Hannover
Museum

Kestner Gesellschaft

Goseriede 11, 30159 Hannover

Zeitgenössisch, international und vielfältig: Die Kestner Gesellschaft zählt zu den größten deutschen Kunstvereinen. Seit über 100 Jahren verfolgt sie das Ziel, aktuelle, internationale Kunst nach Hannover zu bringen. Dabei werden die Hallen des ehemaligen Goseriedebads regelmäßig zum Schauplatz umfassender Gruppen- und Einzelausstellungen. Mit bisher über 700 Ausstellungen hat sie die nationale und internationale Kunstszene geprägt und setzt beständig neue Impulse.

 

Um aktuelle künstlerische Positionen für alle erfahrbar zu machen, werden die Ausstellungen von einem vielfältigen Vermittlungsprogramm für verschiedene Altersgruppen begleitet. Von kostenfreien Führungen, über spannende Vorträge bis hin zu kreativen Workshops bietet die Kestner Gesellschaft viele Möglichkeiten, der Kunst zu begegnen. Darüber hinaus erweitert sie ihre Angebote zunehmend in den digitalen Raum und gestaltet so den digitalen Wandel aktiv mit.

Veranstaltungen und Ausstellungen

29.08.26 - 15.11.26

Min Yoon – A Pronoun of B

Im Sommer und Herbst 2026 präsentiert die Kestner Gesellschaft mit A Pronoun of B die erste umfassende Einzelausstellung des koreanischen Künstlers Min Yoon. In Installationen, Skulpturen und Zeichnungen setzt sich Yoon mit den Bedingungen künstlerischer Produktion vor dem Hintergrund seiner eigenen Herkunft auseinander. Der Titel A Pronoun of B bildet dabei einen poetischen wie konzeptuellen Ausgangspunkt für Überlegungen zu Sprache, Identität und Raum – Themen, die nicht nur mit Yoons persönlicher Biografie in Resonanz stehen, sondern auch mit übergeordneten globalen Fragen von Migration, kultureller Hybridität und sozialer Zugehörigkeit. Er verweist auf den etymologischen Ursprung des Buchstabens »B«, der aus der phönizischen Schrift hervorgegangen ist und »Haus« beziehungsweise »Innenraum« bedeutet. Daran anknüpfend untersucht Yoon in zwei raumgreifenden, ortsspezifischen Installationen die Komplexität des Begriffs »Zuhause« – sowohl als privaten Rückzugsort als auch als kollektive, soziale Institution.

 

Zugleich führt er das Motiv des Vermessens als wiederkehrendes Element ein: die Vermessung von Raum, Zeit und sozialen Konstruktionen. Was bedeutet ein „Haus“ heute? Ist es ein Ort des Schutzes und der Zugehörigkeit, ein Behälter für Erinnerungen und Familie oder ein ökonomisches Gut? Und wie verschieben sich diese Bedeutungen im Kontext von Migration, Vertreibung und globalisiertem, urbanem Leben?

 

Im Ausstellungsraum wird seine Malereiserie Decorated Banned Children Books präsentiert. Diese bezieht sich auf die Sammlung verbotener Kinderbücher des Künstlers aus Schulen in Südkorea und den USA und setzt sich mit den inhaltlichen und gesellschaftlichen Dimensionen von Zensur auseinander.

 

Min Yoon (geb. 1986, lebt in Wien, AU) studierte von 2011 bis 2018 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Einzelausstellungen realisierte Yoon u. a. in der Kestner Gesellschaft (2026); der Galerie Francesca Pia, Zürich (2024); der Galerie Lars Friedrich, Berlin (2023), und im Neuer Essener Kunstverein (2021). Seine Arbeiten waren im Frühjahr 2026 in Gruppenausstellungen im Art Sonje Center, Seoul, sowie in der Kunsthalle Wien zu sehen – davor u. a. in der Secession, Wien (2024), und im Bundeskanzleramt, Wien (2023). Er ist in den internationalen, öffentlichen Sammlungen des Art Sonje Center, Seoul; mumok (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien); und Wien Museum vertreten.

29.08.26 - 15.11.26

Karimah Ashadu – Crystalline

Mit Crystalline präsentiert die Kestner Gesellschaft die erste institutionelle Einzelausstellung der im Vereinigten Königreich geborenen, nigerianischen Künstlerin und Filmemacherin Karimah Ashadu in Deutschland. Ihre malerische Ausbildung prägt bis heute ihren Blick: In Filmen, Skulpturen und Fotografien verbindet sie ein ausgeprägtes Gespür für Farbe, Komposition und Form mit der beweglichen, flüchtigen Dynamik ihrer Kamera. Ashadu ist zwischen dem Vereinigten Königreich und Nigeria aufgewachsen, und diese doppelte Verortung trägt ihr cineastisches Werk, das Körper und Landschaften, Nähe und Distanz miteinander verhandelt. Im Mittelpunkt stehen urbane Subkulturen, alltägliche Arbeit und informelle Ökonomien – eingebettet in den sozioökonomischen und kulturellen Kontext Nigerias und seiner Diaspora, den die Künstlerin in einen bewussten Dialog mit Deutschland setzt. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie nicht zuletzt bei der 60. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia (2024), wo sie mit dem Silbernen Löwen als vielversprechende junge Teilnehmerin ausgezeichnet wurde. Seither gilt sie als eine der bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen Kunst.

 

Crystalline versammelt ältere und aktuelle Videoarbeiten und zeigt zugleich die Weltpremiere des eigens für die Kestner Gesellschaft produzierten Films WAVES (2026). Er zeigt den Arbeitsalltag einer informellen Autowaschanlage in Lagos, betrieben von jungen Männern, die aufgrund sozio-politischer Konflikte aus dem Norden Nigerias migriert sind – eingeklemmt zwischen dem Atlantischen Ozean und der rasanten urbanen Expansion des Stadtteils Oniru, wo Meeresflächen für Luxushochhäuser aufgeschüttet werden. Ashadu verknüpft darin Migration und Verdrängung mit der Inszenierung von Männlichkeit und der Verletzlichkeit einer prekären Arbeiterklasse; Wasser wird dabei zugleich zur knappen Ware und zum historisch aufgeladenen Symbol – der Atlantik als Zeuge kolonialer Geschichte und postkolonialer Gegenwart.

 

Karimah Ashadu (geb. 1985, lebt in Hamburg, GER) studierte von 2007 bis 2016 an der University of Reading School of Arts and Communication, Berkshire; am Chelsea College of Art and Design, London; und am De Ateliers, Amsterdam. 2026 ist sie mit einer Einzelausstellung in der Kestner Gesellschaft vertreten. Im selben Jahr wird die Ausstellung, die zuvor im Camden Art Centre in London (2025) gezeigt wurde, auch in der Renaissance Society at the University of Chicago präsentiert. Sie nahm teil an Gruppenausstellungen u. a. in der Hamburger Kunsthalle (2026); an der 18. Istanbul Biennale (2025); im MoMA PS1, New York (2025); Canal Projects, New York (2025); 60. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia (2024); in der Kunsthalle Bremen (2022); in der Bundeskunsthalle Bonn (2022); im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin (2021); und an der Taipei Biennale 2020, Taiwan. Ashadu ist Trägerin des Lichtwark-Förderpreises der Stadt Hamburg (2025); des Silbernen Löwen als vielversprechende junge Teilnehmerin der 60. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia (2024); des Preises der Böttcherstraße, Bremen (2022); und des ars viva-Preises (2020). Ashadu ist folgenden öffentlichen Sammlungen vertreten: das Art Institute of Chicago; das Museum of Modern Art, New York; sowie die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland.

Standort
Standort
Goseriede 11, 30159 Hannover
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–20:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Teilen