Stuttgart
Museum

Linden-Museum Stuttgart

Hegelplatz 1, 70174 Stuttgart

Das Linden-Museum bewahrt und erwirbt seit 1884 Alltags-, Ritualgegenstände und Kunstobjekte. Aus dieser historischen Perspektive heraus konzentrieren sich die Sammlungen auf außereuropäische Kontexte.

 

Die Erweiterung der Sammlung erfolgt heute zunehmend in partnerschaftlichem Austausch mit Interessensvertreter:innen aus den Herkunftsgesellschaften und der Stadtgesellschaft. Zu den neuen Erwerbsformen gehören insbesondere gemeinsame Recherchen und Entscheidungen über Sammlungsergänzungen.

 

Erworben werden formal und ästhetisch aussagekräftige und für die kulturelle Identität bedeutende Objekte, die eine Fortführung von Traditionen oder moderne künstlerische Auseinandersetzungen zeigen und spezifischen Schwerpunkten der jeweiligen Sammlungen zugeordnet werden können. Der konservatorische Zustand der Objekte ist dabei zu berücksichtigen.

 

Die wissenschaftliche Dokumentation von Erwerbskontexten ist zu beachten. Es sollen nach Möglichkeit auch Objekte, Aufnahmen, Fotos, Filme, Dokumente oder Bücher, die den Kontext der erworbenen Objekte beleuchten, mit gesammelt werden.

Veranstaltungen und Ausstellungen

18.09.22 - Auf unbestimmte Zeit

Benin: Restitution als Prozess

Die Restitution der 1897 im Königreich Benin (Nigeria) erbeuteten Objekte ist in vollem Gange. Das Linden-Museum ist Mitglied der Benin Dialogue Group, die diesen Prozess seit Jahren vorbereitet und begleitet hat. Mit einer Präsentation im oberen Foyer zeichnen wir den Weg der Objekte ins Linden-Museum historisch nach, machen Meilensteine ihrer Rückführung nach Benin City sichtbar und stellen Perspektiven auf ihre Zukunft vor. Ein Großteil der Kunstwerke ist zur Zeit noch in unserer Dauerausstellung Wo ist Afrika? zu sehen.

 

 

Herkunft der Objekte

 

1897 wurde Benin City, die Hauptstadt des Königreichs Benin, Ziel einer britischen »Strafexpedition«. Große Teile der Stadt wurden dabei verbrannt und zerstört. Britische Soldaten plünderten mehrere Tausend Objekte aus dem Königspalast und anderen Gebäuden hochrangiger Würdenträger. Die meisten der geplünderten Objekte wurden vom britischen Militär bzw. Militärangehörigen verkauft und zahlreiche bei Auktionen in London versteigert. Käufer waren Privatpersonen, Museen sowie Ethnografika-Händler, die vom Zwischenhandel an Museen profitierten. Die im Linden-Museum verwahrte Benin-Sammlung umfasst 70 Objekte, die dem Königreich Benin und größtenteils diesem gewaltsamen Kontext zugeordnet werden können. Über die Hälfte der Sammlung traf bereits 1899 am Museum ein und ist auf den Hamburger Händler Heinrich Bey zurückzuführen.

 


Benin Dialogue Group

 

Das Linden-Museum ist seit 2018 in der Benin Dialogue Group engagiert. Ziel dieser 2007 von Barbara Plankensteiner und den nigerianischen Partner:innen ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe ist es, den Dialog zwischen Vertreter:innen der Museen mit großen Benin-Sammlungen in Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Großbritannien mit Vertreter:innen des Bundesstaats Edo, des königlichen Palasts von Benin und der National Commission for Museums and Monuments in Nigeria zu fördern. Die Gruppe hat jahrelang die transparente Weitergabe von Wissen und Informationen zu den vorhandenen Sammlungen gefördert, die Grundlagen für Restitutionsgespräche von Benin-Objekten geschaffen und den Neubau des Edo Museum of West African Art (EMOWAA) in Benin City begleitet.

 

Aus Deutschland sind neben Stuttgart die ethnologischen Museen in Hamburg, Berlin, Köln und Leipzig/Dresden beteiligt. Anfang 2021 verständigten sich das Auswärtige Amt, die Kulturstiftung des Bundes, die Träger der Museen sowie die Museumsleitungen in Deutschland auf ein gemeinsames, abgestimmtes Vorgehen von Bund und Ländern für die Restitution der Benin-Objekte an Nigeria. Am 1. Juli 2022 wurde die Rückgabevereinbarung aller Benin-Objekte an Nigeria unterzeichnet. Am 20. Dezember 2022 wurde als erstes Objekt aus unserem Bestand die Miniaturmaske der Königsmutter Idia (16. Jh.) von Außenministerin Annalena Baerbock in Abuja an die Bundesrepublik Nigeria zurückgegeben. Weitere 45 Werke aus Benin sollen im Verlauf des Jahres 2023 restituiert werden, 24 Objekte sollen auf Wunsch der nigerianischen Partner vorerst als Dauerleihgabe in Stuttgart verbleiben.

 

 

Perspektiven

 

Die Restitution eröffnet neue Perspektiven für die Kooperationspartner:innen und die beteiligten Institutionen, um die Museumssammlungen über geografische Grenzen hinweg gemeinsam zu erforschen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nachfahr:innen des Königshauses, die nigerianische Bevölkerung und Besuchende können sich die Kunstwerke von Benin künftig im Edo Museum of West African Art (EMOWAA) ansehen und ihre historische wie gegenwärtige kulturelle Bedeutung an dem Ort erfahren, wo sie vor 125 Jahren geplündert wurden. Zusätzlich ermöglichen Digitalisierungsverfahren wie Fotografien oder 3D-Scans die weltweite Erforschung, Dokumentation und Vermittlung von Kunstwerken unabhängig vom Standort der Objekte.

02.08.26 - 10.09.28

Was ist deine Superkraft?

Eine Ausstellung mit Hörspiel-Reise für Kinder von 6 bis 10 Jahren

 

Träumst du manchmal auch davon, eine Superkraft zu haben? Dich verwandeln zu können, unglaublich stark zu sein oder die Regenwolken wegzupusten? Dann bist du bei Rossi genau richtig: Rossi ist ein Pferd, möchte gerne ein Einhorn mit magischen Fähigkeiten werden und hat Lust auf Abenteuer. Gemeinsam trefft ihr mächtige und fantastische Wesen. Ihr schwimmt mit der Göttin Sedna durch eisige Meere, fliegt mit einem Raben zur Sonne und versetzt Berge mit Hanuman, dem besten aller Freunde. Aber auch Drachen und Dämonenjäger warten auf deinem Weg. Doch keine Angst: Auch du hast eine Superkraft!

Durch die Ausstellung begleiten dich ein spannendes Hörspiel, knifflige Rätsel und Spiele.

Tipp: Bringt für das Hörspiel euer eigenes Handy und Kopfhörer mit!

Special: Tauschregal für Superheld:innen
Im Eingangsbereich kannst du Superheld:innen-Spielfiguren tauschen. Bring eine eigene Figur mit, stell sie ins Regal und nimm dafür eine andere.

Standort
Standort
Hegelplatz 1, 70174 Stuttgart
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–18:00
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