Schon von weitem fällt das KUNST HAUS WIEN durch seine innovative und künstlerische Gestaltung auf. Es ist das einzige von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Gebäude in Wien, das an 365 Tagen im Jahr für Besucher:innen geöffnet ist.
Das Museum und Ausstellungshaus, von Hundertwasser gegründet und KunstHausWien benannt, zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Mit hochkarätigen internationalen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst mit Fokus auf die Ökologie hat es sich als Fixpunkt innerhalb der Wiener Kulturszene etabliert.
Für Besucher:innen aus aller Welt steht das im KunstHausWien verankerte Museum Hundertwasser als größte permanente Präsentation der Werke des österreichischen Künstlers und Visionärs im Mittelpunkt. Die Dauerausstellung bietet einen einzigartigen Querschnitt durch Hundertwassers Schaffen und wird von Jung und Alt gleichermaßen als einzigartiges Besuchserlebnis geschätzt, das vielfach im begrünten Garten seinen Ausklang findet.
Mit der Präsentation von Künstler:innen, die Hundertwassers Ideen zu Ökologie und Nachhaltigkeit aufgreifen und aus heutiger Sicht transdisziplinär reflektieren, ist das KUNST HAUS WIEN zudem als erstes »grünes Museum« Plattform für global diskutierte Themen von höchster Aktualität.
Das Grüne Museum
Ein Museum ist auch ein Werteproduzent, der als öffentliche Institution eine gesellschaftspolitische Haltung zu vermitteln hat. Aus diesem Grund legt das KUNST HAUS WIEN neben der inhaltlichen Ausrichtung ebenfalls im operativen Betrieb und im Arbeitsalltag auf ein nachhaltiges Handeln Wert. Sichtbare und unsichtbare Prozesse im Museumsbetrieb werden nach höchstmöglichen ökologischen Standards durchgeführt: 1) Mit Ressourcen wird sorgsam umgegangen, 2) Reparaturen sind das Mittel erster Wahl, 3) Beim Kauf neuer Produkte wird auf lange Lebensdauer, wiederverwertete Rohstoffe, Recycelbarkeit und Umweltverträglichkeit geachtet. Im Jahr 2018 wurde das KUNST HAUS WIEN als erstes Museum mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Das Ausstellungshaus möchte hier mit Veranstaltungen und Aktionen impulsgebend für den ganzen Kulturbereich wirken.
Museum Hundertwasser
Das Museum Hundertwasser befindet sich im KUNST HAUS WIEN, das 1991 von Friedensreich Hundertwasser, einem der wichtigsten österreichischen Künstler des 20. Jahrhunderts, gegründet wurde. Es wurde ursprünglich als Heimat für das Werk Hundertwassers geplant und errichtet und zusätzlich mit Räumen für internationale Wechselausstellungen ausgestattet. Das einzigartige Museum und Ausstellungshaus am Donaukanal folgt nach wie vor den philosophischen und gestalterischen Grundsätzen des berühmten Ausnahmekünstlers.
Auf zwei Ausstellungsebenen vereint das Museum Hundertwasser die wichtigsten Aspekte seines Schaffens und zeigt die weltweit größte Sammlung seines Oeuvres mit Schlüsselwerken seiner Malerei, Originalgraphiken, Tapisserien, angewandter Kunst wie Briefmarken und Fahnen, Architekturmodellen und Zeugnissen seines ökologischen Engagements. Seltene Fotodokumente und Filme, etwa über die Geschichte seines Schiffes »Regentag«, runden den Museumsbesuch zu einem umfassenden Eindruck über Leben und Werk des Künstlers ab. Dem/der Besucher:in eröffnet sich in Wiens erstem »grünen Museum« auch das visionäre ökologische Engagement von Friedensreich Hundertwasser – als Vorreiter einer menschen- und naturgerechteren Architektur bewaldete er die Dächer seiner Architekturprojekte und schuf in Form der in die Fassade gesetzten »Baummieter« erste Beispiele von »vertikalem« Grün.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Julius von Bismarck – Normale Katastrophe
Er peitscht das Meer aus, fängt Blitze ein oder bemalt ganze Landschaften. In kraftvollen Bildern, mit technischen Erfindungen und extremen Versuchsanordnungen erkundet Julius von Bismarck die menschliche Wahrnehmung und das Verhältnis von uns Menschen zu dem, was wir »Natur« nennen. Das KunstHausWien widmet dem deutschen Künstler mit Normale Katastrophe seine erste große institutionelle Einzelausstellung in Österreich.
Getrieben von großem Experimentiergeist verbindet der Künstler wissenschaftliche Neugier mit künstlerischer Vision. Seine Fotografien, Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen sind bildgewaltig und scheuen die große Geste nicht. Ob Brände, Blitzeinschläge oder Sturmwellen – die Auseinandersetzung mit den Naturgewalten Feuer und Wasser in einer Lebensumwelt, die der Mensch zunehmend verändert, bildet den roten Faden der Ausstellung. Der Ausstellungstitel Normale Katastrophe beschreibt den Zustand einer von multiplen Krisen geprägten Gesellschaft, in der tiefgreifende ökologische und gesellschaftliche Veränderungen zur neuen Normalität werden. Neben einer Auswahl medienübergreifender Werke aus den letzten fünfzehn Jahren ist eine Serie neuer Fotoarbeiten zu sehen. Für den begrünten Innenhof des KunstHausWien entwickelte Julius von Bismarck eine ortsspezifische Intervention. Rotierende LED-Leuchten erzeugen den Eindruck, als stünden einzelne Bäume in Flammen – ein faszinierendes und gleichermaßen irritierendes Spiel mit unserer Wahrnehmung.
Julius von Bismarcks künstlerische Forschung ist handlungsorientiert, oft entstehen seine Arbeiten in direkter, körperlicher Auseinandersetzung mit Naturkräften. Die in der Ausstellung versammelten Arbeiten setzen sich mit tradierten Bildern und Narrativen der Natur auseinander: als romantisiertes Idyll, als ökonomische Ressource oder als strafende, beinahe göttliche Instanz. Diesen Vorstellungen setzt Julius von Bismarck neue Bilder entgegen, irritierend schön und von kontemplativem Charakter – beinahe lassen diese vergessen, welche gewaltigen Naturkräfte und welcher immense körperliche Einsatz sie hervorgebracht haben und machen spürbar, wie sehr unsere Wahrnehmung von Natur kulturell geprägt ist. »Meiner Meinung nach ist das, was wir über Natur denken oder wie wir Natur verstehen, sehr stark von Bildern geprägt – es heißt Landschaft, wenn Natur im Bild ist. Ich versuche, die alten, tradierten Bilder zu zerstören und neue zu schaffen,« so der Künstler.
Julius von Bismarcks künstlerische Forschung sucht dabei keine Erklärungen, sondern vielmehr Erfahrungen. Mit experimenteller Offenheit schafft er visuelle Räume, die die Grenzen tradierter Sichtweisen aufzeigen und neue Perspektiven auf das Verhältnis von Mensch und Umwelt eröffnen. Inmitten von Naturgewalten thematisiert Normale Katastrophe menschliche Hybris, Verantwortung und Handlungsmacht und fordert dazu auf, neu hinzusehen und die Folgen unseres Tuns auf die Umwelt zu hinterfragen.
Biografie
Julius von Bismarck wurde 1983 im deutschen Breisach am Rhein geboren und wuchs in Riad in Saudi-Arabien und in Berlin auf. Er lebt und arbeitet in Berlin und in der Schweiz. Sein Studium absolvierte er an der Universität der Künste Berlin, am Hunter College New York und dem von Ólafur Elíasson gegründeten Institut für Raumexperimente in Berlin. Der Künstler entwickelte bereits zahlreiche Einzelausstellungen, beispielsweise in der Berlinischen Galerie (2023), in der Bundeskunsthalle Bonn (2020) und im Palais de Tokyo in Paris (2019). Zudem nahm er an diversen internationalen Gruppenausstellungen und Biennalen teil, u. a. Abenteuer Abstraktion, Sprengel Museum Hannover (2023), Bienal do Mercosul, Porto Alegre, Brasilien, (2022), STUDIO BERLIN, Berghain, Berlin, (2020), Power to the People, Schirn Kunsthalle Frankfurt (2018), Antarktis Biennale (2017) und Architekturbiennale Venedig (2012). 2008 wurde er mit dem Prix Ars Electronica ausgezeichnet, im Jahre 2012 war er der erste Artist in Residence am Genfer CERN, der Europäischen Organisation für Nuklearforschung.
Kuratorin: Sophie Haslinger

