Wien
Museum

MAK – Museum für Angewandte Kunst

Stubenring 5, 1010 Wien

Wie kaum eine andere Institution steht das MAK – Museum für angewandte Kunst für die fruchtbare Verbindung von Vergangenheit und Zukunft, die auch beim Besuch seiner umfangreichen Sammlung, seiner weitläufigen Schauräume, seiner themenbezogenen Sonderausstellungen und seines diskursiven Programms fühlbar und erlebbar wird. Die Verbindung von angewandter Kunst, Design, Architektur und Gegenwartskunst zählt zu seinen Kernkompetenzen.

 

Als erstes Museum an der Ringstraße nimmt das MAK eine ganz besondere Stellung ein. Gegründet wurde das Museum bereits acht Jahre zuvor, 1863, von Rudolf von Eitelberger, dem ersten Kunstgeschichteprofessor Wiens. Bis 1871 der Bau im Stil der italienischen Frührenaissance an der Ringstraße fertiggestellt war, diente das sogenannte Ballhaus am Ballhausplatz als Provisorium. Als Vorbild galt, wie es auch heute niemand abstreiten will, das große Victoria & Albert Museum in London, das elf Jahre zuvor als South Kensington Museum gegründet worden war.

Veranstaltungen und Ausstellungen

28.01.26 - 31.12.27

Neupräsentation: MAK SCHAUSAMMLUNG TEXTILIEN UND TEPPICHE

Die MAK Sammlung Textilien und Teppiche zählt zu den wertvollsten und umfangreichsten ihrer Art weltweit. Sie vereint Objekte von der Spätantike bis in die Gegenwart, von europäischen bis hin zu ostasiatischen Textilien.

 

Die exquisite Teppichsammlung ist mit einem Schwerpunkt auf einzigartige persische und mamlukische Teppiche des 16. und 17. Jahrhunderts einer der glanzvollsten Bereiche dieses Sammlungssegments.

Für die Gestaltung und Inszenierung dieser Juwelen der MAK Sammlung konnte das international renommierte Designstudio FormaFantasma gewonnen werden. Anders als in der früheren permanenten Präsentation, die sich auf die hochkarätige Teppichsammlung konzentrierte, werden die Teppiche mit weiteren textilen Highlights der Sammlung kontextualisiert. Mit diesem breiteren kuratorischen Konzept trägt das MAK erstmals auch in der Schausammlung der Vielfalt und dem Reichtum dieses Sammlungsbereichs Rechnung.

Die Neuaufstellung bietet einen Querschnitt durch die Textilsammlung und offenbart kulturelle Verknüpfungen zwischen den Objekten, die häufig von internationalem Austausch und Handel –beispielsweise entlang der sogenannten Seidenstraße – zeugen.

 

Großformatige Vitrinen und ein Schubladensystem tragen der Fragilität der Objekte Rechnung und gewährleisten das konservatorisch erforderliche, regelmäßige Alternieren der Exponate. Für Besucher:innen wird damit nicht nur die Schönheit der Sammlung, sondern auch die Fragilität und Kostbarkeit der Exponate sinnlich erfahrbar.

Entlang der Gruppierung der Objekte ist es für das Publikum zudem möglich, textile Techniken zu erkunden und anhand einzelner Objektbiografien in die Sammlungsgeschichte des Museums einzutauchen.

KURATORIN: Lara Steinhäußer, Kustodin MAK Sammlung Textilien und Teppiche
GESTALTUNG: Formafantasma

11.02.26 - 26.07.26

FELIX LENZ – Soft Image, Brittle Grounds

In der Mixed-Media-Installation Soft Image, Brittle Grounds beschäftigt sich Künstler:in und Filmemacher:in Felix Lenz mit den materiellen und politischen Implikationen technologischer Bild- und Wissensproduktion und zeigt, wie die Komplexität der Welt mit den reduktiven Rationalitäten des digitalen Zeitalters kollidiert.

 

Der 30-minütige Essayfilm Brute Force [Exhibition Cut] (2025) untersucht Infrastrukturen und Instrumente der Bild- und Datenerfassung. Von subatomaren Teilchen bis hin zu Aufnahmen planetarischen Maßstabs macht der Film ihre ökologischen Auswirkungen und geologischen Einschreibungen sichtbar. Gedreht in mehreren Ländern, mit zentralen Aufnahmen an den Salzseen und Salzebenen in Utah und Kalifornien, versteht der Film Salz als Archiv von Austrocknung und Wasserknappheit – als materiellen Index der Klimakrise, der Erschöpfung natürlicher Ressourcen und ihrer ungleichen Verteilung. Brute Force entstand in Co-Regie mit Ganaël Dumreicher.

 

Die neu konzipierte Drei-Kanal-Videoinstallation Valley of the Hearts Delight (2025) vollzieht einen Perspektivenwechsel vom Planetaren hin zum Lokalen und Ortsspezifischen. Der Titel verweist auf den historischen Namen des einst fruchtbaren Landes, das heute als Silicon Valley bekannt ist. Gefilmt aus der Perspektive eines industriellen Roboterarms, verweisen Nahaufnahmen von Erdschichten und zermahlenen weißen Muscheln auf die heiligen Muschelhügel der indigenen Ohlone: Begräbnisstätten und Zeugnisse des Lebens früherer Generationen, die heute unter den Hauptquartieren globaler Technologiekonzerne verborgen liegen. Hinter den glatten Fassaden technokratischer Ideologien enthüllt die Installation die fortschreitende Auslöschung marginalisierter Stimmen und Kulturen.

Soft Image, Brittle Grounds reflektiert die vielschichtigen Verflechtungen von Technologie, Ökologie und Ungleichheit und wirft die Frage auf, wer Zugang zu Informationen erhält, wer über Deutungshoheit verfügt und wessen Geschichten von dominanten Fortschrittsnarrativen verdrängt werden.
 

Beauftragt vom MAK und gefördert durch das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, vertrat Felix Lenz mit Soft Image, Brittle Grounds Österreich auf der 24. Triennale Milano International Exhibition. Unter dem Titel Inequalities nahm die Triennale die wachsenden sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Ungleichheiten in den Fokus, die durch die Klimakrise und rasante technologische Entwicklungen zunehmend verschärft werden.

Künstlerisches Konzept und Umsetzung: Felix Lenz
Kuratorin: Marlies Wirth, Kuratorin Digitale Kultur, Kustodin MAK Sammlung Design
Grafische Gestaltung: Lisa Penz, David Gallo

Die Ausstellung ist der Beitrag des MAK zur Klima Biennale Wien 2026.

25.02.26 - 31.12.27

WIEN 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk | Neuaufstellung der MAK Schausammlung

Mit der Neuaufstellung der Schausammlung rund um die Epoche Wien 1900 setzt das MAK seine konsequente Arbeit der letzten Jahre fort, die Sammlung nach aktuellen, zeitgenössischen Gesichtspunkten zu befragen.

 

Markus Schinwald wurde eingeladen, ein Konzept aus künstlerischer Perspektive in enger Zusammenarbeit mit den Sammlungsleiter:innen zu erarbeiten und damit einen nächsten Schritt in der weltweit beachteten Praxis des MAK zu setzen, mit Künstler:innen an seinen Dauerpräsentationen zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, die Kunst­ und Kulturgeschichte im Zeitraum zwischen der ersten Secessions­ausstellung 1898 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht wie bisher linear und chrono­logisch zu erzählen, sondern sich vielmehr der Ideen­ und Entwurfsgeschichte dieser prägenden Epoche zu widmen. Das 1864 gegründete k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie (heute MAK) und die daraus entstandene Kunstgewerbeschule (heute Universität für angewandte Kunst), seit 1900 eng mit der Secession verbunden, waren die Orte, an denen die Grundlagen für Reformbewegungen wie die »Wiener Werkstätte« (deren Archiv das MAK besitzt), den »Deutschen und Österreichischen Werkbund« und das »Bauhaus« gelegt wurden. Im Sinne der Leitidee des »Gesamtkunstwerks« war der Austausch zwischen Architektur, Malerei und angewandter Kunst in Wien intensiv und bildete die Basis für eine neue Ästhetik.

 

Eine neue Sicht auf Wien um 1900, orientiert an MAK Ausstellungen wie Die Frauen der Wiener Werkstätte und dafür entwickelten diversifizierten Erzählungen, soll den Kern dieser so prägenden Epoche anschaulich werden lassen. Neben Schätzen aus der eigenen Sammlung wird mit hochkarätigen Leihgaben gearbeitet.

Bei der Befragung der Objekte werden formale Aspekte ebenso kontextualisiert wie soziale Aspekte in der gesellschaftlichen Entwicklung unter fünf Herrschaftsformen. Daraus entstehen assoziative Verbindungen zwischen Objekten, Ideen und Kontexten bis in die Gegenwart. Markus Schinwald entwickelt dabei rund um die bekannten Highlightobjekte der Sammlung Wien 1900 filmsetartige Szenarien und Archivsituationen quer durch die Maßstäbe vom kleinen Exlibris bis zum monumentalen Möbel oder Fries. Die drei neuen Schauräume bieten einen Querschnitt durch diese Hochblüte der angewandten Kunst, wie sie nur das MAK mit seiner herausragenden Sammlung anbieten kann.

Künstlerische Konzeption: Markus Schinwald
Generaldirektorin: Lilli Hollein
Wissenschaftliches Team / MAK Kustod:innen: Rainald Franz, Sebastian Hackenschmidt, Kathrin Pokorny-Nagel, Anne-Katrin Rossberg, Lara Steinhäußer, Mio Wakita-Elis
Leitung Restaurierung & Werkstätten: Anne Biber
Ausstellungsorganisation: Mario Kojetinsky; Assistenz: Leonie Krinninger
Koordination: Max Appel-Palma
Texte: Janina Falkner, Julia Krah unter Mitwirkung der MAK Kustod:innen
Ausstellungsarchitektur: Michael Wallraff
Grafik: Christoph Steinegger

18.03.26 - 09.08.26

URSI FÜRTLER. Textil – Abstrakt

Das MAK widmet der vielfach ausgezeichneten österreichischen Textilkünstlerin Ursi Fürtler (* 1939) erstmals eine Personale.

 

Charakteristisch für ihr Werk ist zum einen die Vorliebe für plissierte Stoffe, zum anderen für geometrische Muster, die von ihrer intensiven Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Kanon und dem Kunsthandwerk der klassischen Moderne – von der Wiener Werkstätte bis zum Bauhaus – zeugen. Ihre Faszination für japanische Druck- und Färbetechniken zeigt sich besonders im konsequenten Einsatz von drei unterschiedlichen Siebdruckschablonen, die mit Punkten und Streifen arbeiten und in ihren Kombinationen komplexe, vielschichtige Muster entstehen lassen. Gezeigt wird ein Querschnitt durch ihr gesamtes Werk, von Textilentwürfen auf Papier aus den 1970er und 1980er Jahren über faltbare Paravents bis hin zu Textilien an der Schnittstelle von skulpturalem Objekt und tragbarem Kleidungsstück. 

Kuratorin: Lara Steinhäußer, Kustodin MAK Sammlung Textilien und Teppiche

15.04.26 - 16.08.26

BARBARA PFLAUM – Schaufenster des Alltags

Barbara Pflaum (1912–2002) war eine der wenigen Frauen, denen es in den 1950er Jahren gelang, den Beruf der Fotojournalistin in illustrierten Magazinen auszuüben.

 

In den beiden Nachkriegsjahrzehnten war dies ein von Männern dominierter Beruf, während in Europa und den Vereinigten Staaten eine Rückkehr der Frauen in den häuslichen Bereich stattfand. Auf Pflaum traf dies jedoch nicht zu. Mit der Fotografie kam sie während ihres Studiums an der Universität für angewandte Kunst Wien in Berührung, das sie als 40-jährige geschiedene Frau mit drei Kindern aufnahm.

Ihre Fotografien erregten die Aufmerksamkeit mehrerer Personen. 1954 veröffentlichte sie in der Wiener Illustrierten ihre ersten Reportagen – über Venedig und über eine experimentelle Schule in Schweden. Kurz darauf erhielt sie eine feste Anstellung als Fotografin bei der Wochenpresse, wo sie über 20 Jahre lang tätig war. Mit ihrer klassischen Rolleiflex-Mittelformatkamera war sie auf den meisten Theater- und Opernpremieren, Vernissagen, vor allem aber bei politischen Ereignissen anzutreffen.

 

Ihre Porträts von Staatsoberhäuptern, Parteiführer:innen, aber auch berühmten Künstler:innen schmückten vielfach die Titel-seite der Wochenzeitschrift. Auf diese Aufnahmen war die Fotografin stolz und zeigte sie zu Lebzeiten in Ausstellungen. Die Präsentation im MAK wird eine andere, weniger bekannte Seite ihres Schaffens offenlegen – jene, die heute besonders begeistert.

Zwischen Vernissagen, Konferenzen und Premieren durchstreifte Barbara Pflaum unermüdlich die Straßen Wiens und beobachtete seine Bewohner:innen. Situative Fotografien oder meisterhafte Porträts zeigen nicht nur ihren außergewöhnlichen Beobachtungssinn, ihren Humor und ihr phänomenales Gespür für Form, sondern auch eine große soziale Sensibilität. Die Ausstellung wird sich auf genau diese Fotografien konzentrieren – en passant, für sich selbst aufgenommen.

Ein Teil davon fand Eingang in einen 1961 erschienenen Wien-Bildband von Pflaum, viele wurden jedoch nie veröffentlicht.

Sie zeigen den Alltag der Stadtbewohner:innen ebenso wie Straßenproteste, zum Abriss bestimmte Stadtviertel oder Szenen auf weihnachtlichen Jahrmärkten.

Gastkuratorin: Karolina Ziębińska

21.04.26 - 20.09.26

HYPE UND HOCHKULTUR – 75 Jahre Wiener Festwochen in Plakaten

Gemeinsam mit dem MAK und in enger Zusammenarbeit mit der Wienbibliothek im Rathaus, die beide für ihre spektakulären Plakatsammlungen bekannt sind, zeigen die Wiener Festwochen eine Auswahl ihrer prägendsten Kampagnen und schöpfen dabei aus über tausend Plakaten.

 

Manche dieser Plakate spiegeln subtil den Zeitgeist wider, andere lösen bei den Bewohner:innen dieser Stadt sofort Erinnerungen aus: an unvergessene Theaterskandale, hitzige Debatten – und vor allem an große Kunsterlebnisse. Stadtgesellschaftlich brisante Ereignisse wie die Arena-Besetzung im Jahr 1976 klingen ebenso an wie ikonische Momente, etwa das Falco-Eröffnungskonzert 1985. Die Plakatchronik zeigt den Wandel der Zeiten und Designsprachen, vor allem aber die Entwicklung des Festivals selbst hin zu seiner heutigen Form und visuellen Identität. Im Zuge der Ausstellung wird zudem erstmals der gesamte Bestand des Festwochen-Plakatarchivs digital zugänglich gemacht: grafische Experimente, visionäre Designentwürfe und legendär humorvolle Kampagnen.

Ein gemeinsames Projekt der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien und des MAK

In Kooperation mit der Wienbibliothek im Rathaus

Koordination: Peter Klinger, stellvertretender Leiter MAK Bibliothek und Kunstblättersammlung

29.04.26 - 10.01.27

VALLY WIESELTHIER – Bild und Ton

Mit der Ausstellung VALLY WIESELTHIER: Bild und Ton widmet sich das MAK erstmals umfassend der Karriere der Wiener Keramikerin Vally Wieselthier (1895–1945) in Europa und in den Vereinigten Staaten, wo sie ab 1928 lebte und arbeitete.

 

Anlass für die Schau gibt die Übernahme eines Teilnachlasses ihres beeindruckenden Œuvres aus dem Besitz ihrer amerikanischen Familie.

Wieselthier war Schülerin von Josef Hoffmann und Michael Powolny an der Wiener Kunstgewerbeschule und gilt als prominenteste Vertreterin der ganz von Künstlerinnen geprägten Wiener-Werkstätte-Keramik. Ab 1927 leitete sie die Produktionsstätte und entwickelte eine neue Form der Keramikskulptur von bis dahin unbekannter Expressivität. Die Ausstellung im MAK kann auf bedeutende, teils noch nie gezeigte Objekte aus europäischen Sammlungen und aus Wieselthiers Nachlass in den USA zurückgreifen. Mit dem Archiv der Wiener Werkstätte besitzt das MAK bereits einzigartige Quellen und Objekte zu ihrem Leben und Werk, die nun durch die Schenkung des gesamten Papier-Nachlasses an das Museum substanziell bereichert werden. Damit lassen sich die Entwicklung der Keramikerin in Europa und ihre hierzulande kaum bekannte Karriere in den USA nachzeichnen.

 

VALLY WIESELTHIER. Bild und Ton trägt zur Aufarbeitung ihrer herausragenden Stellung in den Kunstszenen auf beiden Kontinenten bei und beleuchtet Wieselthiers nachhaltige Wirkung auf die österreichische Kunstkeramik bis heute. Im Vorfeld der Schau finden Ausstellungen und Symposien in New York statt, an denen das MAK beteiligt ist, sowie eine Tagung im Herbst 2026 im MAK.

Kurator:innen: Rainald Franz, Kustode MAK Sammlung Glas und Keramik; Anne-Katrin Rossberg, Kustodin MAK Sammlung Metall und Wiener Werkstätte Archiv

13.05.26 - 13.09.26

CHRISTOPH SCHLINGENSIEF – Es ist nicht mehr mein Problem!

Ein gemeinsames Projekt von MAK, Wiener Festwochen | Freie Republik Wien und Gropius Bau / Berliner Festspiele. Christoph Schlingensief (1960–2010) war ein Künstler, der die Grenzen zwischen Kunst, Theater, Film und Politik sprengte – ein radikaler Humanist, der die Zumutungen der Gegenwart in seiner komplexen künstlerischen Praxis verhandelte.

 

Seine Produktionen forderten das Publikum zu einer aktiven Haltung heraus – zwischen Irritation und Erkenntnis, Überforderung und Reflexion. Mit der Ausstellung Es ist nicht mehr mein Problem!, ein Zitat Schlingensiefs aus dem Jahr 2005, zeigt das MAK gemeinsam mit den Wiener Festwochen erstmals eine umfassende Einzelausstellung des Künstlers in Österreich – jenem Land, das er im Jahr 2000 durch seine Aktion Bitte liebt Österreich – Erste österreichische Koalitionswoche im Rahmen der Wiener Festwochen mitten ins Zentrum seiner gesellschaftlichen Widersprüche führte.

Die Ausstellung entfaltet sich entlang zweier Zeitlinien, die von Church of Fear (2003–2005) ausgehen – jener ikonischen Installation, in der Schlingensief die globale Stimmung nach 9/11 in eine parodistische Glaubensgemeinschaft überführte. Sie erhob den »Glauben an die Angst« zum Dogma und wurde erstmals bei der Venedig Biennale 2003 präsentiert. 

 

Von dort entfalten sich zwei Richtungen: rückwärts zu den politischen und performativen Interventionen der späten 1990er und frühen 2000er Jahre (wie u. a. Chance 2000 oder Bitte liebt Österreich) und vorwärts zu den filmischen und opernhaften Arbeiten (wie u. a. The African Twin Towers).

Die Ausstellung versteht sich nicht als klassische Retrospektive, sondern bringt zentrale Werkkomplexe Schlingensiefs in Dialog. Sie zeigt, wie sich seine künstlerischen Strategien zwischen Theater, Film, Installation und Aktion gegenseitig durchdringen und ein vielschichtiges Bild seines Denkens formen. Im Mittelpunkt steht nicht das abgeschlossene Werk, sondern die Bewegung des Fragens, Zweifelns und Scheiterns, die Schlingensiefs Praxis prägt: »Man kann meines Erachtens voller Lust, Freude und Vorsatz scheitern. In meiner Arbeit war das immer ein Scheitern, das durch die Aufhebung von Zielgerade und Zielpunkt, von Raum und Zeit entstanden ist. Wenn man es innerlich schafft zu akzeptieren, dass es eines Scheiterns bedarf, um Kräfte nutzbar zu machen, wird viel passieren.«

Gastkurator: Raphael Gygax in Zusammenarbeit mit Aino Laberenz (Nachlass Christoph Schlingensief)
Assistenzkurator: Max Appel-Palma

27.05.26 - 24.01.27

THOMAS DEMAND – Räume, die von gestern träumen

Der in Berlin lebende Künstler Thomas Demand, einer der bedeutendsten Akteur:innen der Gegenwartskunst, verknüpft für diese Ausstellung die Bildkraft des Theaters und der Oper mit seiner künstlerischen Praxis.

 

Ausgehend von historischen Entwürfen für Kulissen – von Bühnenbildern des Barock bis zur Jahrhundertwende – entwickelt Demand eigens für das MAK einen Werkzyklus, der eine Auswahl von Modellen des Theatermuseums Wien und des Nouveau Musée National der Monaco in das Medium der Fotografie überträgt. Das Denken in Modellen als kulturelle Praxis und dessen Bedeutung für unsere Realitätserfahrung und Auseinandersetzung mit Vergangenheit prägen sein gesamtes künstlerisches Œuvre. 

 

Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien sind das Ergebnis einer intensiven Beschäftigung mit Miniaturen der Theatergeschichte, die Raum und Dramaturgie verdichten und die Betrachter:innen in fast abstrakter Form in die Traumwelten der Bühne eintauchen lassen. Die neu entstandene Serie wird begleitet von einer raumgreifenden Wandinstallation und Lichtquellen, die der Künstler selbst entwickelt hat: Vorder- und Hintergrund interagieren, Modell und Idylle, Kulturgeschichte und Gegenwart fügen sich zu einer Inszenierung eines idealisierten Archivs.

Kuratorin: Bärbel Vischer, Kustodin MAK Sammlung Gegenwartskunst

10.06.26 - 27.09.26

GLANZSTÜCKE – Van Cleef & Arpels Haute Joaillerie × Meisterwerke der MAK Sammlung

Die hochkarätige Ausstellung vereint einzigartige, selten gezeigte Objekte aus der MAK Sammlung mit Juwelierskunst aus der 120-jährigen Geschichte des Traditionsunternehmens für Haute Joaillerie, das 1906 auf der Pariser Place Vendôme gegründet wurde.

 

Das Projekt ist das Ergebnis eines intensiven Dialogs zwischen Van Cleef & Arpels und dem MAK, die ihre gemeinsame Leidenschaft und Begeisterung für herausragendes Design und handwerkliche Exzellenz zusammengeführt hat. 

Im Rahmen dieser Kooperation treten die berühmten Sammlungsobjekte des MAK – von mittelalterlichen Textilien bis hin zu den genialen Entwürfen der Wiener Werkstätte – in einen Dialog mit der Patrimonial Collection des Hauses Van Cleef & Arpels, die mehr als 3.000 Haute-Joaillerie- und Schmuckkreationen sowie Uhren und Preziosen umfasst. Was die rund 500 ausgewählten Exponate – mehr als 300 davon aus der Sammlung Van Cleef & Arpels und über 200 aus der Sammlung des MAK – vor allem verbindet, sind ihre außergewöhnliche Handwerkskunst, ihr visionäres Design und die verwendeten Materialien. Die Gegenüberstellungen zeigen auch überraschende Parallelen hinsichtlich Form, Farbe und Motiven, die oft auf ähnliche Inspirationsquellen zurückzuführen sind.

 

Die vom Pariser Atelier Tsuyoshi Tane konzipierte Ausstellungsarchitektur ist in Form eines Labyrinths angelegt, das die Besucher:innen auf eine Entdeckungsreise durch sechs Themenbereiche entführt. In »Wanderlust« lassen sich ferne Länder und Kulturen erkunden. Die nächste Etappe des Rundgangs lenkt den Blick auf die ästhetische Anziehungskraft architektonischer Formen. In der Sektion »Rhythmisches Design« stehen unterschiedliche Muster und dynamische Strukturen im Fokus. Die vierte Station hingegen ist der Bühne gewidmet und behandelt klassische Wiener Themen wie Oper, Tanz und Musik. Die fünfte Sektion, im Zentrum des Ausstellungs-parcours, beleuchtet Wandlungsfähigkeit und Trompe-l’Œil. Den Abschluss bildet eine Hommage der Künstler:innen und Juwelier:innen an die Schönheit der vergänglichen Natur und des Kosmos.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog mit Beiträgen von Expert:innen des MAK sowie des Haute-Joaillerie-Hauses, herausgegeben vom MAK und von Van Cleef & Arpels und gestaltet von dem in Wien ansässigen Grafikstudio Bueronardin.

Gastkuratorin Van Cleef & Arpels: Alexandrine Maviel-Sonet, Direktorin für Kulturerbe und Ausstellungen
Kuratorin MAK: Anne-Katrin Rossberg, Kustodin MAK Sammlung Metall und Wiener Werkstätte Archiv

Standort
Standort
Stubenring 5, 1010 Wien
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–21:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Social Media
Teilen