Das Museum der Moderne Salzburg ist für vielfältige und umfangreiche Sammlungsbestände verantwortlich, gesamt für rund 55 000 Werke, die vom 19. und 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichen und aus der Anfangszeit einen Schwerpunkt auf Grafik und Fotografie aufweisen. Neben der eigenen Sammlung betreut das Museum der Moderne Salzburg gemeinsam mit den Werken im Besitz des Landes Salzburg auch die Fotosammlung des Bundes mit allein rund 12 000 Titeln.
Ein weiterer prominenter, dem Museum seit 2014 anvertrauter Bestand ist die international ausgerichtete Sammlung Generali Foundation mit rund 2100 Werken in unterschiedlichen Medien und einem Fokus auf konzeptuelle sowie Medien und Performance basierter Kunst. Insgesamt befinden sich in der Obhut des Museum der Moderne Salzburg rund 31 000 Arbeiten auf Papier, 22 000 Fotografien, 800 Gemälde, 700 Skulpturen und Installationen sowie 800 Film- und Videoarbeiten inklusive Installationen mit elektronischen Medien.
Einer der thematischen Grundpfeiler der Sammlung des Museum der Moderne Salzburg ist das expressionistische Menschenbild, dass die frühe Sammlungsgeschichte geprägt und für einen deutlichen Schwerpunkt zugunsten figurativer Kunst gesorgt hat. Mit der Errichtung des neuen Museumsgebäudes am Mönchsberg wurden zeitgenössische Positionen nationaler und internationaler Kunst verstärkt berücksichtigt. Als Kompetenzzentrum für österreichische Fotografie nach 1945 verfügt das Museum über eine umfangreiche Sammlung der wichtigsten Positionen der nationalen Fotogeschichte. Ein hochkarätiges Konvolut japanischer Fotografie steht exemplarisch für eine internationale Perspektive. Die international anerkannte Sammlung Generali Foundation, die zu den bedeutendsten österreichischen Unternehmenssammlungen gehört, setzt mit feministischen, performativen und konzeptuellen Positionen seit den 1970er-Jahren wesentliche Akzente im zeitgenössischen Kunstgeschehen.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Im Bann der Zauberflöte. Slevogt – Kokoschka – Hutter – von Huene
Die weltberühmte Oper »Die Zauberflöte« inspiriert bis heute Künstler:innen auf unterschiedliche Weise. Die Ausstellung Im Bann der Zauberflöte stellt anlässlich Mozarts 270. Geburtstag vier davon in den Mittelpunkt: Oskar Kokoschka, Max Slevogt, Stephan von Huehne und Wolfgang Hutter.
Oper trifft auf bildende Kunst
Die Zauberflöte zählt heute zu den populärsten und weltweit meistaufgeführten Werken des Musiktheaters. Mozarts Bühnenwerk fordert dabei aber nicht nur Musiker:innen heraus, sondern sorgt auch bei bildenden Künstler:innen für wichtige Impulse.
So schuf Max Slevogt mit tiefer Verehrung für Mozart seine meisterhaften Illustrationen zur Zauberflöte. Auch Oskar Kokoschka setzte sich intensiv mit der Oper auseinander: Für die Salzburger Festspiele entwarf er farbgewaltige Bühnenvisionen und expressive Kostüme. Mit einer Vorliebe für farbenprächtige Landschaften übernahm Wolfgang Hutter wiederum die bildnerische Gestaltung des Singspiels an der Grazer Oper. Seine Entwürfe entführen die Betrachter:innen in eine Zauberwelt voller exotischer Pflanzen und Wesen.
Wo ist der Zauber?
Das fragte sich Stephan von Huene nach seinem Besuch der Salzburger Inszenierung. Als Antwort darauf entwickelte er eine Klangskulptur – diese aktiviert die visuelle, akustische und körperliche Wahrnehmung der Besucher:innen auf überraschende, magische Art.
Gemeinsam zeigen die vier Künstler und deren Werke, wie lebendig und vielschichtig die Zauberflöte bis heute wirkt – als visuelles, akustisches und emotionales Erlebnis.
Július Koller. U.F.O.-naut J.K.
Július Koller erklärte den Alltag zur Kunst – und die Kunst zum Zeichen des Widerstands. Mit Witz und Ironie stellte der Künstler die Regeln des autoritären kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei infrage.
Absurde Aktionen, schlichte Gesten, starke Wirkung
Die Ausstellung versammelt zentrale Werke Kollers aus der Sammlung Generali Foundation, darunter auch seine legendäre Langzeitarbeit U.F.O.-naut J.K. (U.F.O.). Dafür machte er über mehr als 35 Jahre hinweg jährlich ein symbolisch aufgeladenes Selbstportrait.
Bekannt wurde Koller auch durch seine besonderen künstlerischen Aktionen – sogenannte Anti-Happenings. Diese fanden sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum statt und waren meist kurzweilig und nicht selten ironisch.
Július Koller wurde 1939 in Piešťany, der heutigen Slowakei geboren. Er starb 2007 in Bratislava. Ab den 1970er-Jahren verwendete er das Kürzel »U.F.O.«. Dies steht unter anderem für: universell-kulturelle futurologische Operationen. Damit wollte der Künstler ein Zeichen gegen die allgemeine gesellschafltiche Lähmung in der Zeit der kommunistischen „Normalisierung“ setzen. Koller zählt zu den bedeutendsten Stimmen der regimekritischen slowakischen Kunstszene der 1960er-Jahre.
Kurator: Jürgen Tabor
Leselounge: Stefanie Grünangerl

