Sowohl die Stadt Bergisch Gladbach als auch das Museumsgebäude, die herrschaftliche, 1873 bis 1875 errichtete Villa Zanders, verdanken ihre Entstehung dem Werkstoff Papier. Analog zur mehr als vierhundertjährigen Papier- und Regionalgeschichte liegt daher der Sammlungsschwerpunkt auf der Kunst aus Papier.
Kunst aus Papier versteht sich in Abgrenzung zur Kunst auf Papier (wie z.B. Zeichnung oder Druckgrafik) als Quasi-Gattungsbegriff, der sich auf die Materialität bezieht. Die unglaubliche Vielfalt der Sammlung ergibt sich aus den schier unendlichen Möglichkeiten, Papier zu bearbeiten, wiederzuverwenden oder zu manipulieren: handgeschöpftes Papier ist genauso vertreten wie Arbeiten, die Papierprodukte schichten oder stapeln, in denen gerissen, geschnitten, geprägt, geknüllt oder gefaltet wurde.
Das Kunstmuseum Villa Zanders verfügt heute über eine zwar junge, aber bundesweit einzigartige Sammlung mit einem umfangreichen Bestand aus rund 500 internationalen Positionen aus diesem Bereich. Sie umfasst neben bildartigen Werken wie Collagen und Décollagen, Prägedrucken, Reliefs und Papierschnitten auch Buchwerke, Skulpturen und Rauminstallationen.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Veronika Moos. nicht mehr und dann
In der Einzelausstellung der Künstlerin Veronika Moos offenbart sich ein poetisches Wechselspiel zwischen Material, Wahrnehmung und künstlerischer Geste.
Aus organischen Materialien, gefügten Strukturen und vielfältigen Funden aus dem Wasser und von Land entwickelt Veronika Moos eine eigenständige Formensprache. Diese legt den Dingen keine starre Ordnung auf, sondern entfaltet sich im lebendigen Dialog zwischen Künstlerin und Material. Ihre Werke laden dazu ein, genauer hinzusehen und in eine Welt einzutauchen, in der das Flüchtige, Fragile und Widerständige sichtbar und bedeutsam wird.
Die Ausstellung vereint thematisch unterschiedliche Räume, die den künstlerischen Kosmos von Veronika Moos erfahrbar machen. Dabei entfaltet jeder Raum eine eigene Wirkung. Übergreifende Themen wie Licht und Luft, Schwere, Im Fluss, Archiv/Organik oder Blüten und Garten ergeben ein vielschichtiges Bild, in dem Materialität, Ausstrahlung und Narration miteinander verwoben sind.
Ob geknoteter Flachs, schattenwerfende Algen, schwebende Steine oder aufgefädelte Blüten – die Arbeiten von Veronika Moos sind mehr als bloße Objekte. Sie sind Denk- und Erfahrungsräume und ermöglichen eine tiefgehende Auseinandersetzung. Sie werfen Fragen auf, ohne eindeutige Antworten zu geben, und schärfen so die Wahrnehmung für das Verborgene und Fragile. In diesem offenen Dialog entfaltet sich eine stille und zugleich eindringliche ästhetische Erfahrung.
Seit 1993 bietet die Ausstellungsreihe Ortstermin im Kunstmuseum Villa Zanders vertiefende Einblicke in das künstlerische Schaffen der Region und eröffnet immer wieder spannende Perspektiven auf das Spektrum zeitgenössischer Ausdrucksformen.
Die Ausstellung wird kuratiert von Maike Sturm. Es erscheint ein Katalog im Wienand Verlag, Köln.
Die Ausstellungsreihe »Ortstermin« wird seit 1993 durch die VR Bank eG Bergisch Gladbach-Leverkusen gefördert.
Eröffnung: 7. Dezember 2025, 11:30 Uhr

