Heidenheim
Museum

Kunstmuseum Heidenheim

Marienstraße 4, 89518 Heidenheim

In den Räumen des 1904 im Jugendstil erbauten Volksbad präsentiert das Kunstmuseum Heidenheim Einzel- und Gruppenausstellungen mit zeitgenössischer Kunst. Hierbei wird Wert darauf gelegt, ein möglichst breites Spektrum künstlerischer Werdegänge aufzuzeigen, weshalb sowohl aufstrebende als auch bereits etablierte regionale, nationale und internationale Kunstschaffende unterschiedlichen Alters und unterschiedlichen Geschlechts präsentiert werden.

 

Im direkten und intensiven Austausch mit den jeweiligen Künstlerinnen und Künstlern sollen neue, außergewöhnliche Formate speziell für die unterschiedlichen Räume des Hauses entwickelt werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Werken, die gesellschaftspolitisch relevante Fragen stellen oder Perspektiven anderer Disziplinen, etwa der Naturwissenschaften oder der Technik, miteinbeziehen.

 

Thematische Ausstellungen zu den Sammlungsbeständen ergänzen das Ausstellungsprofil. Der Schwerpunkt der Sammlung ist das druckgrafische Schaffen Pablo Picassos, internationale Fotokunst, herausstechende regionale Kunst sowie die Kunst im öffentlichen Raum.

Veranstaltungen und Ausstellungen

20.09.26 - 28.02.27

Martin Bruno Schmid Umbau – Einbau – Rückbau (repeat!)

Eine Ausstellung über Leerstellen, Bohrungen, Material- und Grenzerkundungen.

 

Martin Bruno Schmids Kunst hinterfragt in seiner Kunst gegebene Materialien und Strukturen auf ihre Beschaffenheit und die damit einhergehenden Gestaltungsmöglichkeiten. Sein Ansatz ist dabei meist substraktiver Art: Er durchbohrt, schleift ab oder perforiert und schafft so neue ästhetische Perspektiven auf vermeintlich Vertrautes.

Oftmals ist der Materialeinsatz minimal, die Ergebnisse jedoch verblüffend. Für seine Werkserie »Bleistiftspitze in Papier« braucht es nicht mehr als ein Blatt Papier und einen Bleistift. Mit dessen Spitze durchbohrt Schmid den Untergrund, sodass tausendfach Punkte, Löcher und reliefhafte Vertiefungen entstehen. Der glatte Papierbogen wird dadurch plastisch und ist nicht länger nur Träger einer Komposition, sondern wird selbst zum Werk.

Für »Facepeelings« nutzt der Stuttgarter Künstler Hochglanzmagazine, dessen Oberflächen er solange poliert bis die darauf abgebildeten Models, Titelgeschichten und Produkte nicht mehr zu sehen sind und das Papier wieder nahezu weiß ist.
Schmid macht hier sowie auch in zahlreichen anderen Arbeiten die Leerstelle zum Thema. Diese ist auch zentral für eine fortlaufende Serie von Wandarbeiten, bei denen der Künstler an der Stelle von bekannten Kunstwerken exakt deren Größe direkt aus den Stellwänden ausschneidet. Der Ausschnitt verweist zum einen auf das nicht mehr zu sehende Werk, macht durch die Leerstelle gleichsam aber auch die Museumswand und damit die institutionellen Bedingungen des Museumsbetriebs sichtbar.
Im Kunstmuseum Heidenheim realisiert Schmid die bisher größte dieser Interventionen und tritt dadurch in einen Dialog mit der aktuell notwendigerweise eingelagerten Picasso-Sammlung des Museums.

 

Über den Künstler:
Martin Bruno Schmid wurde 1970 in Balingen geboren. Zwischen 1995 und 2001 studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Stipendien und Residency-Aufenthalte brachten ihn nach Reykjavik, Tokyo und Paris. Bekanntheit erlangte der Künstler auch durch seine Kunst-am-Bau-Projekte und Interventionen im öffentlichen Raum, die er seit 2007 realisiert.

Seine Werke sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, darunter die Sammlungen der Kunst der Bundesrepublik Deutschland, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, des Kunstmuseums Stuttgart und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Schmid konnte seine Kunst in zahlreichen Ausstellungen präsentieren, darunter in den Kunstvereinen in Stuttgart, Wiesbaden, Heidelberg, Böblingen und Neuhausen, im Kunstmuseum Stuttgart, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, in der Villa Merkel in Esslingen, im Museum Art.Plus Donaueschingen sowie in den städtischen Galerien in Tuttlingen, Sindelfingen und Reutlingen.

25.10.26 - 14.02.27

LUKE CARTER – The Edge of Intimacy

Die Ausstellung zeigt Arbeiten des Künstlers Luke Carter in den Medien Holzschnitt, Malerei und Zeichnung sowie einem eigens für das Kunstmuseum Heidenheim geschaffenen Wandgemälde. Im Zentrum des Schaffens des gebürtigen Briten stehen queeres Leben und Lieben. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen übersetzt Carter intime Momente oft in farbenfrohe Kompositionen, die durch klare Formen, scharfe Kanten und eine an die Hard-Edge-Malerei erinnernde Bildsprache geprägt sind. So verbindet die Ausstellung persönliche Erzählungen mit einer kraftvollen, grafischen Ästhetik.

 

Luke Carter (*1991 in Großbritannien) studierte Illustration in Bristol. 2018 kam er nach Deutschland, um an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig zu studieren, wo er aktuell auch Meisterschüler ist. Neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit realisiert er großformatige Street-Art-Projekte und Wandbilder und leitet kreative Workshops.

25.10.26 - 14.02.27

TROMMLER – TIERE – TOTENTÄNZE. Die Holzschnittsammlung Ruth & Martin Wittmann

Vor knapp 20 Jahren zeigte das Kunstmuseum Heidenheim eine repräsentative Auswahl an Holzschnitten aus der Sammlung des Ehepaars Ruth und Martin Wittmann. Anlass war die großzügige Stiftung der über Jahrzehnte mit Leidenschaft aufgebauten Kollektion an die Stadt Heidenheim, von der damals ein großer Teil im Kunstmuseum eine neue Heimat fand.

 

Nach dem Tod Martin Wittmanns im Jahr 2024 sind nun alle Werke der Zustiftung vollzählig in Bestand des Museums aufgenommen. Grund genug, um dem Engagement des Sammler- und Stifterpaars mit einer Ausstellung zu gedenken, und dabei die Highlights, als auch bisher nicht öffentlich ausgestellte Arbeiten der zu präsentieren.

 

Mit Holzschnitten von insgesamt 15 Kunstschaffenden wird die Bandbreite dieses traditionsreichen Mediums deutlich: Ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Kontraste stehen neben kraftvollen Farbdrucken und experimentellen Bildlösungen, gegenständliche und erzählerische Motive treffen auf abstrakte Kompositionen. Zentraler Fixpunkte der über 500 Blätter und Bücher umfassenden Stiftung bilden HAP Grieshaber, der auch Initialzündung zum Aufbau der Sammlung war, sowie der gebürtige Heidenheim Detlef Willand. Gemein ist beiden die intensive Auseinandersetzung mit der Mythologie, dem Verhältnis vom Menschen zu seiner tierischen und pflanzlichen Umwelt, aber auch mit dem Motiv des Totentanzes.

 

Um die gestalterischen Möglichkeiten des Mediums nicht nur visuell, sondern auch haptisch zu vermitteln, wird innerhalb der Ausstellung ein riesiger gemeinschaftlicher Holzschnitt entstehen. Besucher:innen jeden Alters können bei öffentlichen und privaten Workshops erfahren, wie ein Holzschnitt entsteht, und ihren Beitrag zum Gemeinschaftswerk leisten, der am Ende der Ausstellung auch tatsächlich gedruckt wird.

 

Mit Werken von:
Rudolf Ackermann, HAP Grieshaber, Robert Hammerstiel, Doris Hoppe, Michael Hofmann, Per od Aarestad, Klaus Süss, Konrad Schmid, Ahlrich van Ohlen, Antje Wichtrey, Detlef Willand, Robert Würth, Peter Zaumseil, Uta Zaumseil, Dagmar Zemke

Standort
Standort
Marienstraße 4, 89518 Heidenheim
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch13:00–19:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
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