Albstadt
Museum

Kunstmuseum Albstadt

Kirchengraben 11, 72458 Albstadt

Das Kunstmuseum Albstadt ist eine der bedeutendsten kommunalen Sammlungen in Baden-Württemberg. Die Grafische Sammlung umfasst ca. 25.000 Kunstwerke auf Papier. Schwerpunkte sind Zeichnung und Druckgrafik des 20. und 21. Jahrhunderts mit Werken von Otto Dix (1891–1969), Felix Hollenberg (1868–1945) und Dresdener Kunst. Die Gemälde stammen von Christian Landenberger (1862–1927) oder gehören zur Spezial-Sammlung Das Landschaftsbild der Schwäbischen Alb.

 

Der junge kunstraum ist das einzige Kinder- und Familienmuseum im Zollernalbkreis. In jährlich wechselnden Ausstellungen kommen Menschen jeden Alters mit originalen Kunstwerken in Kontakt. Das Malatelier mini-mal bietet Raum für das eigene kreative Arbeiten.

Veranstaltungen und Ausstellungen

08.05.26 - 14.02.27

Expressionismus – Hoher Flug & tiefer Fall

Die Expressionisten erleben eine Welt im Aufbruch und stehen zugleich vor einem historischen Abgrund.

 

Fortschrittsglaube trifft auf apokalyptische Vision, paradiesische Utopie auf Großstadtelend, Kriegsbegeisterung auf Eskapismus. Wie in kaum einer anderen Kunstepoche spiegeln sich in der Kunst der Expressionisten Hoffnungen und Nöte, Ekstase und Verzweiflung. Maßgeblich ist der Anspruch, aus subjektiver Empfindung heraus zu gestalten. Ernst Ludwig Kirchner fühlt sich 1906 mit jedem verbunden, »der unmittelbar und unverfälscht das wiedergibt, was ihn zum Schaffen drängt«. Heinrich Campendonk bekennt 1909: »Ich möchte nur die nackte Empfindung malen.«

 

Die Ausstellung beleuchtet den Expressionismus als vielgestaltiges Phänomen. Neben den prägenden Werkgruppen der Brücke und des Blauen Reiters rücken auch weniger bekannte Positionen in den Fokus, darunter zahlreiche Künstlerinnen, deren Beiträge zur Moderne lange im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen. So entsteht ein erweitertes Bild der Epoche, das ihre Vielfalt und Experimentierfreude sichtbar macht. Der Bogen spannt sich vom Frühexpressionismus des späten 19. Jahrhunderts bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933, ab der eine freie künstlerische Entfaltung durch Repression und Verfolgung zunehmend unmöglich wird.

 

Es handelt sich um das größte Ausstellungsprojekt des Kunstmuseums Albstadt im Jahr 2026. Auf mehreren Etagen werden Zeichnungen, Aquarelle, druckgrafische Arbeiten und ausgewählte Gemälde präsentiert. Die Schau schöpft aus der bedeutenden Grafischen Sammlung des Kunstmuseums. Hochkarätige Leihgaben stammen aus der Sammlung Frank Brabant, Wiesbaden, LETTER Stiftung, Köln, und weiteren Privatsammlungen. Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. Kai Hohenfeld und Melanie Löckel. Ein Audioguide und ein Kinderaudioguide vertiefen das Ausstellungserlebnis. Der reich bebilderte Katalog (26 €) mit Beiträgen von Dr. Kai Hohenfeld, Melanie Löckel und Dr. Rudolf Rieger ist an der Museumskasse und auf Bestellung erhältlich (AbeBooks.de, [email protected], 07431 160-1491, ab 8 € Porto/Verp.).

 

Barrierefreiheit: Der größte Teil der Schau befindet sich im Erdgeschoss sowie im dritten Obergeschoss, das mit dem Aufzug erreichbar ist. Ein kleinerer Ausstellungsteil im vierten Obergeschoss ist nur über eine Treppe zugänglich.

19.06.26 - 29.11.26

Matija Pišpek – SMASH

Das Widersprüchliche und Absurde unserer Wirklichkeit sichtbar machen

 

Matija Pišpek (*1974) hat einen eigenständigen und hochaktuellen Zugang zur Aktmalerei entwickelt, der von extremer Dynamik und körperlicher Spannung geprägt ist. Ausgehend von Eindrücken aus Mixed Martial Arts, Pornografie, eigenen Zeichnungen und Fotografien lässt er naturalistische Körperfragmente, abstrakte Farbfelder und gestische Spuren zu kraftvollen Bildkompositionen verschmelzen.

 

Der Ausstellungstitel SMASH (zerschmettern) entstammt dem Vokabular des Kampfsports und verweist auf das Fragmentarische und Explosive in Matija Pišpeks Malerei. Seine Gemälde knüpfen an verschiedene bedeutende Traditionen an: den Realismus, die Plastizität des Manierismus, die Bewegungssprache des Futurismus, die Multiperspektive des Kubismus, die räumliche Rätselhaftigkeit der Pittura Metafisica und die Geste des Informel. So findet Matija Pišpek zu vielschichtigen, bisher ungesehenen Montagen.

 

Zugleich reflektiert Matija Pišpeks Malerei, wie unser alltäglicher Medienkonsum die Wahrnehmung verändert und die Grenze zwischen Realität und Virtualität zunehmend auflöst. Das Widersprüchliche und Absurde ist allgegenwärtig. Es entsteht eine neue Bildsprache, in der Körper, Raum und Fläche sich gegenseitig überlagern und durchdringen.

 

Neben Gemälden zeigt die Ausstellung auch eine Auswahl jüngster Aquarelle. Mit einer feinfühligen Übersteigerung von Anatomie und Farbigkeit findet Matija Pišpek hier zu einer subtilen Expression. Diese Blätter repräsentieren die stille Seite eines Œuvres, das stets zwischen kontrollierter Konstruktion und eruptiver Entladung oszilliert.

 

Matija Pišpek wurde in Berlin geboren und stammt aus einer kroatischen Familie. Seit 1997 lebt und arbeitet er in Stuttgart. Auf das Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der dortigen Universität folgte das Malereistudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Nach Matija Pišpeks Beiträgen zu den Ausstellungen Sex & Gewalt – Tödliches Begehren in der Kunst (2023/24) und Interieur & Stillleben in Moderne und Gegenwart (2024) widmet das Kunstmuseum Albstadt dem ambitionierten Maler nun erstmals eine repräsentative Einzelausstellung.

11.10.26 - 04.04.27

Magic Forest – Zeitgenössische Kunst aus der Sammlung

Die zeitgenössische Kunst ist wie ein magischer Wald: ein Ort, an dem das Unerwartete Gestalt annimmt und jeder Pfad neue Überraschungen bereithält. 

 

Angeregt durch einen Scherenschnitt der Künstlerin Zipora Rafaelov trägt die Ausstellung den Namen Magic Forest. Die Schau präsentiert herausragende Werke aus der eigenen Sammlung, ergänzt durch ausgewählte Leihgaben. Neben dem stilistischen ist auch das technische Spektrum der gezeigten Arbeiten außergewöhnlich breit: Es reicht von der Collage über experimentelle druckgrafische Verfahren bis hin zur Verwendung einer Tätowiermaschine. Werke weiblicher Kunstschaffender bilden einen Schwerpunkt der Ausstellung. Besondere Neuzugänge aus den letzten Jahren begegnen Entdeckungen aus dem Bestand.

 

Unter anderem mit: Elvira Bach, Claudia Berg, Ulrike Bolenz, Jeroen Cremers, Massimo Danielis, Inessa Emmer, Martina Geist, Kristin Grothe, Bettina van Haaren, Byeonghyeon Jeong, Susanne Kessler, Wilhelm Loth, Anja Luithle, Donna Volta Newmen, Zipora Rafaelov, Bruno Schlagenhauf und Brigitte Wagner.

Standort
Standort
Kirchengraben 11, 72458 Albstadt
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag14:00–17:00
Mittwoch14:00–17:00
Donnerstag14:00–17:00
Freitag14:00–17:00
Samstag14:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
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