Wien
Museum

MAK – Museum für Angewandte Kunst

Stubenring 5, 1010 Wien

Wie kaum eine andere Institution steht das MAK – Museum für angewandte Kunst für die fruchtbare Verbindung von Vergangenheit und Zukunft, die auch beim Besuch seiner umfangreichen Sammlung, seiner weitläufigen Schauräume, seiner themenbezogenen Sonderausstellungen und seines diskursiven Programms fühlbar und erlebbar wird. Die Verbindung von angewandter Kunst, Design, Architektur und Gegenwartskunst zählt zu seinen Kernkompetenzen.

 

Als erstes Museum an der Ringstraße nimmt das MAK eine ganz besondere Stellung ein. Gegründet wurde das Museum bereits acht Jahre zuvor, 1863, von Rudolf von Eitelberger, dem ersten Kunstgeschichteprofessor Wiens. Bis 1871 der Bau im Stil der italienischen Frührenaissance an der Ringstraße fertiggestellt war, diente das sogenannte Ballhaus am Ballhausplatz als Provisorium. Als Vorbild galt, wie es auch heute niemand abstreiten will, das große Victoria & Albert Museum in London, das elf Jahre zuvor als South Kensington Museum gegründet worden war.

Veranstaltungen und Ausstellungen

25.02.26 - 31.12.27

WIEN 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk | Neuaufstellung der MAK Schausammlung

Mit der Neuaufstellung der Schausammlung rund um die Epoche Wien 1900 setzt das MAK seine konsequente Arbeit der letzten Jahre fort, die Sammlung nach aktuellen, zeitgenössischen Gesichtspunkten zu befragen.

 

Markus Schinwald wurde eingeladen, ein Konzept aus künstlerischer Perspektive in enger Zusammenarbeit mit den Sammlungsleiter:innen zu erarbeiten und damit einen nächsten Schritt in der weltweit beachteten Praxis des MAK zu setzen, mit Künstler:innen an seinen Dauerpräsentationen zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, die Kunst­ und Kulturgeschichte im Zeitraum zwischen der ersten Secessions­ausstellung 1898 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht wie bisher linear und chrono­logisch zu erzählen, sondern sich vielmehr der Ideen­ und Entwurfsgeschichte dieser prägenden Epoche zu widmen. Das 1864 gegründete k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie (heute MAK) und die daraus entstandene Kunstgewerbeschule (heute Universität für angewandte Kunst), seit 1900 eng mit der Secession verbunden, waren die Orte, an denen die Grundlagen für Reformbewegungen wie die »Wiener Werkstätte« (deren Archiv das MAK besitzt), den »Deutschen und Österreichischen Werkbund« und das »Bauhaus« gelegt wurden. Im Sinne der Leitidee des »Gesamtkunstwerks« war der Austausch zwischen Architektur, Malerei und angewandter Kunst in Wien intensiv und bildete die Basis für eine neue Ästhetik.

 

Eine neue Sicht auf Wien um 1900, orientiert an MAK Ausstellungen wie Die Frauen der Wiener Werkstätte und dafür entwickelten diversifizierten Erzählungen, soll den Kern dieser so prägenden Epoche anschaulich werden lassen. Neben Schätzen aus der eigenen Sammlung wird mit hochkarätigen Leihgaben gearbeitet.

Bei der Befragung der Objekte werden formale Aspekte ebenso kontextualisiert wie soziale Aspekte in der gesellschaftlichen Entwicklung unter fünf Herrschaftsformen. Daraus entstehen assoziative Verbindungen zwischen Objekten, Ideen und Kontexten bis in die Gegenwart. Markus Schinwald entwickelt dabei rund um die bekannten Highlightobjekte der Sammlung Wien 1900 filmsetartige Szenarien und Archivsituationen quer durch die Maßstäbe vom kleinen Exlibris bis zum monumentalen Möbel oder Fries. Die drei neuen Schauräume bieten einen Querschnitt durch diese Hochblüte der angewandten Kunst, wie sie nur das MAK mit seiner herausragenden Sammlung anbieten kann.

Künstlerische Konzeption: Markus Schinwald
Generaldirektorin: Lilli Hollein
Wissenschaftliches Team / MAK Kustod:innen: Rainald Franz, Sebastian Hackenschmidt, Kathrin Pokorny-Nagel, Anne-Katrin Rossberg, Lara Steinhäußer, Mio Wakita-Elis
Leitung Restaurierung & Werkstätten: Anne Biber
Ausstellungsorganisation: Mario Kojetinsky; Assistenz: Leonie Krinninger
Koordination: Max Appel-Palma
Texte: Janina Falkner, Julia Krah unter Mitwirkung der MAK Kustod:innen
Ausstellungsarchitektur: Michael Wallraff
Grafik: Christoph Steinegger

25.03.26 - 31.12.30

Neupräsentation: MAK SCHAUSAMMLUNG TEXTILIEN UND TEPPICHE

Die MAK Sammlung Textilien und Teppiche zählt zu den wertvollsten und umfangreichsten ihrer Art weltweit. Sie vereint Objekte von der Spätantike bis in die Gegenwart, von europäischen bis hin zu ostasiatischen Textilien.

 

Die exquisite Teppichsammlung ist mit einem Schwerpunkt auf einzigartige persische und mamlukische Teppiche des 16. und 17. Jahrhunderts einer der glanzvollsten Bereiche dieses Sammlungssegments.

Für die Gestaltung und Inszenierung dieser Juwelen der MAK Sammlung konnte das international renommierte Designstudio FormaFantasma gewonnen werden. Anders als in der früheren permanenten Präsentation, die sich auf die hochkarätige Teppichsammlung konzentrierte, werden die Teppiche mit weiteren textilen Highlights der Sammlung kontextualisiert. Mit diesem breiteren kuratorischen Konzept trägt das MAK erstmals auch in der Schausammlung der Vielfalt und dem Reichtum dieses Sammlungsbereichs Rechnung.

Die Neuaufstellung bietet einen Querschnitt durch die Textilsammlung und offenbart kulturelle Verknüpfungen zwischen den Objekten, die häufig von internationalem Austausch und Handel –beispielsweise entlang der sogenannten Seidenstraße – zeugen.

 

Großformatige Vitrinen und ein Schubladensystem tragen der Fragilität der Objekte Rechnung und gewährleisten das konservatorisch erforderliche, regelmäßige Alternieren der Exponate. Für Besucher:innen wird damit nicht nur die Schönheit der Sammlung, sondern auch die Fragilität und Kostbarkeit der Exponate sinnlich erfahrbar.

Entlang der Gruppierung der Objekte ist es für das Publikum zudem möglich, textile Techniken zu erkunden und anhand einzelner Objektbiografien in die Sammlungsgeschichte des Museums einzutauchen.

KURATORIN: Lara Steinhäußer, Kustodin MAK Sammlung Textilien und Teppiche
GESTALTUNG: Formafantasma

29.04.26 - 10.01.27

VALLY WIESELTHIER – Bild und Ton

Mit der Ausstellung VALLY WIESELTHIER: Bild und Ton widmet sich das MAK erstmals umfassend der Karriere der Wiener Keramikerin Vally Wieselthier (1895–1945) in Europa und in den Vereinigten Staaten, wo sie ab 1928 lebte und arbeitete.

 

Anlass für die Schau gibt die Übernahme eines Teilnachlasses ihres beeindruckenden Œuvres aus dem Besitz ihrer amerikanischen Familie.

Wieselthier war Schülerin von Josef Hoffmann und Michael Powolny an der Wiener Kunstgewerbeschule und gilt als prominenteste Vertreterin der ganz von Künstlerinnen geprägten Wiener-Werkstätte-Keramik. Ab 1927 leitete sie die Produktionsstätte und entwickelte eine neue Form der Keramikskulptur von bis dahin unbekannter Expressivität. Die Ausstellung im MAK kann auf bedeutende, teils noch nie gezeigte Objekte aus europäischen Sammlungen und aus Wieselthiers Nachlass in den USA zurückgreifen. Mit dem Archiv der Wiener Werkstätte besitzt das MAK bereits einzigartige Quellen und Objekte zu ihrem Leben und Werk, die nun durch die Schenkung des gesamten Papier-Nachlasses an das Museum substanziell bereichert werden. Damit lassen sich die Entwicklung der Keramikerin in Europa und ihre hierzulande kaum bekannte Karriere in den USA nachzeichnen.

 

VALLY WIESELTHIER. Bild und Ton trägt zur Aufarbeitung ihrer herausragenden Stellung in den Kunstszenen auf beiden Kontinenten bei und beleuchtet Wieselthiers nachhaltige Wirkung auf die österreichische Kunstkeramik bis heute. Im Vorfeld der Schau finden Ausstellungen und Symposien in New York statt, an denen das MAK beteiligt ist, sowie eine Tagung im Herbst 2026 im MAK.

Kurator:innen: Rainald Franz, Kustode MAK Sammlung Glas und Keramik; Anne-Katrin Rossberg, Kustodin MAK Sammlung Metall und Wiener Werkstätte Archiv

27.05.26 - 24.01.27

THOMAS DEMAND – Räume, die von gestern träumen

Der in Berlin lebende Künstler Thomas Demand, einer der bedeutendsten Akteur:innen der Gegenwartskunst, verknüpft für diese Ausstellung die Bildkraft des Theaters und der Oper mit seiner künstlerischen Praxis.

 

Ausgehend von historischen Entwürfen für Kulissen – von Bühnenbildern des Barock bis zur Jahrhundertwende – entwickelt Demand eigens für das MAK einen Werkzyklus, der eine Auswahl von Modellen des Theatermuseums Wien und des Nouveau Musée National der Monaco in das Medium der Fotografie überträgt. Das Denken in Modellen als kulturelle Praxis und dessen Bedeutung für unsere Realitätserfahrung und Auseinandersetzung mit Vergangenheit prägen sein gesamtes künstlerisches Œuvre. 

 

Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien sind das Ergebnis einer intensiven Beschäftigung mit Miniaturen der Theatergeschichte, die Raum und Dramaturgie verdichten und die Betrachter:innen in fast abstrakter Form in die Traumwelten der Bühne eintauchen lassen. Die neu entstandene Serie wird begleitet von einer raumgreifenden Wandinstallation und Lichtquellen, die der Künstler selbst entwickelt hat: Vorder- und Hintergrund interagieren, Modell und Idylle, Kulturgeschichte und Gegenwart fügen sich zu einer Inszenierung eines idealisierten Archivs.

Kuratorin: Bärbel Vischer, Kustodin MAK Sammlung Gegenwartskunst

29.09.26 - 01.11.26

20 Jahre VIENNA DESIGN WEEK – Eine Stadt voller Plakat

Eine Kooperation mit der VIENNA DESIGN WEEK

 

Die VIENNA DESIGN WEEK, Österreichs größtes kuratiertes Designfestival, feiert im Jahr 2026 ihr 20-jähriges Jubiläum. Mit der Präsentation im Plakatforum würdigt das MAK die Plakatdesigns der für die Gestaltung verantwortlichen Designer:innen. Die Plakate haben jeden Herbst aufs Neue das Image und die öffentliche Wahrnehmung der im Jahr 2006 von Lilli Hollein, Tulga Beyerle und Thomas Geisler gegründeten und mittlerweile international renommierten Initiative entscheidend mitgeprägt.

Koordination: Peter Klinger, stellvertretender Leiter MAK Bibliothek und Kunstblättersammlung

07.10.26 - 14.03.27

ARCHITEKTURBAUKÄSTEN 1890–1990 – Die große Mitspielausstellung

Eine Ausstellung des DAM – Deutsches Architekturmuseum

 

Mit vielen Bausteinen kann im MAK an acht Stationen gespielt, gebaut und Neues entwickelt werden – inmitten der MAK Säulenhalle, im Kunstblättersaal sowie in der DIREKTION FÜR ALLE!.

 

Die große Mitspielausstellung für Kinder ab 4 Jahren wurde auf Basis der einzigartigen Privatsammlung des Grafikers Claus Krieger kuratiert, die etwa 150 Baukästen aus den Jahren 1890 bis 1990 umfasst. Sie folgt der These, dass eine Art »evolutionäre Entwicklung« der Bausteine diese Fülle an Baukästen hervorgebracht hat. Die Spielzeugfirmen experimentierten mit vielfältigen Materialien: Künstlicher Ziegelstein, Holz, Metall, aber auch längst vergessene Stoffe wie Galalith (»Milchstein«) und sogar Gummi/Kautschuk kamen zum Einsatz. Unzählige ausgeklügelte Varianten wurden entwickelt, um haltbare und zugleich leicht wieder zerlegbare Verbindungen herzustellen. Schließlich konnte Lego das Klemmprinzip perfektionieren und die meisten anderen Unternehmen verschwanden.

 

Exklusiv für diese Ausstellung wurden ausgewählte Bausätze wieder spielbar gemacht. Nach historischen Vorbildern geformte Bausysteme von Studierenden der HFT Stuttgart haben die wertvollen Originalbausteine der Kästen »Ingenius«, »Bâtiss« und »Skyline« in vergrößertem Maßstab nachgebildet. Außerdem warten eine immersive Reise in ein Architekturmodell via VR-Simulation sowie Steine der Systeme »Minibrix«, »Tetek«, »Dusyma« und der »Kleine Großblockbaumeister« aus DDR-Produktion auf alle, die Freude am Ausprobieren, Spielen und Bauen haben.

 

Zur Ausstellung im DAM erschien der Katalog 111 Architekturbaukästen. Sammlung Claus Krieger, Jovis-Verlag, Berlin 2025. Deutsch, 272 Seiten, 500 Abbildungen, erhältlich im MAK Design Shop und unter MAKdesignshop.at um 38 €.

 

Die Konzeption der Ausstellung im DAM wurde großzügig durch die IKEA-Stiftung unterstützt.

 

Gastkurator: Oliver Elser, DAM – Deutsches Architekturmuseum

Standort
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Stubenring 5, 1010 Wien
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