Das Kunstmuseum Ahlen hat im Jahr 2006 die ersten Schritte zum Aufbau einer eigenen Sammlung gemacht. Seitdem wird die Sammlung sowohl mit den Neuerwerbungen der Theodor F. Leifeld-Stiftung und des Förderkreises des Kunstmuseums Ahlen e.V. als auch mit Schenkungen und Dauerleihgaben privater und öffentlicher Einrichtungen kontinuierlich unterstützt. Thematisch ist die Sammlung eng mit der Ausstellungszielsetzung des Hauses verbunden. Als Resultat daraus entstand eine Sammlung mit ca. 1500 Exponaten von mehr als 200 Künstler:innen, die sich in die Kategorien der frühen klassischen Moderne, der konstruktiv-konkreten Kunst und der zeitgenössischen Kunst unterteilen lassen. In allen Bereichen ist dem Licht als Thema und Gestaltungselement besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Die Entwicklung vom Spätimpressionismus mit pointilistischem und luministischem Anteil bis hin zum Expressionismus wird im ersten Sammlungszweig deutlich. Die frühsten Gemälde der Sammlung stammen von Auguste Renoir, Christian Rohlfs, Emil Nolde und Erich Heckel, dicht gefolgt zum einem von den Werken der rheinischen Expressionisten wie Walter Ophey, Wilhelm Wieger, Heinrich Campendonk und Heinrich Nauen, zum anderen von den Westfälischen Expressionisten wie Peter August Böckstiegel oder auch Hermann Stenner.
Der zweite Schwerpunkt der Sammlung liegt auf dem konstruktiv-konkreten Kunstschaffen, das besonders nach dem 2. Weltkrieg deutschlandweit starken Aufschwung erfuhr. Dazu zählen zum einem u.a. Werke von Fritz Winter und Heinrich Siepmann und zum anderen die reduzierten Arbeiten von Leo Erb, Klaus Staudt oder auch Imi Knoebel. Die Künstler der Gruppe ZERO wie Heinz Mack, Adolf Luther und Günther Uecker sind ebenso in der Sammlung vertreten wie Eduard Micus und Erwin Bechtold.
Aus den vergangenen Wechselausstellungen erwuchs die dritte Säule der Sammlung. Die zeitgenössischen Positionen u.a. von Susanne Lyner, Margret Eicher, Bernd Damke, Jobst Tilmann und Christoph Dahlhausen verdeutlichen unsere Ausstellungstätigkeit der letzten 25 Jahre. Auch die enge Kooperation mit dem Totalkünstler Timm Ulrichs setzt mit einem umfassenden Konvolut einen besonderen Akzent in unserer Sammlung. Mit der Übernahme des Nachlasses von Andreas Horlitz konnten im Jahr 2016 seine wichtigen Leuchtkästen, Glas- und Spiegelarbeiten in die Sammlung integriert werden.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Süße Heimat – Deutsch-türkisches Leben in der Kunst
Was ist Heimat? Ein Ort oder eine Landschaft? Eine Sprache oder eine Musik? Ein Geruch oder ein Geschmack? Und was bedeutet es, wenn man eine neue Heimat finden muss? Seit dem 1961 abgeschlossenen Anwerbeabkommen sind viele Türk:innen nach Deutschland gekommen, um hier zu arbeiten. Sie wurden damals Gastarbeiter genannt, obwohl sie meist wenig Gastfreundschaft erlebten. Aus dem Weggehen auf Zeit wurde oft der Versuch einer dauerhaften Beheimatung in einer fremden Kultur.
Auch ins westfälische Ruhrgebiet und in die Stadt Ahlen kamen ab den 1960er Jahren Menschen aus der Türkei, um auf der Zeche »Westfalen« Arbeit zu finden. Sehr viele von ihnen sind auch nach deren Schließung im Jahr 2000 geblieben und gehören heute längst zur Stadtgesellschaft. Aus diesem Grund richtet das Kunstmuseum Ahlen einen vertiefenden Blick auf künstlerische Reflexionen migrantischer Erfahrungen.
In einer umfangreichen Gruppenausstellung mit 16 renommierten Künstler:innen geht es um Erinnerungen an das in der Heimat Zurückgelassene, um Hoffnungen, die sich mit einem Neuanfangs in der Fremde verbinden und die schwierigen Pendelbewegungen zwischen unterschiedlichen Kulturen.
Kuratorinnen: Prof. Dr. Burcu Doğramacı und Prof. Dr. Marta Smolińska

