Die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim ist eine gemeinnützig arbeitende Einrichtung bürgerlichen Rechts, gegründet von der Stadt Rüsselsheim 2001. Zu ihren Aufgaben zählen der Erhalt der Gebäude, die Veranstaltung kultureller Projekte in Form von Ausstellungen, die Bildung und Vermittlung sowie die Förderung von Kunst.
Die Architektur der Opelvillen verleiht dem Ort eine stilvolle Atmosphäre und bietet einen repräsentativen Rahmen für die Inhalte der wechselnden Ausstellungen. Mit dem thematischen Schwerpunkt »Von der Moderne zur Gegenwart« beleuchten die seit 2003 konzipierten Ausstellungen die Entwicklung internationaler Kunst vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute. Dies spannt einen Bogen vom Erbauungszeitraum der Opelvillen bis heute und setzt die hier gezeigte Kunst in innigen Bezug zu diesem Ort.
Kunstvermittlung versteht die Stiftung als wichtigen Auftrag zur kulturellen Bildung, die für jeden offen stehen sollte. Es ist daher beabsichtigt, die Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen zu fördern, da eine aktive Mitwirkung der Besucher eine neue und zeitgemäße Verständigung über Vergangenes und Gegenwart, Kultur und Alltag, Kunst und Umwelt und vieles mehr ermöglichen kann. Individuell nach Ausstellungsthematik werden stets neue Vermittlungsprogramme für alle Altersstufen, von Kindern im Kindergartenalter bis hin zu Menschen mit Demenz, konzipiert.
Die Förderung von Kunst setzt bei jungen Nachwuchstalenten ein. Die SCHLEUSE ist seit 2005 ein Ausstellungsraum der Opelvillen zur Unterstützung von Kunststudierenden. Angehende Künstlerinnen und Künstler aus umliegenden Kunsthochschulen können ihre Werke erstmalig einem breiten Publikum präsentieren. Zusätzlich beinhaltet das Förderprogramm der Stiftung seit 2009 ein Gastatelier, das LABOR, im Untergeschoss des Hauses. Dort können junge Kreative arbeiten und ausstellen.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Hélène de Beauvoir. Mit anderen Augen sehen
Hélène de Beauvoir (1910–2001) stand lange im Schatten ihrer Schwester Simone de Beauvoir (1908–1986) – eine der großen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts und Ikone der Frauenbewegung. Ohne Zweifel beeinflusste Simone de Beauvoir Hélènes Leben und Arbeit auf eine sehr tiefgreifende Weise, dennoch steht das Werk der Malerin für sich. In der Ausstellung Hélène de Beauvoir. Mit anderen Augen sehen wird die vergessene Künstlerin und ihr vielschichtiges Werk neu bewertet werden.
Die Opelvillen präsentieren die erste museale Ausstellung zum Werk der Malerin Hélène de Beauvoir in Deutschland. Mit 177 Leihgaben aus den Jahren 1925 bis 1994 wird die gesamte Spannweite ihres Schaffens mit Kupferstichen, Aquarellen, Acrylbildern und Ölgemälden gewürdigt und dabei bislang unberücksichtigte Thematiken fokussiert. Kunst bedeutete für Hélène de Beauvoir eindeutig einen Akt der Befreiung: Herrschende Rollenbilder legte sie offen und machte in klar verständlicher Bildsprache auf die Lage der Frau aufmerksam. Bisher unbekannte Malereien erweisen sich nun als Schlüsselwerke. Die hochkarätigen Leihgaben stammen aus Frankreich, Italien, Deutschland, England und der Schweiz.
»Frauen befinden sich in der Tiger- und Mohnblumenreihe oft in Gefahr, aber ich drücke sowohl Anziehungen als auch Ängste aus«, erläutert Hélène de Beauvoir, die ab 1971 entstandene Bilder als »feministisch« bezeichnete.

