Die Julia Stoschek Collection ist eine der weltweit größten Privatsammlungen für zeitbasierte Kunst. Ihr Anliegen ist die öffentliche Präsentation, Förderung, Konservierung sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung medialer und performativer künstlerischer Praktiken.
Ausgehend von den ersten künstlerischen Experimenten mit Bewegtbild der 1960er- und 1970er-Jahre liegt der Fokus der Sammlung auf zeitgenössischen Positionen und umfasst mittlerweile über 870 Kunstwerke von 290 internationalen Künstler:innen.
Neben zeitbasierten Werken – Video, Film, Einkanal- und Mehrkanal-Videoinstallationen, Multimedia-Environments, Performance-, Klang- und Virtual-Reality-Arbeiten – ergänzen Fotografie, Skulptur und Malerei die Sammlung. Diese trägt der stetig fortschreitenden technologischen Konvergenz Rechnung und zeichnet sich durch einen interdisziplinären Ansatz aus; in ihrer Heterogenität ist der Sammlungsbestand einzigartig.
Seit 2007 werden die Kunstwerke der in der Sammlung vertretenen Künstler:innen in Einzel- und Gruppenausstellungen in der Julia Stoschek Collection in Düsseldorf (JSC Düsseldorf) präsentiert. 2016 eröffnete ein zweiter Ausstellungsraum in Berlin (JSC Berlin). Beide Standorte können am Wochenende und nach Vereinbarung besucht werden. Ein vielfältiges Vermittlungsprogramm, das Führungen, Performances, Screenings, Vorträge, Künstlergespräche und Workshops beinhaltet, ermöglicht einer breiten Öffentlichkeit sowie einem Fachpublikum eine Auseinandersetzung mit zeitbasierter Kunst auf verschiedenen Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven. Die Vermittlung und Zugänglichkeit des Sammlungsbestandes ist eine zentrale Aufgabe der Julia Stoschek Collection. So wird seit Herbst 2019 der Bestand schrittweise online publiziert, mit dem Ziel, eine öffentlich zugängliche digitale Plattform für die Sammlung zu schaffen.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Mark Leckey: Enter Thru Medieval Wounds
Auf drei Etagen zeigt die Julia Stoschek Foundation in Berlin mehr als 40 Werke des britischen Künstlers Mark Leckey.
Die Julia Stoschek Foundation freut sich, ab dem 11. September 2025 eine der bislang umfangreichsten Einzelausstellungen des britischen Künstlers Mark Leckey (geb. 1964, Birkenhead, Großbritannien) in Berlin zu präsentieren. »Enter Thru Medieval Wounds« verbindet Videoarbeiten aus der Julia Stoschek Collection aus den Jahren 1999 bis 2010 mit neueren Werken und bietet einen umfassenden Einblick in Leckeys künstlerisches Schaffen.
Ausgehend von wegweisenden Arbeiten aus der Sammlung wie Leckeys ikonisch gewordener Auseinandersetzung mit britischer Ravekultur Fiorucci Made Me Hardcore (1999) und Cinema-in-the-Round (2006–08), für die er 2008 den renommierten Turner Prize gewann, beschäftigt sich »Enter Thru Medieval Wounds« mit Zusammenhängen von Pop- und Jugendkultur, sozialer Klasse und Technologie seit den 1970er-Jahren bis heute. Seit fast 30 Jahren verfolgt Leckey, wie zeitgenössische Medien unsere Wahrnehmung, Erinnerung und unser Begehren formen – und macht diese Prozesse sichtbar.
Der Ausstellungstitel »Enter Thru Medieval Wounds« spiegelt Leckeys Faszination für mittelalterliche Ikonografie und die Funktion von Bildern jenseits bloßer Repräsentation wider. In seinen Arbeiten – vor allem Video, Skulptur und Sound – greift er auf vertraute Objekte und Umgebungen zurück, etwa Bushaltestellen, Autobahnbrücken oder andere urbane Referenzen. Er zeigt, wie sich Erinnerung und Vorstellungskraft über die physische Welt legen und wie digitale Bilder zirkulieren, zerfallen und in veränderter Form wiederkehren.
Mit seinem vielschichtigen Werk an der Schnittstelle von bildender Kunst, Musik, Popkultur und Technologie hat Leckey eine künstlerische Sprache geschaffen, die heute für viele jüngere Medienkünstler:innen wegweisend ist.
Künstler:innenliste
Mark Leckey
Eröffnung: 10. September 2025, 18–22 Uhr

