Das Museum für Gestaltung Zürich sammelt als einzige Institution in der Schweiz bereits seit 1875 Objekte alltäglicher sowie künstlerisch anspruchsvoller Designkultur. Seine vier Sammlungen – Design, Grafik, Kunstgewerbe und Plakat – sind von internationaler Bedeutung und mit über 500 000 Objekten reich an Meilensteinen der ästhetischen und technischen Entwicklung. Seit 2014 sind alle vier Sammlungen im Toni-Areal unter einem Dach vereint.
Design
Die Designsammlung konzentriert sich auf seriell hergestellte Produkte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart sowie auf die Ideen und Prozesse, die darin zum Ausdruck kommen. Der Fokus liegt auf einer umfassenden Darstellung des Schweizer Designs, die mit Referenzbeispielen internationaler Herkunft konfrontiert wird. Gesammelt werden Produkte bekannter Designer wie auch anonym konzipiertes Alltagsdesign. Die mittlerweile über 50 000 Objekte umfassende Kollektion enthält serielle Gegenstände bis zur Kleinstserie, ergänzt durch Prototypen und Modelle.
Grafik
Die seit der Museumsgründung bestehende Grafiksammlung ist in ihrer Vielfalt und in ihrer heutigen Ausrichtung auf europäisches Grafikdesign schweizweit einzigartig. Sie dokumentiert auf diesem Gebiet den ästhetischen, technischen und kulturellen Wandel im Alltag von Gutenberg bis heute. Ursprünglich als internationale Vorbildersammlung angelegt, umfasst die Grafiksammlung nahezu sämtliche grafischen Disziplinen, die für den Unterricht an der einstigen Kunstgewerbeschule von Bedeutung waren. Den Kern bildeten zunächst Zeichnungen, Druckgrafik und illustrierte Bücher sowie Lehrbücher des 15. bis 20. Jahrhunderts. Es folgten Pressedrucke, Ostasiatica sowie Künstlerbücher, Fotografie und Gebrauchsgrafik. Heute konzentriert sich die Sammeltätigkeit auf die Schweiz und den europäischen Raum. Zu den Schwerpunkten zählen Werbe- und Informationsgrafik, Schrift, Typografie und Buchgestaltung. Die Grafiksammlung zählt über 130 000 Objekte.
Kunstgewerbe
Die über 17 000 Objekte umfassende Kunstgewerbesammlung ist neben der Grafiksammlung die älteste Sammlung des Museum für Gestaltung Zürich und eine der wichtigsten Kollektionen von internationalem Kunsthandwerk in der Schweiz. Einst als Vorbildersammlung für Ausbildung, Gewerbe und Industrie angelegt, liegen die Sammlungsschwerpunkte im 19. und 20. Jahrhundert. Einzelne Bereiche wie koptische und altperuanische Textilien reichen weit in die Vergangenheit, andere bis in die Gegenwart hinein. Das vielfältige Profil folgt der künstlerischen Verarbeitung von Glas, Keramik, Metall, Holz und Textil und konzentriert sich geografisch vorwiegend auf Europa. Hochkarätige Beispiele aus den USA und Japan finden sich im Feld der Tapisserien und der textilen Skulpturen. Die Jugendstilabteilung mit Werkgruppen von William Morris, Emile Gallé, René Lalique, Hermann Obrist oder Henry van de Velde geniesst internationalen Ruf. Zu den Glanzstücken gehören eine einzigartige Marionettensammlung von Künstlern und Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts wie Sophie Taeuber-Arp und eine bedeutende Musikinstrumentensammlung von rund 250 historischen Objekten.
Plakat
Die Plakatsammlung gehört weltweit zu den umfangreichsten und bedeutendsten Archiven dieser Art. Über 380 000 Plakate, davon 150 000 erschlossen und inventarisiert, dokumentieren die schweizerische und internationale Plakatgeschichte von ihren Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die Sammlung umfasst politische, kulturelle und kommerzielle Plakate. Die designgeschichtlich begründeten, geografischen Schwerpunkte bilden die Schweiz, Europa, Japan, Kuba, die ehemalige Sowjetunion und die USA.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Swiss Design Collection
Die Swiss Design Collection präsentiert rund 2500 Objekte aus den Bereichen Grafik, Typografie, Plakatgestaltung, Textil, Produktdesign und Kunstgewerbe. Im neu zugänglichen Archiv können auch die gelagerten Objekte hautnah erlebt werden. Jedes Objekt hat eine einzigartige Geschichte und ist Ergebnis eines Gestaltungsprozesses. Zudem zeigt die Ausstellung in temporären Inszenierungen unterschiedliche Perspektiven auf die Sammlungsbestände. Im integrierten Studio kann das Publikum selbst gestalten, Design ausprobieren, Wissen vertiefen, sich austauschen oder einfach entspannen.
Junge Grafik Schweiz!
Die Schweiz verfügt über eine bedeutende Grafiktradition, die international Massstäbe setzt. Doch wie prägt die junge Generation die Schweizer Grafiklandschaft von heute? Junge Grafik Schweiz! beleuchtet das Schaffen von Designer:innen im Alter zwischen Mitte 20 und Mitte 30 und lädt dazu ein, die Vielfalt gestalterischer Ansätze aus ihrer Perspektive zu entdecken. Die Ausstellung zeigt, wie sich die junge Szene im Spannungsfeld zwischen technologischen Neuerungen und gestalterischer Haltung, zwischen grafischem Erbe, experimenteller Praxis und gesellschaftlicher Reflexion bewegt.

