karls V. in Antwerpen vor, zu dem man zusätzlich als Augmented Reality-Anwendung animierte Informationen zu einzelnen Figuren des Gemäldes abrufen kann. Zu der Vermittlung der Ausstellung gehört außerdem ein Begleitheft, das über die thematischen Stränge des Raumes informiert und kostenfrei mitgenommen werden kann. Zusätzlich beantwortet dieses Heft im Raum platzierte kritische Fragen, die den Besucher:innen Denkanstöße geben sollen. Zwei Bücher im Saal – Makart Damals und Makart Jetzt – lassen die ambivalente Rezeption des Makart-Gemäldes von seinen Anfängen an nachvollziehen und fordern die Besucher:innen auf, diese aus unserer heutigen Sicht fortzuschreiben. Dazu kann auch der Hashtag #MakartNow in den sozialen Medien genutzt werden. Anlässlich von MAKING HISTORY und der damit verbundenen Neugestaltung des Makart-Saals entstand zudem der Film 50 Quadratmeter Zumutung, der die Genese des Projektvorhabens, die Freilegung des eingehausten Monumentalgemäldes sowie seine Restaurierung und Neupräsentation dokumentiert und Besucher:innenreaktionen einwebt (25 min). Der Film wird ab Ende Oktober 2020 in der Kunsthalle zu sehen sein.

29.10.21 - 14.11.27

IMPRESSIONISMUS – Deutsch-französische Begegnungen

Mit rund 70 Exponaten – Gemälden, Plastiken – nimmt die Ausstellung den bedeutenden Bestand an Werken des Impressionismus in der Hamburger Kunsthalle in den Blick, um diesen in einem größeren globalen Zusammenhang zu zeigen. Vor dem Hintergrund wiedererstarkender Nationalismen stellt sich dabei auch die Frage, ob es heute noch sinnvoll ist, den Impressionismus in nationale Kategorien einzuteilen – und, falls ja, was daraus für unser Denken und Empfinden resultiert.

Die Stilrichtung des Impressionismus steht meist synonym für Frankreich: für Künstler wie Édouard Manet, Claude Monet oder Auguste Renoir, für liebliche, helle und farbenfrohe Werke, die oft Szenen im Freien zeigen, oder für eine serielle Auseinandersetzung mit Heuschobern, Kirchenfassaden und Seerosenteichen im Spiel unterschiedlicher Lichtstimmungen zu verschiedenen Tages- oder Jahreszeiten. Dass der Konnex aus ›Impressionismus und Frankreich‹ in dieser Exklusivität nicht greift, zeigt bereits ein flüchtiger Blick auf andere Länder, in denen sich der Impressionismus zwar in zeitlicher Verzögerung, aber durchaus eigenständig entfaltete. In Deutschland zählt u.a. das bekannte und schon zu Lebzeiten so benannte »Dreigestirn« aus Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt zum Impressionismus. Schon zeitgenössische kunstwissenschaftliche Stimmen der Bewegung fassten sie zumindest als europäisches Phänomen auf.

 

Büßte der Impressionismus in seinem Geburtsland Frankreich spätestens mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs an Bedeutung ein, reichten in Deutschland, gerade auch im Rahmen von Akademien, impressionistische Strömungen bis weit in die 1920er-Jahre hinein. Gleichzeitig setzten sich mit Fritz Wichert (Kunsthalle Mannheim), Hugo von Tschudi (Nationalgalerie Berlin und Neue Pinakothek München), Gustav Pauli (Kunsthalle Bremen und Hamburger Kunsthalle) sowie Alfred Lichtwark (Hamburger Kunsthalle) führende Museumsdirektoren für diese Malerei ein, die dadurch Eingang in öffentliche Sammlungen fand.

 

Die Neupräsentation der Werke des Impressionismus beleuchtet sowohl die Unterschiede zwischen den deutschen und französischen Vertretern als auch deren Gemeinsamkeiten. Dabei gilt es auch zu fragen, mit welchen Themen sich die Maler rechts und links des Rheins beschäftigten, woher ihre wesentlichen Impulse stammten, welche Wechselwirkungen visuell und historisch nachvollziehbar sind. Als thematische Gruppen innerhalb der Schau dienen die Kapitel »Porträt«, »Landschaft«, »Inszenierte Figur«, »Stadt und Freizeit« sowie »Stillleben«.

 

Die »deutsch-französischen Begegnungen« sind als integraler Bestandteil des Sammlungsrundgangs in der Hamburger Kunsthalle konzipiert. Dank einer neuen attraktiven Gestaltung sind die fünf zentralen Säle im Obergeschoss der Lichtwark-Galerie zugleich zu einem eigenen inhaltlichen Bereich verbunden und laden so zum Verweilen und Schauen ein.

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Publikation. Die Aufnahme der Neupräsentation in die App der Hamburger Kunsthalle – auch mit kurzen Videoclips zu einzelnen Werken oder Werkpaarungen – führt das Thema zudem in den digitalen Raum. Die Zweisprachigkeit der App und das Erscheinen ihrer Inhalte auf der Homepage gewährleistet eine allgemeine, überregionale Zugänglichkeit und bindet alle Interessierte unmittelbar in den Diskurs ein.

 

Kurator:innen: Dr. Karin Schick und Dr. Markus Bertsch

Wissenschaftliche Assistent:innen: Selvi Theresa Göktepe und Jasper Warzecha

24.04.26 - 11.04.27

SKULPTURAL – Die neuen Galerien

Mit »SKULPTURAL. Die neuen Galerien« präsentiert die Hamburger Kunsthalle erstmals umfassend ihre Skulpturensammlung und das in einer medien- und epochenübergreifenden Schau: Auf 1.500 m² entfaltet sich ein Parcours mit fast 1.000 großen und kleinen Skulpturen, Reliefs, Gemälden, Grafiken, Fotografien, Raum- und Videoinstallationen aus 2.500 Jahren Bildgeschichte in überraschenden Gegenüberstellungen – von der Antike bis zur Gegenwart, von der zweiten zur dritten Dimension, von Miniatur bis monumental. 

 

Ein besonderer Fokus gilt dem neu entdeckten Sammlungsschatz: den Kleinstskulpturen – »sculptures en miniature«, wie sie der erste Direktor Alfred Lichtwark nannte. Rund 650 Spitzenwerke der Münz-, Medaillen- und Reliefkunst aus Gold, Silber und Bronze sind Teil der Schau. Diese Neuentdeckungen begegnen Meisterwerken aller Medien, so den überlebensgroßen Plastiken von Auguste Rodin oder Aristide Maillol, den Reliefs von Käthe Kollwitz oder Skulpturen von Elena Luksch-Makovsky. Antike Porträts treten in Dialog mit zeitgenössischer Fotografie, Tierplastiken von Edgar Degas begegnen zeitgenössischen Videoarbeiten, klassizistische Idealfiguren treffen auf Körperabgüssen der Pop-Art. Diese Begegnungen finden in modernisierten und umfassend gestalteten neuen Skulpturengalerien statt. 

 

Die Präsentation baut auf dem Forschungsprojekt »Von der zweiten zur dritten Dimension« auf, in dem rund 6.000 Münzen, Medaillen und Plaketten erstmals gesichtet, restauriert, digitalisiert und in ihren Kontexten erforscht werden. Damit wird der Bestand der Skulpturensammlung der Hamburger Kunsthalle um eine Vielzahl von Objekten von der Antike bis in die Moderne ergänzt. Zur Eröffnung werden erstmals ausgewählte Münzen, Medaillen und Plaketten über die Sammlung Online der Kunsthalle und im Portal ikmk (Interaktive Kataloge der Münzkabinette) öffentlich zugänglich.

 

 

Künstler:innen (Auswahl)

 

Marina Abramović, Lawrence Alma-Tadema, Eleanor Antin, Karel Appel, Hans Arp, Ernst Barlach, Joseph Beuys, Arnold Böcklin, Victor Bonato, Louis Alexandre Botté, Maximilian Bourgeois, Constantin Brancusi, Thorsten Brinkmann, François-Rupert Carabin, Anne Marie Carl-Nielsen, Jean-Baptiste Carpeaux, Giovanni Cavino, Jules-Clément Chaplain, Henri Chapu, Alexandre Charpentier, Jean Carriès, Roert Cauer d. Ä., Charles Henri Joseph Cordier, David d’Angers, Sebastian Dadler, Salvador Dalí, Aimé Jules Dalou, Maximilian Dasio, Edgar Degas, Daniel Dupuis, Henri Dubois, Marcel Duchamp, Julius von Ehren, James Ensor, Peter Friedl, August Gaul, Alberto Giacometti, Julio González, Anton Graff, Geneviève Granger, Henri Charles Guérard, Friedrich Hagemann, Mona Hatoum, Armand Francois-Joseph Henrion, Adolf von Hildebrand, Johann Georg Hinz, Jacob Jacobs, Juriaen Jacobsz, Max Klinger, Wilhelm Lehmbruck, Daniel Friedrich Loos und Friedrich Wilhelm Loos, Heinrich Kautsch, Fernand Khnopff, Käthe Kollwitz, Max Klinger, Eva Kmentová, Jannis Kounellis, Elena Kovylina, Henri Laurens, Maria Lassnig, Alphonse Eugène Lechevrel, Elena Luksch-Makowsky, Aristide Maillol, Marino Marini, Ewald Mataré, Henri Matisse, Adolph Menzel, Franz Xaver Messerschmidt, Olaf Metzel, Mariella Mosler, Bruce Nauman, Shririn Neshat, Ivan Pinkava, Victor Peter, Antonio Pisanello, Pablo Picasso, Hubert Ponscarme, Laure Prouvost, Christian Daniel Rauch, Man Ray, Hans Reinhart d. Ä., Johann Reteke, Germaine Richier, Jean Désiré Ringel d'Illzach, Pierre Roche, Auguste Rodin, Oscar Roty, Thomas Ruff, Otto Sigismund Runge, Johann Gottfried Schadow, Peter Sadofsky, Anton Scharff, Janet Scudder, Georges Segal, Jiri Seifert, Jaroslava Severová, Renée Sintenis, Daniel Spoerri, Christian Friedrich Tieck, Adriaen Valck, Mary Warburg, Hannah Wilke, Ovide Yencesse u. a.

21.08.26 - 10.01.27

Carrie Yamaoka – Maria Lassnig Preis

Die Hamburger Kunsthalle zeigt erstmalig in Deutschland eine Einzelausstellung der Künstlerin Carrie Yamaoka (*1957). Die Präsentation im Lichthof der Galerie der Gegenwart findet anlässlich der Auszeichnung der in New York lebenden, multidisziplinär arbeitenden Künstlerin mit dem Maria Lassnig Preis statt. In ihrer künstlerischen Arbeit interessiert sich Yamaoka für veränderliche Materialien und Oberflächen, oft kombiniert sie beispielsweise Fotografie mit Texttafeln und spiegelnden Bildträgern. Außerdem spielen chemische Prozesse und flüchtige Transformationen eine wichtige Rolle in ihrem Werk und hinterfragen die Möglichkeiten von Aufzeichnung und Dokumentation. Mitunter verändert die Künstlerin ihre früheren Arbeiten nach einigen Jahren erneut und stellt damit Vorgaben hinsichtlich der chronologischen Entwicklung eines künstlerischen Œuvres infrage. Die spiegelnden Oberflächen ihrer zwischen Bild, Fotografie und Skulptur changierenden Werke lassen Raum, Licht und Betrachtende in sich stetig ändernden Perspektiven und Erscheinungsformen ineinanderfließen. 

 

Yamaoka wurde im US-Bundesstaat New York geboren und wuchs zum Teil in Japan auf. Sie ist Mitglied des queeren Kunstkollektiv Fierce Pussy, das sie Anfang der 1990er-Jahre mitbegründete. Das bis heute aktive Kollektiv entstand inmitten der Aids-Epidemie und der politischen Mobilisierung für die Rechte der LGBTQI+-Community.

 

Kuratorin: Dr. Brigitte Kölle (Leitung & Ausstellungskuratorin Kunst der Gegenwart)

Assistenzkuratorin: Michelle Adler

04.09.26 - 30.05.27

This is the Modern World – Durchbrüche in der Kunst 1900–1960

THIS IS THE MODERN WORLD. Durchbrüche in der Kunst 1900–1960 ist eine Neuinterpretation der Sammlung Moderne, die mit mehr als 3.000 Gemälden, Skulpturen, Fotografien, Graphiken und Zeichnungen zu den bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst in Deutschland zählt. Anhand von ca. 125 ausgewählten Werken – darunter bekannte Highlights und besondere Neuzugänge – verdeutlicht die Präsentation die Fülle an neuen Ideen und Ansätzen sowie den Bruch mit bestehenden Traditionen in der Kunst dieser sechs Dekaden, das von außergewöhnlichen Umwälzungen in Kultur und Gesellschaft geprägt war.

 

Gezeigt wird die Vielgestaltigkeit der Ansätze innerhalb der verschiedenen Strömungen der Moderne. Dazu zählen ikonische Werke des Expressionismus wie von den Künstlergruppen »Brücke« und »Der Blaue Reiter« sowie von Maler:innen der École de Paris wie Sonia Delaunay-Terk, Georges Braque und Pablo Picasso. Zu sehen sind Positionen der Pionier:innen der frühen Moderne wie Edvard Munch, Paula Modersohn-Becker, Lovis Corinth, Max Beckmann und Anita Rée. Ebenfalls vertreten sind Beispiele der Bauhaus-Schule, des Surrealismus, Werke des psychologisch aufgeladenen Realismus der Neuen Sachlichkeit sowie des Informel der Nachkriegszeit. Die Werke thematisieren neue Stile von Abstraktion und Darstellung sowie sich wandelnde Verständnisse von Natur und Technik, Gesellschaft und menschlicher Existenz, beeinflusst von Psychologie, Philosophie und Politik – einschließlich der NS-Ideologie. Eine Galerie zu Hamburger Künstler:innen ergänzt die internationale Moderne um regionale Perspektiven. Im Verlauf der Schau bieten wechselnd präsentierte Zeichnungen, Drucke und Fotografien des Kupferstichkabinetts Einblicke in Arbeitsmethoden der Künstler:innen.

 

Kurator: Toby Kamps (Leitung & Ausstellungskurator Moderne)

Wissenschaftliche Volontärin: Angelina Isaak

09.10.26 - 21.02.27

David Novros – Painting

David Novros (*1941 in Los Angeles, Kalifornien) ist sowohl für seine großen, farbintensiven Gemälde auf unregelmäßig geformten, mehrteiligen Leinwänden bekannt, als auch für seine ortsspezifischen Werke, die über den eigentlichen Bildraum hinauswirken und den architektonischen Kontext der Umgebung einbeziehen. Die Hamburger Kunsthalle plant für den Herbst 2026 die bis dato umfassendste Retrospektive seines Werkes, das sie auf zwei Ebenen der Galerie der Gegenwart in einer großen Ausstellung mit 40 großformatigen, teilweise monumentalen Gemälden, Kupferreliefs und Arbeiten auf Papier präsentiert.

 

Der in New York lebende Maler zählt zu den wichtigsten US-amerikanischen Malern der Gegenwart. Seine Arbeiten wurden erstmals 1965 in einer Doppelausstellung mit Mark di Suvero in der Park Place Gallery gezeigt und 1966 in die einflussreiche Ausstellung »Systemic Painting« im Solomon R. Guggenheim Museum in New York aufgenommen. Seine Werke befinden sich heute in den renommiertesten nordamerikanischen Sammlungen, darunter dem Museum of Modern Art in New York, dem Metropolitan Museum, dem Art Institute in Chicago, dem Whitney Museum of American Art in New York, dem Los Angeles Museum of Contemporary Art, dem Dallas Museum of Fine Art und dem Museum of Fine Arts in Houston.

 

Die Hamburger Kunsthalle erhielt 2021 als Geschenk der Sammlung Lafrenz das monumentale, mehrteilige Werk Four Seasons aus dem Jahr 1974 und erwarb 2024 das Gemälde Boathouse von 2014. Die beiden Werke sind der Anlass, David Novros zu seinem 85. Geburtstag eine Werkschau auszurichten. Die Ausstellung zeigt Werke aus 60 Jahren künstlerischer Entwicklung, unter anderem mit Leihgaben aus zahlreichen nordamerikanischen Museumssammlungen.

 

Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit dem Künstler.

 

 

Kurator:innenteam

 

Toby Kamps

Prof. Dr. Alexander Klar

Ifee Tack

Standort
Standort
Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–21:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
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