Rostock
Museum

Kunsthalle Rostock

Hamburger Straße 40, 18069 Rostock

Die Kunsthalle war ursprünglich als reiner Ausstellungspavillon für die Präsentation der Biennale der Ostseeländer, Norwegens und Islands, welche ab 1969 alle zwei Jahre zur Rostocker Ostseewoche ausgerichtet wurde, vorgesehen. Der Gründungsdirektor, Dr. Horst Zimmermann, begann entgegen dieser Konzeption bereits im Jahr 1964 damit, eine eigene Sammlung für die Kunsthalle anzulegen, um das Haus in den darauffolgenden Jahren auch als Kunstmuseum zu etablieren. Die für ein Museum typischen Aufgabenbereiche des Sammelns, Bewahrens, Forschens und Vermittelns gehörten (und gehören auch heute noch) zu den Kernkompetenzen der Kunsthalle.

 

Neben der Biennale der Ostseeländer, Norwegens und Islands waren pro Jahr drei wissenschaftliche und sechs Kabinettausstellungen vorgesehen. Die Besonderheit des Ausstellungsprogramms zu Zeiten der internationalen Kunstausstellung der Ostseeländer war die weitestgehend unzensierte Präsentation von Kunst auch aus nicht-sozialistischen Ländern. Rostock galt in der ehemaligen DDR aufgrund seines Tourismus- und Industriehafens als »Tor zur Welt«.

 

Abseits der internationalen Biennale präsentierte die Kunsthalle eine Vielzahl von thematisch vielfältigen Expositionen. Die Schwerpunkte lagen im Bereich Kunst der Ostdeutschen Moderne (sprich Kunst aus der DDR) sowie auf den Arbeiten von skandinavischen und regionalen Künstlern. Graphik, Plastik, Design und Malerei wurde ausgestellt. Internationale Kooperationen mit Institutionen und Künstlern aus Japan, Mexiko oder Frankreich wurden vereinzelt durchgeführt. Die Kunsthalle war stark in das gesellschaftliche Leben der Stadt Rostock eingebunden.

 

Die Sammlung der Kunsthalle bestand bis zum Jahr 1990 vorwiegend aus Graphiken, Plastiken und Malereien. Der Großteil des Bestands wurde zwischen den Jahren 1964 und 1990 erworben oder der Sammlung durch Schenkungen angegliedert. Schwerpunkte dieser Sammlung bilden regionale Kunst, Werke der Ostdeutschen Moderne und aus den Ostseeanrainerstaaten. Das Konvolut der Sammlung zählte bis zum Jahre 1990 gut 500 Gemälde, 200 Plastiken und 7.000 Grafiken.

 

In der Sammlung befinden sich bis heute auch druckgrafische Werke von Otto Dix, Max Liebermann, Ernst Barlach, Käthe Kollwitz und Emil Orlik sowie Werke finnischer Künstler. Im Bereich Plastik sind beispielhaft Werke von Joachim Jastram, Fritz Cremer, Felix Droese, Hermann Glöckner und Werner Stötzer zu nennen. Selbstportraits, Landschaftsmalerei und die Abbildung des täglichen Arbeiterlebens dominieren die Werke im Malereibestand. Darunter befinden sich Gemälde von Oskar und Otto Manigk, Kate Diehn-Bitt, Rudolf Austen, Susanne Kandt-Horn und Carl Lohse.

Veranstaltungen und Ausstellungen

06.08.26 - 31.12.27

Plastik- und Skulpturendepot – Die Sammlung in der Kunsthalle Rostock

Im Schaudepot der Kunsthalle Rostock wird die Plastik- und Skulpturensammlung des Museums aufbewahrt. Besucher:innen sind eingeladen, den frei zugänglichen Aufbewahrungsraum zu betreten und in eine Welt einzutauchen, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich ist. Auf Podesten, Sockeln und in Vitrinen können über 200 Kunstwerke betrachtet werden.

 

Im Mittelpunkt steht die figürliche Darstellung des menschlichen Körpers. So befinden sich zahlreiche Akte, Büsten, Porträts und Torsi, das sind Abbilder des menschlichen Körpers ohne Gliedmaßen und Kopf, in der Sammlung.

 

Im Schaudepot kann man die Kernaufgaben eines Museums erfahren: Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln.
Vier Thementexte geben im Schaudepot darüber Auskunft.

14.08.26 - 22.11.26

Hedwig Holtz-Sommer – Auf das Menschliche kommt es an...

Mit der Ausstellung widmet die Kunsthalle Rostock einer Künstlerin der dritten Generation der Ahrenshooper Künstlerkolonie eine Einzelausstellung.

Hedwig Holtz-Sommer (1901–1970) siedelte sich 1934 in Wustrow auf dem Fischland an. Sie wurde zunächst mit eindringlichen Porträts bekannt. Später entstanden vorrangig fein nuancierte Aquarelle der Landschaft um Wustrow, farbenprächtige Blumenstillleben und sensible Darstellungen von Menschengruppen. Besonders hervorzuheben sind ihre Zeichnungen und Illustrationen: In ihrer Reduktion entfalten sie eine eindrucksvolle Klarheit und Ausdrucksstärke.

Die Ausstellung zeigt rund 80 Werke aus verschiedenen Schaffensphasen und spürt der Entwicklung einer Künstlerin nach, deren Lebensweg sich vom deutschen Kaiserreich bis in die DDR spannt. Sie stand nicht nur im Dialog mit der Natur und den Menschen in ihrer Umwelt, sondern auch mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen ihrer Zeit. Neben Leihgaben werden erstmals zahlreiche Papierarbeiten aus dem Bestand der Kunsthalle Rostock präsentiert.

Anlass der Retrospektive sind neue Forschungsergebnisse, die im November 2025 in einer umfangreichen Biografie veröffentlicht wurden. Diese ermöglichen einen frischen, vertieften Blick auf Holtz-Sommers Werk und bringen bislang weitgehend unbekannte Aspekte ihres Lebens und ihrer künstlerischen Arbeit ans Licht.

27.09.26 - 21.02.27

Susanne Kandt-Horn – Eines Tages …

Nach den Ausstellungen zu Inge Jastram und Christin Wilcken 2024, sowie Kate Diehn-Bitt 2025 findet die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der OSPA Stiftung geförderte Reihe »Wahrnehmung weiblicher Kunstpositionen in der DDR« mit Susanne Kandt-Horn 2026 ihren Abschluss.

Die im Usedomer Malerkreis wirkende Künstlerin entwickelte mit ihren kraftvollen, optimistischen Bildern einen eigenen unverkennbaren künstlerischen Stil. Über 150 Werke wurden für die bisher umfangreichste Werkschau zusammengetragen, um den künstlerischen Werdegang der in Eisenach geborenen Susanne Kandt-Horn (1914–1996) nachzuzeichnen. Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Betrachtung einer weiblichen Künstlerbiografie in der DDR mit all ihren Widersprüchen und Widrigkeiten. Aber auch aktuelle Fragestellungen etwa über den weiblichen nackten Körper bis hin zu Darstellungen von Menschen aus anderen Kulturen werden thematisiert.

 

Zu sehen sind Gemälde, Grafiken und Gobelins aus dem Zeitraum ihrer Übersiedlung 1954 nach Ückeritz auf Usedom bis hin zu den letzten Werken aus den 1990er-Jahren.

 

Mit Susanne Kandt-Horn nimmt die Kunsthalle Rostock eine Künstlerin in den Fokus, die in Mecklenburg-Vorpommern tätig war und die regionale Kunst- und Kulturlandschaft an der Ostsee geprägt und bereichert hat. Kuratiert wird die Ausstellung von der Kunstwissenschaftlerin Antje Schunke von der Kunsthalle Rostock.

 

Begleitend zur Ausstellung bietet die Kunsthalle Rostock ein umfangreiches Vermittlungs- und Bildungsprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.

03.10.26 - 10.01.27

Chiharu Shiota – Verbundenheit

Die aus Japan stammende und in Berlin lebende Künstlerin Chiharu Shiota zählt zu den international bedeutendsten Vertreterinnen der zeitgenössischen Installationskunst. Mit ihren raumgreifenden Arbeiten aus Fäden, Objekten und persönlichen Gegenständen schafft sie poetische Räume, in denen unsichtbare Verbindungen sichtbar werden.

 

Shiotas Kunst beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen menschlicher Existenz: Was verbindet uns mit anderen Menschen? Welche Spuren hinterlassen Begegnungen und Erinnerungen? Und wie prägen Erfahrungen unsere Identität? Ihre filigranen Netzwerke aus Fäden verwandeln den Ausstellungsraum in ein Geflecht aus Beziehungen, Gedanken und Lebensgeschichten.

 

Die Künstlerin verbindet persönliche Erfahrungen mit universellen Themen wie Körper, Erinnerung, Zeit und Vergänglichkeit. Materialien wie Fäden, Licht, gebrauchte Gegenstände und persönliche Objekte werden zu Trägern von Geschichten und emotionalen Bedeutungen. In ihren Installationen wird das Unsichtbare – Gefühle, Erinnerungen und innere Zustände – zu einer unmittelbar erlebbaren räumlichen Erfahrung. Die Künstlerin Chiharu Shiota beschreibt, wie ihre Krebserkrankung ihr Verständnis von Körper, Leben und Kunst grundlegend verändert hat. Während ihres Krankenhausaufenthalts fühlte sie sich von ihrem eigenen Körper entfremdet und begann, existenzielle Fragen über die Beziehung zwischen Körper, Seele und Identität zu stellen. Diese Erfahrung führte dazu, dass sie die Zerbrechlichkeit des menschlichen Körpers verstärkt in ihrer Kunst thematisiert. Angesichts der Konfrontation mit dem Tod begann sie, Materialien zu verwenden, die über den Körper hinaus Bestand haben.

 

Arbeiten wie Out of My Body, Light in the Darkness, die Werkgruppe Cell sowie die Zeichnungen Connected to the Universe reflektieren die Beziehung zwischen Körper, Raum und Existenz. Shiota betrachtet den Menschen als Teil eines größeren Geflechts, in dem individuelle Erfahrungen mit kollektiven Erinnerungen und universellen Zusammenhängen verbunden sind.

 

Auch ihre Kofferobjekte unter dem Titel Where to Go, What to Exist greifen Fragen nach Reise, Übergang und Erinnerung auf. Der Koffer wird zum Symbol für das, was Menschen durch ihr Leben tragen: Erfahrungen, Beziehungen und persönliche Geschichten.
Mit der Ausstellung Verbundenheit im White Cube der Kunsthalle Rostock lädt Chiharu Shiota die Besucherinnen und Besucher ein, über die Netzwerke nachzudenken, die unser Leben bestimmen. Ihre Installationen schaffen stille, poetische Erfahrungsräume, in denen persönliche Erinnerungen und universelle Fragen miteinander in Verbindung treten.

 

Chiharu Shiota – Verbundenheit – Parallelpräsentation zur Ausstellung »Wer bin ich dank dir? – Trauer (er)leben im 21. Jahrhundert«
Die parallel stattfindende Präsentation von Chiharu Shiota in der Kunsthalle Rostock ist eine unmittelbare künstlerische Bezugnahme mit der Ausstellung »Wer bin ich dank dir? – Trauer(er)leben im 21. Jahrhundert«.

 

Während sich die Ausstellung »Wer bin ich dank dir?« aus einer gesellschaftlichen und persönlichen Perspektive mit Abschied, Verlust, Erinnerung und den Spuren menschlicher Beziehungen auseinandersetzt, nähert sich Chiharu Shiota diesen Themen aus der Perspektive der zeitgenössischen Kunst. Ihre Arbeiten beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Erinnerung, Abwesenheit, Vergänglichkeit, Identität und Verbundenheit und machen unsichtbare Beziehungen und emotionale Verbindungen räumlich erfahrbar.

 

Die beiden Ausstellungen verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze und bleiben als eigenständige Projekte voneinander getrennt. Gerade diese Differenz ermöglicht jedoch eine gegenseitige Erweiterung: Die individuelle Lebenswirklichkeiten ausgerichtete Ausstellung wird durch die poetische und metaphorische Sprache von Shiotas Kunst um eine weitere Perspektive ergänzt. Umgekehrt erhalten die in Shiotas Arbeiten verhandelten Themen durch die unmittelbare Auseinandersetzung der Hauptausstellung mit persönlichen Erfahrungen von Verlust und Trauer einen konkreten gesellschaftlichen und lebensweltlichen Kontext.

 

Die Korrespondenz beider Ausstellungen entsteht somit nicht durch eine inhaltliche Gleichsetzung, sondern durch unterschiedliche Zugänge zu verwandten Fragen: Wie bleiben Menschen miteinander verbunden? Wie manifestieren sich Erinnerung und Abwesenheit? Und welche Formen können Beziehungen und Verlust annehmen?

 

Die Präsentation von Verbundenheit erweitert damit die Ausstellung »Wer bin ich dank dir?« um eine eigenständige künstlerische Position und schafft innerhalb der Kunsthalle Rostock einen Dialog zwischen persönlicher Erfahrung, gesellschaftlicher Auseinandersetzung und zeitgenössischer Kunst. Gleichzeitig erhält Shiotas Präsentation durch die unmittelbare räumliche und zeitliche Nachbarschaft eine zusätzliche Lesart, ohne ihre Eigenständigkeit als Ausstellung aufzugeben.

03.10.26 - 29.11.26

Wer bin ich, dank dir? – Trauer (er)leben im 21. Jahrhundert

Vom 03.10.2026 bis 29.11.2026 lädt die Kunsthalle Rostock zu einer besonderen Ausstellung ein, die sich einem der wichtigsten und zugleich schwierigsten Themen unseres Lebens widmet: der Vergänglichkeit.

 

Unter dem Titel »Wer bin ich dank dir?« rückt die Ausstellung den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in den Mittelpunkt, jedoch stets mit einer sinnstiftenden Ausrichtung auf das Leben. Sie macht die Bedeutung von Abschied und Trauer im modernen Kontext sichtbar und eröffnet neue Perspektiven auf Verlust, Erinnerung und Verbundenheit.

 

Die Ausstellung zeigt unterschiedliche Ansätze und Erfahrungen, wie Menschen heute mit Verlusten umgehen und Trauer verarbeiten. Dabei wird deutlich, dass das Bewusstsein für die eigene Endlichkeit helfen kann, dem Sinn des eigenen Lebens näherzukommen.

 

Freuen Sie sich auf eine vielfältige Mischung aus Kunst, persönlichen Geschichten und interaktiven Elementen. Die Ausstellung schafft Raum für Reflexion, Begegnung, neue Gedanken und lädt dazu ein, den Blick bewusst auf das Leben im Hier und Jetzt zu richten.

 

Unser Leben ist geprägt von Veränderung, Herausforderungen und Wachstum. Wie hoffnungsvoll ist es, den Blick von der Frage »Wer bin ich ohne dich?« hin zu »Wer bin ich dank dir?« zu lenken. Bewusstes Abschiednehmen und heilsame Trauerprozesse können uns die Augen dafür öffnen, was unser Leben wertvoll macht und wie sehr wir durch andere Menschen geprägt werden.

 

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit den Trauerbegleiterinnen Anika Bull von Emotionsbewegung® und Andrea Schürgut von Feuermale sowie dem Bestatter Paul Bruhn.
Sie suchen Informationen und Anregungen für Ihren eigenen Abschied oder für den Umgang mit einer Verlusterfahrung? Kommen Sie vorbei und lernen Sie Rostocker Trauerbegleiter, Hospizdienste, Vereine, Pastoren und Seelsorger kennen! Beteiligen Sie sich an Gesprächsrunden oder finden Sie gemeinsam mit uns ein kreatives Ventil für Ihre Gefühle! Das umfangreiche Rahmenprogramm aus Vorträgen, Workshops und Filmvorführung enthält interessante Formate für Groß und Klein.
Ein breitgefächertes Angebot an Broschüren und Büchern bietet Ihnen die Möglichkeit, weitere Informationen zu bekommen.

Sie haben keine Zeit zu warten? Nehmen Sie bereits jetzt Kontakt zu unserem Trauernetzwerk auf.

 

Förderung und Unterstützung
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit den Trauerbegleiterinnen Anika Bull von Emotionsbewegung® und Andrea Schürgut von Feuermale sowie dem Bestatter Paul Bruhn. Unterstützt wird die Ausstellung durch Andere Zeiten e.V., das Onkologische Zentrum des Klinikums Südstadt Rostock sowie die Klinik und die Poliklinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie, Stammzelltherapie und Palliativmedizin der Universitätsmedizin Rostock.

Standort
Standort
Hamburger Straße 40, 18069 Rostock
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
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