Das Museum Ostwall (MO) ist das Museum der Stadt Dortmund für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. 60 Jahre lang hatte es seinen Sitz »Am Ostwall«, heute ist es mit seiner Sammlung Teil des Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität. Auf den Ebenen 4 und 5 werden in regelmäßigem Wechsel Ausstellungen mit Werken aus dem eigenen Sammlungsbestand und Dauerleihnahmen präsentiert, die sich lebensnahen Themen widmen. Von der Malerei des Expressionismus über Werke des Fluxus bis hin zu zeitgenössischer Videokunst und Fotografie werden Werke von Künstlerinnen und Künstlern präsentiert, die Verbindungen zum eigenen Alltag ermöglichen und die Welt in der wir leben mit Mitteln der Kunst reflektieren. Eine wichtige Rolle spielen dabei Angebote der Kunstvermittlung, die es den Besucherinnen und Besuchern ermöglichen, selbst aktiv zu werden und verschiedene kreative Formen der Auseinandersetzung mit der Kunst zu erproben.
Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts: Die MO_Sammlung
Im Museum Ostwall im Dortmunder U ist die Kunstsammlung der Stadt Dortmund mit Werken aus dem 20. und 21. Jahrhundert zuhause. Malereien und Skulpturen aus der Zeit der Klassischen Moderne (1900 bis 1945) bilden dabei ebenso einen Schwerpunkt wie Kunstwerke, Aktionsrelikte und Dokumente aus der Zeit des Fluxus (Ende der 1950er bis in die 1970er Jahre). In den letzten Jahren kamen vor allem Arbeiten von zeitgenössischen Künstler:innen hinzu, die sich mit lebensnahen oder gesellschaftsrelevanten Themen befassen. Insgesamt beherberg das Museum in seiner Sammlung rund 7500 Werke. Den Großteil, ca. zwei Drittel, bilden Werke auf und aus Papier. Das übrige Drittel umfasst Malereien, Skulpturen, Objekte, Fotografien, Videos, Raum- und Medieninstallationen.
Veranstaltungen und Ausstellungen
dérive – der Große Zoologische Garten
Work in Progress
dérive ist eine immersive Interpretation des im Museum Ostwall ausgestellten Gemäldes Großer Zoologischer Garten (1913) von August Macke. Sie ist als Teil eines Forschungsprojekts und damit als Work in Progress zu verstehen. Wir machen aktuelle Entwicklungsstände unserer Erzählwelt sichtbar und evaluieren und entwickeln diese mit Hilfe von euch als Besucher:innen weiter.
Wie das geht?
Durch Workshops, Kooperationen und Open Calls soll die Erzählwelt »dérive« kontinuierlich wachsen. In Workshops für Künstler:innen, Schüler:innen und Kunstinteressierte können, via eigens initiierten Flaniergängen, neue urbane Scans angefertigt und in die Erzählwelt integriert werden. Kooperationen mit Künstler:innen oder Open Calls wiederum können zu komplett eigenständigen Szenen innerhalb der Erzählwelt führen. Der Umsetzungsaufwand dieser Erweiterungen ist skalierbar und abhängig vom Know-how der Teilnehmer:innen.
dérive
Der Große Zoologische Garten zeichnet sich durch die Begegnung von Mensch, Tier, Stadt und Natur aus und greift das Thema des Flanierens, des ziellosen Umherstreifens in städtischen Naherholungsgebieten, auf.
Die Dérive ist eine Kulturtechnik, eine ungeplante Reise durch eine meist städtische Landschaft, bei der sich die Teilnehmer:innen nicht mehr auf ihre alltäglichen Beziehungen zu ihrem sozialen Umfeld konzentrieren. Der Begriff wurde von der Letterist International um Guy Debord geprägt. Diese Gruppe war ein zwischen 1952 und 1957 in Paris ansässiges Kollektiv radikaler Künstler:innen und Kulturtheoretiker:innen.
Künstler:innen und Autor:innen wie Charles Baudelaire, Walter Benjamin, Franz Hessel oder Virginia Woolf haben sich mit dem Begriff des Flanierens auseinandergesetzt: von der Variante des Künstler:innenflanierens, über das Flanieren als antikapitalistischen- bis hin zum feministischen Akt. Ausgehend vom Pariser »Flaneur« des 19. Jahrhunderts und der Poesie Baudelaires hat sich das Konzept des Dérive im Laufe des 20. Jahrhunderts weiterentwickelt und wurde von verschiedenen intellektuellen und urbanistischen Bewegungen aufgegriffen und angepasst.
Konzept der Gestaltung
Durch einen Materialmix aus 2D-Filmaufnahmen, 3D-Scans und Sounddesign entstehen immersive Szenarien, die zum Flanieren einladen. Auf der auditiven Ebene vertiefen Dokumentar-, Archiv- und Textaufnahmen die visuellen Eindrücke. Die einzelnen Elemente verhandeln Gegensätze wie Utopie / Dystopie, Ruhe / Hektik und Natur / Urbanität.
Unter den 3D-Scans befinden sich urbane Objekte wie ein Trinkhallen-Gebäude, Parkbänke oder auch Fahrgeschäfte für Kinder, die mit Elementen aus dem Macke Bild ins Verhältnis gesetzt werden. Dazu werden Momente aus Interviews wiedergegeben, die mit Dortmunder Bürger:innen zu dem Werk geführt wurden. Im ersten Szenario taucht beispielsweise in Folge einer Interaktion mit der Projektion ein Imbissbesitzer der Dortmunder Nordstadt auf und gibt seine Gedanken zu dem Gemälde Großer Zoologischer Garten preis, das wir ihm in einem Katalog gezeigt haben. So wird nicht nur die Erzählwelt an sich partizipativ erweitert, sondern auch ihre Inhalte bestehen zum Teil aus den Stimmen der Bürger:innen der Stadt.
Die 2D-Filmelemente wiederum werden aus verschiedenen Kontexten zusammengestellt und können verschiedene Zwecke verfolgen: so kann die auf den Rücken einer Figur gemappte Projektion von Found Footage an einen Instagram Feed erinnern, oder in Fenster projizierte Dokumentarfilm Aufnahmen für kontemplative Momente sorgen.
Try and Error
Da das Format des Immersiven Raums in physischer Form erst von page21 erforscht wird, muss auch die Anwendung der verschiedenen Mechaniken immer erst erprobt werden. In der Praxis bedeutet das, dass anders als bei der Erstellung eines Films, bei dem die Produktionsabläufe recht klar sind, jeder gedachte Schritt im Immersiven Raum umgesetzt und getestet werden muss. Dabei sind es oft die kleinen Stellschrauben, die wieder und wieder überarbeitet werden müssen. Dies kann die Position eines Videos sein, die Größe einer Texttafel oder die Mechanik eines auslösenden Elements für eine Interaktion. Im Immersiven Raum sind dies grundlegende Elemente für eine gelungene User Experience.
page21 – Immersiver Raum
page21 ist ein Projekt des storyLab kiU der Fachhochschule Dortmund in Kooperation mit dem Dortmunder U, dem Museum Ostwall und dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund. Das Projekt erforscht digitales Erzählen an der Schnittstelle zwischen Kunst, Gesellschaft, technologischer Innovation und Narration und bietet den Besucher:innen ein innovatives Kunsterlebnis im Immersiven Raum im Foyer des Dortmunder U.
Öffnungszeiten Immersiver Raum: Sa + So: 11:00–14:30 Uhr | 15:00–18:00 Uhr

