»Ein lebendiger Ort der Begegnung« zwischen Menschen und Kunst: das war die Vision von Henri und Eske Nannen für die Kunsthalle Emden. Später fand auch Otto van de Loo darin seine Vorstellungen wieder. Das Team der Kunsthalle hat diesen Gedanken zur Leitidee seiner Arbeit gemacht. Die vielen Angebote von »kunst aktiv« mit Malschule und Museumspädagogik, die Aktivitäten Freunde der Kunsthalle und auch die ständige Weiterentwicklung des Hauses, innerlich wie äußerlich, stehen dafür.
Die Kunsthalle Emden (Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo) ist ein Museum für Kunst der Moderne und Gegenwart in der Seehafenstadt Emden (Ostfriesland). Es wurde 1986 von Henri Nannen gestiftet. Durch eine Schenkung des Münchner Galeristen und Sammlers Otto van de Loo wurde die Kunstsammlung erweitert, was auch Erweiterungsbauten notwendig machte. Die Kunsthalle verfügt über etwa 1500 Bilder. 650 Kunstwerke hatte Henri Nannen bei der Gründung selbst eingebracht. Allein 368 weitere Bilder sind seit 2001 durch Ankäufe und Schenkungen hinzugekommen.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Armin Mueller-Stahl – Tag und Nacht auf der Erde
Schauspieler, Musiker, Maler und Schriftsteller Armin Mueller-Stahl (*1930 in Tilsit) zählt zu den klassischen Mehrfachbegabungen der deutschen Kulturgeschichte. In seiner Familie gehörten Malen, Schauspiel und Musizieren zum Alltag. Ab etwa 1951 entwickelt er die Malerei als eigenständige Ausdrucksform – im selben Jahr, in dem der spätere Hollywood-Star beginnt, Schauspielunterricht zu nehmen. Müller-Stahls künstlerischer Stil zeichnet sich durch eine unverwechselbare Handschrift, sicheren Strich und meisterhaften Umgang mit Farbe aus. Parallel zu seiner internationalen Schauspielkarriere schuf er ein beeindruckendes bildnerisches Werk, das bereits vielfach in Ausstellungen gewürdigt wurde.
Die Präsentation lädt dazu ein, die Vielseitigkeit dieses außergewöhnlichen Künstlers zu entdecken, der im Dezember 2025 seinen 95. Geburtstag feiert. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Museum Schloss Moyland und der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim.
Lovis Corinth – Die Sündfluth
Vor 100 Jahren starb der Maler und Grafiker Lovis Corinth (1858–1925), der zu den bedeutendsten Künstlern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zählt. Sein Werk zeigt auf beispielhafte Weise den Übergang der Kunst des 19. Jahrhunderts zur expressiven Malerei der Moderne.
Die Kunsthalle Emden präsentiert in einer kleinen Kabinettschau eine Serie von acht Zeichnungen des Künstlers aus ihrer eigenen Sammlung. Die Arbeiten sind Vorlagen für Lithografien, die Corinth 1923 unter dem Titel »Die Sündfluth« herausbrachte. Sie beziehen sich auf die biblische Erzählung aus dem 1. Buch Mose im Ersten Testament, geläufig bekannt als die Geschichte der Arche Noah. Die Arbeiten sind ein bedeutendes Beispiel des grafischen Spätwerks von Lovis Corinth und zählen zu den stillen Kostbarkeiten in der Sammlung der Kunsthalle Emden.
Die Ausstellung wird begleitet von einem museumspädagogischen Angebot, das sich vor allem an junge BesucherInnen richtet. Sie sind eingeladen sich kreativ mit der biblischen Geschichte auseinanderzusetzen und Hintergründe zur Drucktechnik der Lithografie zu erfahren.

