Das Museum August Kestner ist benannt nach August Kestner (1777–1853), der während seiner Zeit als hannoverscher Gesandter in Rom eine beachtliche Anzahl ägyptischer und griechisch-römischer Kleinkunst sowie andere Kunstgegenstände sammelte.
Das älteste städtische Museum in der Landeshauptstadt Hannover wird von einer denkmalgeschützten Glas-Beton-Fassade von 1961 umschlossen. Im Inneren finden sich noch Teile des Treppenhauses und der Seitenflügel und – als bauliches Highlight – fast die gesamte Eingangsfassade des ursprünglichen ersten Museumsgebäudes von 1889.
Das Museum befindet sich im Stadtzentrum neben dem Neuen Rathaus und zeigt als einziges Haus in Hannover und weitem Umkreis 6000 Jahre angewandte Kunst in vier Sammlungsbereichen: Antike und Ägyptische Kulturen, Angewandte Kunst mit einer Designsammlung und eine der größten Sammlungen von Münzen und Medaillen im Norddeutschen Raum.
Seit November 2014 bildet das Museum mit dem Historischen Museum Hannover und dem Museum Schloss Herrenhausen den Verbund »Museen für Kulturgeschichte Hannover«.
Die Exponate des Museum August Kestner verteilen sich vor allem auf vier Sammlungen: Ägyptische Kunst, Antike Kulturen, Angewandte Kunst / Design und Numismatik.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Doppelausstellung zum Design
In einer Doppelausstellung widmet sich das Museum August Kestner vom 14. Dezember 2025 bis 7. Juni 2026 zwei Themen des zeitgenössischen Designs. Während beim Fun Design formale und emotionale Aspekte der Gestaltung im Vordergrund stehen, geht es bei Circular Design um nachhaltige Produktentwicklung.
Fun Design
Über Humor lässt sich streiten. Darüber, was Fun Design ist, natürlich auch. Fest steht: Es gibt eine Vielzahl von Produkten, bei deren Gestaltung die Absicht im Vordergrund stand, die Kaufenden emotional anzusprechen. Man kann diese als witzig, originell, ironisch oder verspielt beschreiben, aber auch als provozierend, kitschig, anzüglich oder geschmacklos empfinden. Fun Design erlebt einen Boom in den letzten Jahrzehnten; vor allem italienische Firmen profilieren sich in diesem Bereich. Wir versuchen einen Überblick zu geben, fragen wie Fun Design eigentlich ›funkioniert‹ und werfen einen Blick zurück in die Designgeschichte. Dabei zeigt sich: Fun Design hat viele historische Vorläufer, von denen einige bis heute inspirierend wirken. Und: Fun Design kann auch nachhaltig sein!
Circular Design
Design und Nachhaltigkeit? Das war bis vor kurzem noch ein Nischenthema. Zumal das Möbel und Interior Design zeigte sich merkwürdig unbeeindruckt von den realen Problemen der Welt. Dabei trägt es auch – vor allem durch Fast Furniture – seinen Teil zu Ressourcenverschwendung, Umweltschädigung und Klimawandel bei. Mittlerweile ist durch politische Vorgaben, kritisches Nachfragen von Nutzer:innen und oft auch aus innerer Überzeugung viel in Bewegung gekommen. Die Ausstellung thematisiert, wie renommierte Designunternehmen, insbesondere aus Niedersachsen, mit den komplexen Herausforderungen bei der Entwicklung eines kreislauffähigen Designs umgehen. Präsentiert werden zudem vielversprechende Lösungsansätze von Designer*innen, Studierenden und Wissenschaftler:innen, die Wege zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Design aufzeigen.
Die Doppelausstellung entstand unter Mitwirkung zahlreicher Kooperationspartner:innen. Sie wird fachlich und finanziell durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, unterstützt und von der Stiftung Niedersachsen gefördert.
Ein vielfältiges Rahmenprogramm ergänzt die Schau.
Eröffnung: 13. Dezember 2025, 15 Uhr

