Neugier, Experimentierfreude und eine Einladung zum offenen Austausch stehen im Mittelpunkt des Programms des Kunstmuseums Bochum. Am Randes des Stadtparks und einen Katzensprung von der Bochumer Innenstadt gelegen, versteht sich das Kunstmuseum Bochum als ein Ort mit Werkstattcharakter, an dem viel möglich ist und viele beteiligt sind.
In zwei miteinander verbundenen Gebäuden spiegelt sich der Charakter des Kunstmuseums wider: In der weitläufigen Architektur lädt das Museum in wohnlicher und offener Atmosphäre ein, moderne und zeitgenössische Kunst zu erleben – von Ausstellungen bis hin zu Performances – und mit ihr in den Austausch zu treten.
Schwerpunkt der vielseitigen Sammlung, die aus mehr als 8000 Objekten besteht, liegt neben einigen Highlights aus dem frühen 20. Jahrhundert, vor allem auf einem sehr breiten Spektrum an europäischer Kunst nach 1945, wie Zofia Kulik, Andy Warhol, Louise Nevelson und Tadeusz Kantor. In jüngster Zeit wurde die Sammlung durch einen Nachlass mit einer großen Gruppe Fluxus-Werke bereichert.
Unabhängig von einem Ausstellungsbesuch bietet das Museum mit einem offenen Café, verschiedenen Veranstaltungsräumen, einer kleinen Bibliothek und einer Dachterrasse mit weiten Blick auf den Stadtpark, einen Treffpunkt für die Menschen der Stadt.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Das Raunen der Sammlung Teil 3
Mit dem Raunen der Sammlung zeigt das Kunstmuseum Bochum seit 2022 Teile unserer vielschichtigen Sammlung. Dabei werden Kunstwerke sowohl thematisch, assoziativ, kunsthistorisch als auch monographisch gruppiert. Arbeiten kommen zusammen, die in diesen Konstellationen so noch nicht gezeigt wurden. Mit dem Raunen der Sammlung wollen wir unterschiedliche Sichtweisen auf die Museumssammlung präsentieren und kontrastierende Kontexte anbieten, die zum Erkunden neuer Zusammenhänge anregen.
Im dritten Teil des Raunen der Sammlung werden Werke zusammengebracht, die sich mit abstrakten Formen auseinandersetzen. Die meisten Arbeiten werden der Geometrischen Abstraktion zugeordnet, eine Richtung, die stark vom Konstruktivismus und der konkreten Kunst des 20. Jahrhunderts beeinflusst wurde. Interessante Beispiele sind die Werke des ungarischen Künstlers Lajos Kassák (1887–1967) und des deutschen Künstlers Erich Buchholz.
Seit Bestehen des Museums – die Vorgängerinstitution wurde als Städtische Gemäldegalerie 1921 gegründet – konzentrierten sich die Museumsmacher:innen auf Künstler:innen und Kunsttrends aus ganz Europa, besonders zur Zeit des Ost-West-Konflikts. Dieser gesamteuropäische Blick spiegelt sich in den Beständen des Museums wider, sodass in dieser Präsentation Werke von Künstler:innen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs zu sehen sind. Deutlich wird, dass Künstler:*innen auch in Zeiten der erzwungenen geographischen Teilung auf gemeinsame künstlerische Ideen und Stiltendenzen zurückgriffen und dass Künstler:innen in Osteuropa über Entwicklungen im Westen auf dem Laufenden waren (andersherum kaum).
Verschiedene, meist großformatige Werke von Künstler:innen, die in den Vereinigten Saaten tätig waren, darunter Mary Heilmann, Ron Gorchov und Frank Stella, und die als langfristige Leihgaben in die Obhut des Kunstmuseums gegeben wurden, erweitern die gesamteuropäisch geprägte Sammlung.

