Salzburg
Museum

Museum der Moderne Salzburg

Mönchsberg 32, 5020 Salzburg

Das Museum der Moderne Salzburg ist für vielfältige und umfangreiche Sammlungsbestände verantwortlich, gesamt für rund 55 000 Werke, die vom 19. und 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichen und aus der Anfangszeit einen Schwerpunkt auf Grafik und Fotografie aufweisen. Neben der eigenen Sammlung betreut das Museum der Moderne Salzburg gemeinsam mit den Werken im Besitz des Landes Salzburg auch die Fotosammlung des Bundes mit allein rund 12 000 Titeln.

 

Ein weiterer prominenter, dem Museum seit 2014 anvertrauter Bestand ist die international ausgerichtete Sammlung Generali Foundation mit rund 2100 Werken in unterschiedlichen Medien und einem Fokus auf konzeptuelle sowie Medien und Performance basierter Kunst. Insgesamt befinden sich in der Obhut des Museum der Moderne Salzburg rund 31 000 Arbeiten auf Papier, 22 000 Fotografien, 800 Gemälde, 700 Skulpturen und Installationen sowie 800 Film- und Videoarbeiten inklusive Installationen mit elektronischen Medien.

 

Einer der thematischen Grundpfeiler der Sammlung des Museum der Moderne Salzburg ist das expressionistische Menschenbild, dass die frühe Sammlungsgeschichte geprägt und für einen deutlichen Schwerpunkt zugunsten figurativer Kunst gesorgt hat. Mit der Errichtung des neuen Museumsgebäudes am Mönchsberg wurden zeitgenössische Positionen nationaler und internationaler Kunst verstärkt berücksichtigt. Als Kompetenzzentrum für österreichische Fotografie nach 1945 verfügt das Museum über eine umfangreiche Sammlung der wichtigsten Positionen der nationalen Fotogeschichte. Ein hochkarätiges Konvolut japanischer Fotografie steht exemplarisch für eine internationale Perspektive. Die international anerkannte Sammlung Generali Foundation, die zu den bedeutendsten österreichischen Unternehmenssammlungen gehört, setzt mit feministischen, performativen und konzeptuellen Positionen seit den 1970er-Jahren wesentliche Akzente im zeitgenössischen Kunstgeschehen.

Veranstaltungen und Ausstellungen

03.04.26 - 07.02.27

Stano Filko. 12 Chakras of Becoming

Stano Filko war einer der visionärsten und radikalsten Figuren der mitteleuropäischen Neo-Avantgarde. Die Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg widmet dem Künstler eine umfassende Retrospektive. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus allen Lebens- und Schaffensphasen – von frühen Malereien und konzeptuellen Experimenten über begehbare Environments bis hin zu materialreichen Assemblagen und großformatigen Skulpturen.

 

 

Wer war Stano Filko?

 

Stano Filko wurde 1937 in Veľká Hradná, einem Ort in der damaligen Tschechoslowakei, geboren. Ab den 1960er-Jahren entwickelte er in Bratislava eine progressive künstlerische Praxis, mit der er früh internationale Anerkennung erlangte. Im Zuge seiner Teilnahme an der documenta 7 im Jahr 1982 in Kassel floh er vor der zunehmenden Unterdrückung durch das kommunistische Regime und lebte mehrere Jahre in New York. Nach der Wende von 1989 kehrte er in die Slowakei zurück und führte seine Arbeit in Richtung eines umfassenden Gesamtkunstwerks weiter. 2015 verstarb der Künstler in Bratislava.

 

 

Das »System SF«

 

Ab den 1990er-Jahren schuf Filko das »System SF« (Stano Filko). Dabei handelt es sich um ein Ordnungssystem, in dem Farben, Chakras sowie existenzielle und spirituelle Kategorien miteinander verwoben sind. Es wurde zum Leitprinzip seines gesamten Werks. Auch sein Atelierhaus in Bratislava war von diesem System durchdrungen.

 

 

Ein besonderes Gesamtwerk

 

Das Werk von Stano Filko hat seine Wurzeln in experimenteller Objektkunst, konzeptueller Grafik und Happenings. Ausgehend von diesen Ansätzen entwickelte er ein radikal offenes Werk, in dem sich Utopie, Wissenschaft und spirituelle Erfahrung verbanden. Seine Kunst folgte einem vielschichtigen Blick auf die Welt und versuchte, diese in einen ästhetischen und existenziellen Einklang zu bringen: Kunst als Ordnung, Theorie, Ritual und sinnliches Erlebnis zugleich.

 

Kuratoren: Boris Ondreička, Jürgen Tabor

02.10.26 - 04.04.27

Neugier im Fluss: Salzburger Kunst zwischen Aufbruch und Erinnerung

Die Ausstellung vereint Werke von Künstler:innen mit Wurzeln in Salzburg und eröffnet vielfältige Perspektiven auf einen vermeintlich vertrauten Ort. Kulturelle Teilhabe und Neugier stehen im Zentrum des Rahmenprogramms – mit Spezialführungen und Workshops.

 

 

Malerische Landschaft, barocke Architektur, bewegte Kulturgeschichte

 

Die beteiligten Künstler:innen gehen sehr unterschiedliche Wege und arbeiten mit einer Vielfalt an Medien. Was sie eint: Sie gehen über vertraute Grenzen hinweg und laden zur Spurensuche ein. Assoziationen mit dem Bild der Festspielstadt, dem barocken Weltkulturerbe und die Auseinandersetzung mit Erinnerung und Wahrnehmung fordern Blickgewohnheiten und Perspektiven heraus.

 

 

Beteiligte Künstler:innen

 

Die Schau zeigt Werke von Alexandra Baumgartner, Thomas Baumann, Jakob Buchner, EVA & ADELE, Heinrich Dunst, Günter Edlinger, Monika Fioreschy, Eva Grubinger, Alfred Haberpointner, Theresa Hattinger (Gestaltung), Thomas Hörl, Katrin Huber, Victor Jaschke, Peter Kozek, Thomas Nowotny, Monika Pichler, Sarah Pichlkostner, Lois Renner, Wilhelm Scheruebl, Elisabeth Schmirl, Margherita Spiluttini, Gerold Tusch und Antoinette Zwirchmayr.

 

Mit Arbeiten aus den Sammlungen des Museum der Moderne Salzburg, der Artothek Land Salzburg sowie ausgewählten Leihgaben.

 

Kurator:innen: Harald Krejci, Marijana Schneider, Tina Teufel

03.07.26 - 30.05.27

Ernst Caramelle. Denkfiguren

Ernst Caramelle zählt zu den international bedeutendsten Positionen der österreichischen Konzeptkunst. Seit den 1970er-Jahren untersucht er das labile Verhältnis von Realität und Illusion, Bild und Raum. Mit analytischer Präzision und feinem Humor fragt sein Werk danach, wie wir Kunst definieren, wo sie stattfindet und wie wir sie wahrnehmen.

 

Die Ausstellung richtet den Blick auf zwei zentrale Werkgruppen von Ernst Caramelle (*1952): auf seine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Künstlerbüchern, Plakaten und Einladungskarten (1974–2025), sowie auf seine frühe Fotoserie Video-Landschaften (1974).

 

 

Drucksachen

 

Wie kaum ein anderer Künstler begreift Caramelle scheinbar beiläufige Drucksachen als eigenständige, vollwertige künstlerische Räume und nutzt sie, um mit dem Publikum in Beziehung zu treten. Bereits in frühen Arbeiten erscheinen darin oft Kombinationen von Texten, Zeichnungen und fotografischen Bildern, die Denkbewegungen sichtbar machen. Über die Jahrzehnte entwickelt Caramelle daraus ein eigenes Vokabular wiederkehrender Formen und Methoden – die titelgebenden „Denkfiguren“.

 

 

Illusion oder Realität?

 

Seine Fotoserie Video-Landschaften bildet einen gedanklichen Resonanzraum zu seinen Drucksachen. Sie dokumentiert eine Reihe von Experimenten mit dem damals noch jungen Medium Video. Dabei wurden Fernsehmonitore in unterschiedliche Körper-Raum-Konstellationen gebracht. Die Monitore zeigen jeweils exakt das Bild, das sie im realen Raum verdecken, wodurch sie wie Fensterscheiben wirken. Es entsteht eine verblüffende Illusion, die die Grenzen zwischen Wahrnehmung und Täuschung, Realität und Medium verwischt. Caramelle stellte damit zentrale Fragen, die sein Werk bis heute prägen:

 

Was sehen wir? Wo beginnen und wo enden Realität und Illusion, Bild und Raum? Welche Rolle kann Kunst heute spielen, und wie tritt sie mit dem Publikum und ihrer Umgebung in Beziehung?

 

 

Lesen, Blättern, Sehen

 

In der Ausstellung werden Bücher, Plakate und Karten nicht nur gezeigt, sondern in Form von Leseexemplaren unmittelbar zugänglich gemacht. Ausgewählte Publikationen laden dazu ein, im Blättern und Vergleichen ihren inneren Aufbau, ihre Abfolge sowie ihren Aufbau von Bild- und Textinhalten nachzuvollziehen.

 

Kurator: Jürgen Tabor
Leselounge: Stefanie Grünangerl

03.07.26 - 30.05.27

Lese- und Medienlounge

Inmitten der Salzburger Altstadt macht die neu gestaltete Lese- und Medienlounge im Rupertinum Lust aufs Lesen, Schauen und Verweilen. Sie bietet ausgewählte Literatur aus den Bibliotheken des Museum der Moderne Salzburg und der Generali Foundation. Besucher:innen haben dort auch Zugang zur Mediathek aus deren Sammlung – mit rund 500 Filmen und Videos.

 

 

Bibliothek

 

Wenn Bücher nicht mehr im Bibliotheksmagazin stehen, sondern in neuen Zusammenstellungen präsentiert werden, entsteht ein neuer Zugang zu Wissen und Inspiration. Eine Bibliothek wird dadurch offener, lebendiger und zu einem Ort des Entdeckens und Austauschs.

 

Die Lese- und Medienlounge im obersten Stockwerk des Rupertinum greift genau diese Gedanken auf. In einer Landschaft aus bunten Buchinseln macht sie die Bestände der Bibliotheken des Museum der Moderne Salzburg und der Generali Foundation zugänglich. Es warten spannende Hintergrundinformationen zu den Ausstellungen im Haus, Sammlungskataloge und Neuerscheinungen sowie eine wechselnde Auswahl an Büchern zu aktuellen Themen.

 

Die Sitzecke in der Lounge besteht aus einem einladenden Ensemble von Möbel-Skulpturen des Künstlers Franz West, die er gemeinsam mit Marcus Geiger, Peter Kogler und Heimo Zobernig gestaltet hat. West selbst sprach davon, dass seine Sitzskulpturen »erst durch Aufsitzen zu Kunst« werden.

 

Lust auf mehr? Die hier präsentierte Auswahl an Büchern ist nur die Spitze des Eisberges. Im Generali Foundation Studienzentrum auf Ebene 2 (Zugang über das Atrium) gibt es den kompletten Bestand der beiden Bibliotheken zu entdecken. Mit rund 49.000 Titeln ist er ein Schatz für neugierige Leser:innen und Forscher:innen.

 

 

Mediathek

 

In der Lese- und Medienlounge bleiben Film- und Videofiles nicht mehr nur in den Medienspeichern von Sammlungen sicher verwahrt – indem sie für eigene Entdeckungsreisen zugänglich gemacht werden, eröffnen sich neue Wege durch die Sammlung und deren Inhalte.

 

Die Mediathek bietet Zugriff auf rund 500 Film- und Videowerke der Sammlung Generali Foundation sowie auf Dokumentationen von Vorträgen, Diskussionen und Performances. Experimente mit den Medien Film und Video, feministische Perspektiven und politische Filme prägen die Sammlung. Von bedeutenden Kunstschaffenden wie VALIE EXPORT, Andrea Fraser, Harun Farocki, Gordon Matta-Clark oder Martha Rosler ist fast das gesamte filmische Werk in der Mediathek vorhanden.

 

Auf einer Videoinsel werden zum Einstieg Arbeiten gezeigt, die beispielhaft für diese Sammlung stehen. So lässt sich in die Anfänge und Entwicklungen der österreichischen und internationalen Videokunst eintauchen.

 

 

Fokus-Themen in der Lese- & Medienlounge

 

Die Lese- & Medienlounge setzt regelmäßig neue thematische Akzente – von Kunst und Medien bis zu gesellschaftlichen Fragen. Zu jedem Schwerpunkt gibt es passende Buchempfehlungen, Filme, Archivmaterial oder Programmpunkte. Ein Ort zum Durchstöbern, Nachdenken und Inspirieren lassen.

Standort
Mönchsberg
Mönchsberg 32, 5020 Salzburg
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
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