Das Kunstmuseum Bern ist eines der ältesten Kunstmuseen der Schweiz und wurde 1849 gegründet. 1879 öffnete das Kunstmuseum seine Tore am heutigen Standort an der Hodlerstraße in Bern, wo es noch heute zu Hause ist.
Die stets wachsende und sich wandelnde Sammlung reicht von der Gotik bis zur Gegenwart und besteht derzeit aus über 4 000 Gemälden und Skulpturen sowie rund 50 000 Handzeichnungen, Druckgraphiken, Fotografien, Videos und Filmen.
Damit ist sie nicht nur eine der wichtigsten und vielfältigsten Sammlungen in der Schweiz, sondern besitzt vor allem dank den Werkgruppen der Klassischen Moderne internationale Bedeutung.
Leitbild
Das Kunstmuseum Bern versteht sich als wandlungsfähige Plattform für eine vielstimmige und interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Kunstwerken vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Sein Ziel ist ein lebendiges, dynamisches Zusammenspiel von Sammlung, Bewahrung, Forschung, Ausstellung und Vermittlung.
Leitend ist dabei das Bestreben, drängende Themen unserer Gegenwart aus der Ressource unserer Sammlungen und in einem klar erkenntlichen kuratorischen Rahmen einem breiten Publikum zur Diskussion zu stellen. Der Schwerpunkt internationale Gegenwartskunst ist auch ein Ausgangspunkt für die beständige Ausweitung der Sichtweisen auf kanonisierte Kunstwerke und ihre historische Einbindung.
Das Haus greift gesellschaftliche Diskurse auf und schaffen Raum für die Diskussion auch kontroverser Positionen. Es nähert sich den Werken, die ihm zur Bewahrung anvertraut sind, nicht nur kunsthistorisch, sondern betont sowohl deren Sinnlichkeit als auch ihren mitunter subversiven Charakter. Damit aktiviert es die vielschichtigen Bedeutungsebenen von Kunstwerken und unterstreichen die Gegenwärtigkeit von Kunst unabhängig von der Epoche ihrer Entstehung. Bei allen Formen der Vermittlung suchet es synergetische Verbindungen zwischen physischer und virtueller Präsenz.
Ausgangspunkt dafür sind die Sammlungen des Kunstmuseum Bern, deren Akzente in bedeutenden Werkkomplexen unterschiedlicher Epochen liegen. Diese vielschichtigen Sammlungen sind Ausdruck unserer historischen Beziehung zu Bern und einer spezifischen Sammlungsgeschichte – sie sind auch mit ihren Auslassungen Kern unserer Identität.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Zukunft Kunstmuseum Bern
Wie soll das Kunstmuseum Bern der Zukunft aussehen? Dies haben wir vor fünf Jahren die Berner Bevölkerung an öffentlichen Veranstaltungen gefragt. Zusammen mit den Anforderungen an einen zeitgemässen Museumsbetrieb ist daraus ein internationaler Architekturwettbewerb entstanden. Nun liegt das Siegerprojekt vor.
Der Altbau von 1879 und der Erweiterungsbau von 1983 (stehend auf einem Fundament von 1936) sind sanierungsbedürftig. Der Betrieb ist zum Teil nur noch mit Sondergenehmigungen möglich. Basierend auf einer Machbarkeitsstudie wurde die Konzeption eines Ersatzneubaus anstelle der heutigen Erweiterung für einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Im Rahmen eines offenen 2-stufigen Wettbewerbs mit Präqualifikation haben 148 Architekt:innenteams ihre Bewerbung eingereicht. Die Jury hat 39 Büros für den Wettbewerb ausgewählt.
In der Ausstellung wird das Siegerprojekt präsentiert. Der Eintritt ist frei.
Stiftung Expressionismus. Von Gabriele Münter bis Sam Francis
Die 25 herausragenden Werke der Expressionismus-Stiftung beim Kunstmuseum Bern sind durch die aus der Nähe von Bern stammende Familie Hans Rudolf und Silvia Tschumi zusammengetragen worden.
Die Stifter setzten sich zum Ziel, Lücken in den Beständen des Kunstmuseum Bern zu schliessen und ihre Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In der Ausstellung wird das Stiftungsgut erstmals in seiner Gesamtheit präsentiert. Zu den Highlights zählen Gemälde von deutschen Expressionist:innen der Brücke und des Blauen Reiters wie Emil Nolde, Max Pechstein, Heinrich Campendonk, Gabriele Münter und Marianne von Werefkin, Werke der Basler Gruppe Rot-Blau und expressive Positionen aus der internationalen Nachkriegskunst wie Karel Appel, Sam Francis oder Teruko Yokoi.
Die Ausstellung ist dem Stifter Hans Rudolf Tschumi (1928–2025) im Andenken und der Stifterin Silvia Tschumi gewidmet.
Das volle Leben. Alte Meister von Duccio bis Liotard
Einer der Schätze des Kunstmuseum Bern ist der bedeutende Bestand von Werken älterer Kunst. Mit Das volle Leben. Alte Meister von Duccio bis Liotard rückt das Haus diesen Teil seiner Sammlung ins Zentrum. Neben Meistern der Frühen Neuzeit sind Werke der Florentiner und Sieneser Malerei des Tre- und Quattrocento sowie barocke Meisterwerke zu sehen. Eine faszinierende Ausstellung, die das Leben in seiner ganzen Spannweite spiegelt: Martyrium trifft auf Selbstdarstellung, Askese auf Opulenz, Moral auf Wollust.
Zu sehen sind kunstvolle Altartafeln der zwischen 1480 und 1510 tätigen Berner Nelkenmeister und der großartige Bestand an Werken des 1480 geborenen Niklaus Manuel, der nicht nur Maler, Dichter und Grafiker, sondern auch Reformator, Reisläufer und Ratsherr der Stadt Bern war. Opulente Stillleben und repräsentative Porträts, geschaffen von Joseph Heintz, Albrecht Kauw oder Johannes Dünz, widerspiegeln den wirtschaftlichen Wohlstand Berns im Barock.
In einem Kabinett sind zudem Altarretabeln und Fragmente aus dem italienischen Tre- und Quattrocento zu sehen, die in der Schweiz ihresgleichen suchen. Darunter eine ebenso kostbare wie berühmte Andachtstafel von Duccio di Buoninsegna sowie Werke von Bernardo und Taddeo Daddi, Fra Angelico, Filippo Lippi und aus der Werkstatt von Sandro Botticelli.
Kuratorin: Anne-Christine Strobel
Kuratorische Assistenz: Michelle Fritschi

