Emden
Museum

Kunsthalle Emden

Hinter dem Rahmen 13, 26721 Emden

»Ein lebendiger Ort der Begegnung« zwischen Menschen und Kunst: das war die Vision von Henri und Eske Nannen für die Kunsthalle Emden. Später fand auch Otto van de Loo darin seine Vorstellungen wieder. Das Team der Kunsthalle hat diesen Gedanken zur Leitidee seiner Arbeit gemacht. Die vielen Angebote von »kunst aktiv« mit Malschule und Museumspädagogik, die Aktivitäten Freunde der Kunsthalle und auch die ständige Weiterentwicklung des Hauses, innerlich wie äußerlich, stehen dafür.

 

Die Kunsthalle Emden (Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo) ist ein Museum für Kunst der Moderne und Gegenwart in der Seehafenstadt Emden (Ostfriesland). Es wurde 1986 von Henri Nannen gestiftet. Durch eine Schenkung des Münchner Galeristen und Sammlers Otto van de Loo wurde die Kunstsammlung erweitert, was auch Erweiterungsbauten notwendig machte. Die Kunsthalle verfügt über etwa 1500 Bilder. 650 Kunstwerke hatte Henri Nannen bei der Gründung selbst eingebracht. Allein 368 weitere Bilder sind seit 2001 durch Ankäufe und Schenkungen hinzugekommen.

Veranstaltungen und Ausstellungen

26.04.26 - 02.05.27

BILDER, DIE WIR LIEBEN. 40 Jahre Kunsthalle Emden

Vor 40 Jahren öffnete die Kunsthalle Emden ihre Tore. Ihre Geschichte beginnt mit der Idee, die die Kunstsammlung Henri Nannens der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aus Leidenschaft und visionärem Engagement von Henri und Eske Nannen entstand so die Kunsthalle Emden, die heute zu den wichtigsten Kunstmuseen Norddeutschlands zählt. In einer losen chronologischen Abfolge entdecken die Besucherinnen und Besucher Kunstwerke des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit, Kunst nach 1945 sowie zeitgenössische Kunst. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht, ziehen sich rund 200 Arbeiten mit gestisch-expressivem Charakter durch die Ausstellungsräume. 

 

Die Ausstellung »Bilder, die wir lieben« präsentiert wichtige Werke der Sammlung des Hauses und macht anhand dieser Auswahl zentrale Themen der Kunstgeschichte des vergangenen Jahrhunderts sichtbar. Zugleich erzählt sie von der Entstehung der Sammlung, der Entwicklung der Kunsthalle Emden und den zahlreichen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, die das Haus geprägt haben. Im Zentrum der Präsentation steht die Frage nach der persönlichen Verbindung zu einzelnen Kunstwerken: »Bildern, die wir lieben«.

 

Mit einer umfangreichen Sammlung von Kunst des 20. und des 21. Jahrhunderts sowie mehr als 150 Sonderausstellungen hieß die Kunsthalle Emden in vier Jahrzehnten über 2,5 Millionen Gäste willkommen. 2026 feiert die Kunsthalle Emden ihr 40-jähriges Bestehen. Das Jubiläum ist Anlass, zurückzublicken und zugleich Visionen für die Zukunft zu entwickeln.

 

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

15.08.26 - 28.02.27

GROSSE BUCHSTABEN, GRELLE FARBEN

Buchstaben, Worte, Sätze: In der zeitgenössischen Malerei tragen sie nicht nur wörtliche Bedeutung, sondern können zum eigenständigen Bildmotiv werden. Die Kunsthalle Emden widmet diesem Spannungsfeld eine neue Ausstellung: GROSSE BUCHSTABEN, GRELLE FARBEN (15. August 2026 – 28. Februar 2027) versammelt rund zwanzig Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler und fragt, wie Schrift im Bild wirkt: Was fügt sie dem Werk hinzu, wie wird sie gestalterisch bearbeitet? Kann Schrift uns etwas mitteilen, das sich allein in Worten nicht fassen lässt?

 

Schrift im Bild ist spätestens seit der klassischen Moderne ein kunsthistorisches Thema. Die Dada-Bewegung setzte hierfür wegweisende Impulse; auch in späteren Strömungen wie dem Neoexpressionismus und den Neuen Wilden - beides Sammlungsschwerpunkte der Kunsthalle Emden – wird Schrift zum elementaren Bestandteil des Bildes. In den versammelten Werken begegnet sie uns in vielfältigen Formen: als Zitat, als ergänzendes Element oder als eigentliches Hauptmotiv. Stets steht die gestalterische Formgebung in produktiver Spannung zum wörtlichen, sprachlichen oder symbolischen Gehalt. Die Bearbeitung und Verfremdung der Schrift wird zur künstlerischen Entscheidung.

 

Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten von Graffiti-Writerinnen und Writern, die die Künstlerin MadC als Co-Kuratorin ausgewählt hat. Diese Werke machen deutlich, dass die Schrift als gestalterisches und künstlerisches Mittel nicht nur in der modernen und zeitgenössischen Malerei, sondern ebenso im Graffiti ihre volle Wirkung entfaltet.

 

Seit den 1970er Jahren hat sich Graffiti, ausgehend von den Metropolen, zu einer weltweiten Subkultur entwickelt. Politische, gesellschaftliche, religiöse und soziologische Themen finden hier ebenso Ausdruck wie die künstlerische Gestaltung des eigenen Namens. Durch die kreative Überformung von Schrift entstehen Werke, die den urbanen Raum prägen. Kaum eine andere Kunstform hat das Erscheinungsbild moderner Städte so nachhaltig beeinflusst.

 

Lesbarkeit, Formgebung und die Spannung zwischen Zeichen und Bedeutung sind Fragen, die sich im Graffiti ebenso stellen wie in der zeitgenössischen Kunst. Mitunter folgen die gezeigten Werke einer Bildlogik, die dem Graffiti nahesteht, mitunter beziehen sie bewusst Gegenposition. Die Ausstellung eröffnet so einen vielschichtigen Dialog zwischen unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen und Ausdrucksformen.

 

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler: Norbert Bisky, Monica Bonvincini, Claudia Comte, Nadine Fecht, Shilpa Gupta, Via Lewandowsky, Stefan Marx, Olaf Metzel, Anselm Reyle, Thomas Scheibitz, Fiete Stolte, Christian Thoelke, Erwin Wurm, u.v. a.

 

Anlass der Ausstellung ist das von der Stadt Emden organisierte Event Hit the Trog vom 14. bis 16. August: An der sogenannten Trogstrecke, einer belebten Verkehrsachse im Herzen Emdens, wird eine zusammenhängende Wandfläche von 2.300 m² für mehr als 70 internationale Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler freigegeben. Die entstehenden Werke sollen dauerhaft sichtbar bleiben und den Trog als Kulturort in der Stadt etablieren.

 

Der Ausstellungstitel GROSSE BUCHSTABEN, GRELLE FARBEN ist ein Zitat aus dem Song »Füchse« der Absoluten Beginner feat. Samy Deluxe (auf: Bambule, 1998).

03.10.26 - 28.02.27

REBELLINNEN

Im Jubiläumsjahr zeigt die Kunsthalle Emden ab dem 3. Oktober 2026 die Ausstellung »REBELLINNEN« – eine Präsentation von Werken ausschließlich von Künstlerinnen, die in den Gründungsjahren der Kunsthalle Emden die Kunstszene ihrer Gegenwart beeinflussten. Geprägt von den gesellschaftlichen Strukturen und politischen Verhältnissen, wirkten ihre Arbeiten als malerische Seismographen ihrer Generation.

 

Die Ausstellung ist von der Künstlerin und Zeitzeugin Bettina Semmer co-kuratiert, die im Umfeld der Neuen Wilden in den 1980er Jahren als Künstlerin arbeitete. Sie stellt neue Fragen und beleuchtet die 1980er Jahre aus ihrer damaligen und gegenwärtigen Perspektive. Neben der Auseinandersetzung mit den Kunstwerken steht der Diskurs mit Zeitzeuginnen und Expertinnen in monatlichen Talkrunden im Mittelpunkt.

 

 

Historische Korrektur im Jubiläumsjahr

 

Die Künstlerinnen zu zeigen, bedeutet eine wichtige historische Korrektur. Die Ausstellung REBELLINNEN wird in die laufende Sammlungspräsentation »Bilder, die wir lieben« integriert: In vier Ausstellungsräumen weichen die Werke männlicher Künstler den Arbeiten der Rebellinnen. Eine Rebalance, die die Sammlung aus sich heraus nicht leisten kann – denn sie spiegelt, wie die Kunstwelt der 1980er Jahre aussah: von Männern dominiert. Die Ausstellung eröffnet den Diskurs und stellt wichtige Fragen zur Gegenwart.

 

 

Vertretene Künstlerinnen

 

Elvira Bach, Ina Barfuss, Miriam Cahn, Monika Funke Stern, Sabine Herrmann, Johanna Kandl, Jutta Koether, Käthe Kruse, Verena Kyselka, Michaela Melián, Christa Näher, Chris Reinecke, Bettina Semmer, Gabriele Stötzer, Rosemarie Trockel, Weibsbilder u.a.

Standort
Standort
Hinter dem Rahmen 13, 26721 Emden
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
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