Potsdam
Museum

KunstHausPotsdam

Ulanenweg 9, 14469 Potsdam

Der Verein KunstHaus Potsdam e.V. hat seinen Sitz im ehemaligen Pferdelazarett der Garde-Ulanen-Kaserne. Im Jahr 2000 erwarben die Künstler Hubertus von der Goltz und Frank Michael Zeidler die zerfallenen Gebäude und bauten sie in Eigeninitiative zu einem Ort der Kunst um. Dabei ist die ursprüngliche Anlagenstruktur von 1869 und 1924 wiederhergestellt worden. Das jetzt denkmalgeschützte Ensemble beherbergt eine Ausstellungshalle und Künstlerateliers.

 

Mit einem ganzjährigen Angebot an wechselnden Ausstellungen, Rundgängen, Gesprächen, Vorträgen, Filmabenden, Lesungen sowie einem umfangreichen Begleitprogramm, Atelier- und Sammlungsbesuchen sowie weiteren vielfältigen Einblicken in das kulturelle Leben der Region bietet der Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V. als mitgliederstärkster Kunstverein des Landes Brandenburg spannende Anregungen und Fragestellungen zu allen Sparten aktueller Kunst. Als Mitglied der renommierten Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) sind wir deutschlandweit vernetzt.

 

Getragen vom Engagement seiner Mitglieder sowie eines ehrenamtlichen Vorstands und gefördert von der Landeshauptstadt bereichert der Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V. den regionalen wie internationalen Diskurs zu sowohl aktuellen als auch etablierten künstlerischen Sprachen und Positionen. Kooperationen mit Ausstellungshäusern, Galerien, Sammlungen und Stiftungen setzen Synergien frei und schaffen anregende Netzwerke und Begegnungen.

 

Dieses Engagement sowie die Vermittlungsarbeit fortzuführen und auszuweiten ist nur möglich, wenn Bürgerinnen und Bürger die Kunst als existentielle Bereicherung wahrnehmen und sich aktiv für diesen Kunstverein einsetzen.

Veranstaltungen und Ausstellungen

27.09.26 - 08.11.26

nacasne serbske wuměłstwo/načasne serbske wuměłstwo – zeitgenössische sorbische Kunst

Carsten Busse, Ulrike Lux, Bernhard Schipper (NSK Lipsk) Roža, Hella Stoletzki, TAMKO, Karolina Krawcec/Karoline Schneider, Zelko, ARNE, Luka Lětko (kolektiw wakuum)

 

Eine lebendige kulturelle Gemeinschaft braucht eine gewisse kritische Masse aktiver Mitglieder, die Traditionen nicht nur bewahren, sondern gemeinsam weiterentwickeln. Wo kulturelle Praktiken getragen, reflektiert und neu gestaltet werden, entsteht Raum für Erneuerung und eine zeitgemäße kulturelle Identität.

 

In den vergangenen 100 Jahren ist der Anteil sorbisch Sprechender in der Bevölkerung deutlich zurückgegangen, von etwa 160.000 Personen um die Jahrhundertwende auf heute rund 60.000 im Gebiet der Lausitz. Während traditionelle, religiöse und folkloristische Praktiken vielfach fortgeführt wurden, kam es im 20. Jahrhundert vergleichsweise selten zu Erweiterungen und künstlerischen Innovationen. Insbesondere eine eigenständige Jugend- und Popkultur oder eine zeitgenössische bildende Kunst in sorbischer Tradition blieben lange wenig ausgeprägt.

 

Das Ausstellungsprojekt nacasne serbske wuměłstwo/načasne serbske wuměłstwo (zeitgenössische sorbische Kunst) widmet sich dieser Leerstelle. Eingeladen sind Künstler:innen, die sich mit einer spekulativen Kunstpraxis den Lücken einer modernen Tradition und einer zeitgenössischen sorbischen Kunstproduktion nähern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sorbische Geschichte, Sprache, Symbole und Identität in die Gegenwart und Zukunft überführt werden können.

 

Teil der Ausstellung sind die Vertreter:innen des Kolektiw Wakuum, das zu den wichtigen Akteur:innen der aktuellen sorbischen (Sub-)Kultur zählt. In unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen greifen sie Elemente sorbischer Tradition auf und entwickeln diese weiter. Dabei verhandeln sie aktuelle gesellschaftliche Fragen wie patriarchale Strukturen, Hetero- und Cisnormativität und die Diversität innerhalb der sorbischen Community. Gleichzeitig setzen sie sich für die Bewahrung und Sichtbarkeit der sorbischen Sprache ein, die sie aktiv in ihrer künstlerischen Arbeit verwenden. Ihre Projekte sind eng mit der Lausitzer Region verbunden und reflektieren deren kulturelle und soziale Wandlungsprozesse.

 

Ebenfalls beteiligt ist NSK Lipsk – Neue Sorbische Kunst, die 2011 in Anlehnung an und als Erweiterung von NSK – Neue Slowenische Kunst gegründet wurde. Ausgehend von den Ästhetiken und Prinzipien des NSK State in Time entwickelt die Gruppe eine retro-futuristische Perspektive auf sorbische Themen. Die heutige Kerngruppe bilden Bernhard Schipper, Carsten Busse und Ulrike Lux, initiiert und konzeptionell begleitet vom Kunsthistoriker, Kurator und Publizisten Alexander Pehlemann. Mit der spielerischen Selbstzuschreibung einer Tradition von »50 Jahren NSK« entwerfen sie eine alternative Kunstgeschichte: Wie hätte eine eigenständige, stilbildende sorbische Kunst aussehen können, beeinflusst von sorbischer Tradition, DDR-Sozialismus und den internationalen Kunstströmungen der Nachkriegsmoderne und welche zeitgenössischen Formen könnte diese heute annehmen?

 

Im Zusammenspiel von Kolektiw Wakuum und NSK Lipsk zeigt sich die Vielfalt zeitgenössischer sorbischer Kulturproduktion in Ober- und Niederlausitz, Sachsen und Brandenburg: generationenübergreifend, vielstimmig, regional differenziert und interdisziplinär. Beide Positionen verbindet die intensive Auseinandersetzung mit sorbischer Geschichte und Identität und der Versuch, diese nicht als statische Tradition zu verstehen, sondern als Material für eine kulturelle Gegenwart und Zukunft.

 

Ein Projekt im Rahmen von »Von hier aus Zukunft – Kulturland Brandenburg 2026/2027«. Kulturland Brandenburg 2026/2027 wird gefördert

 

Finissage: 8. November 2026, 16 Uhr
Laibach, Lausitz, Lipsk – Was ist Neue Sorbische Kunst?
Eine diskursive Erkundung mit Dr. Inke Arns (Kunsthalle
Dortmund), Bernhard Schipper und Alexander Pehlemann

Standort
Standort
Ulanenweg 9, 14469 Potsdam
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstaggeschlossen
Mittwoch12:00–17:00
Donnerstag12:00–17:00
Freitag12:00–17:00
Samstag12:00–17:00
Sonntag12:00–17:00
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