Dortmund
Museum

Museum Ostwall

Leonie-Reygers-Terrasse 2, 44137 Dortmund

Das Museum Ostwall (MO) ist das Museum der Stadt Dortmund für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. 60 Jahre lang hatte es seinen Sitz »Am Ostwall«, heute ist es mit seiner Sammlung Teil des Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität. Auf den Ebenen 4 und 5 werden in regelmäßigem Wechsel Ausstellungen mit Werken aus dem eigenen Sammlungsbestand und Dauerleihnahmen präsentiert, die sich lebensnahen Themen widmen. Von der Malerei des Expressionismus über Werke des Fluxus bis hin zu zeitgenössischer Videokunst und Fotografie werden Werke von Künstlerinnen und Künstlern präsentiert, die Verbindungen zum eigenen Alltag ermöglichen und die Welt in der wir leben mit Mitteln der Kunst reflektieren. Eine wichtige Rolle spielen dabei Angebote der Kunstvermittlung, die es den Besucherinnen und Besuchern ermöglichen, selbst aktiv zu werden und verschiedene kreative Formen der Auseinandersetzung mit der Kunst zu erproben. 

 

 

Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts: Die MO_Sammlung

 

Im Museum Ostwall im Dortmunder U ist die Kunstsammlung der Stadt Dortmund mit Werken aus dem 20. und 21. Jahrhundert zuhause. Malereien und Skulpturen aus der Zeit der Klassischen Moderne (1900 bis 1945) bilden dabei ebenso einen Schwerpunkt wie Kunstwerke, Aktionsrelikte und Dokumente aus der Zeit des Fluxus (Ende der 1950er bis in die 1970er Jahre). In den letzten Jahren kamen vor allem Arbeiten von zeitgenössischen Künstler:innen hinzu, die sich mit lebensnahen oder gesellschaftsrelevanten Themen befassen. Insgesamt beherberg das Museum in seiner Sammlung rund 7500 Werke. Den Großteil, ca. zwei Drittel, bilden Werke auf und aus Papier. Das übrige Drittel umfasst Malereien, Skulpturen, Objekte, Fotografien, Videos, Raum- und Medieninstallationen.

Veranstaltungen und Ausstellungen

27.03.26 - 26.07.26

Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls

Was passiert mit dem Müll einer globalisierten Konsumgesellschaft – und wer trägt die Folgen? Die Sonderausstellung »Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls« widmet sich den weltweiten Routen von Abfall und ihren sozialen, ökologischen und politischen Auswirkungen. Gezeigt werden rund 50 internationale Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter zwei eigens für die Ausstellung entwickelte Auftragsarbeiten.

 

 

Kunst und Müll seit den 1960er-Jahren

 

Ausgehend von der Sammlung des Museum Ostwall, die früh künstlerische Auseinandersetzungen mit Müll und Konsum in globalen wie regionalen Kontexten aufgriff, bringt die Ausstellung historische Positionen seit den 1960er-Jahren in einen Dialog mit zeitgenössischer Kunst. Künstler:innen untersuchen Müll als materielles Überbleibsel von Wohlstand, als verdrängtes Nebenprodukt moderner Lebensweisen und als Ausdruck globaler Ungleichheiten.

 

Zu den frühen Beispielen zählt HA Schults Aktion Situation Schackstraße (1969), bei der mehrere Tonnen Abfall auf eine Münchner Straße gekippt wurden, um das vermeintlich »saubere« Stadtbild radikal zu stören. Nancy Holts Zeichnungen zu Sky Mound (1985) zeigen einen visionären Entwurf zur Umwandlung einer Mülldeponie in New Jersey in eine parkartige Land-Art-Skulptur. Anna Zetts Videoarbeit Freiheit 3 (2019) thematisiert die toxische Geschichte der Bitterfelder Deponie und die ambivalenten Versprechen von Freiheit nach 1989.

 

 

Globale Abfallrouten und koloniale Kontinuitäten

 

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf kolonialen Kontinuitäten in den globalen Abfallströmen. Künstlerische Arbeiten machen sichtbar, wie Müll aus dem globalen Norden häufig in Länder des globalen Südens exportiert wird und dort ökologische Schäden sowie neue Abhängigkeiten erzeugt. Karimah Ashadus Videoarbeit Brown Goods (2020) folgt einem informellen Kreislauf gebrauchter Elektrogeräte zwischen Europa und Afrika. Die aktuelle Auftragsarbeit Obsolete Swing von Ana Alenso beleuchtet die toxischen Prozesse der Rohstoffgewinnung aus Elektroschrott. Mit TC-2000 entwirft Akwasi Bediako Afrane eine aus Elektroschrott gebaute, afrofuturistische Science-Fiction-Stadt.

 

 

Machtverhältnisse, Körper und Räume

 

Eine zentrale Installation der Ausstellung ist Los de arriba y los de abajo (2015) von Kader Attia. Ein schmaler Gittergang mit Müll und Schrott über den Köpfen der Besucher:innen erzeugt körperliches Unbehagen; nur Drahtgeflechte schützen vor herabfallendem Abfall. Die Arbeit bezieht sich konkret auf die Situation in Hebron, wo sich die palästinensische Bevölkerung mit Netzen gegen den Müll aus den höher gelegenen israelischen Siedlungen schützt, und verweist zugleich allgemein auf die Trennung von »oben« und »unten« in hierarchischen Gesellschaften. Der Abfall wird dabei nicht nur zum Symbol, sondern zum realen, permanent präsenten Bestandteil eines von Macht und Ungleichheit geprägten Alltags.

 

Die Ausstellung versammelt Arbeiten aus Installation, Skulptur, Fotografie, Video, Grafik und Medienkunst von u. a. Akwasi Bediako Afrane, Ana Alenso, Arman, César Baldaccini, Karimah Ashadu, Nancy Holt, Allan Kaprow, Krištof Kintera, HA Schult, Tejal Shah und Klaus Staeck.

 

Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm mit Führungen, Workshops, Vorträgen und Arbeitsstationen lädt zur vertiefenden Auseinandersetzung ein. Für Kinder und Jugendliche begleiten die Olchis von Erhard Dietl durch die Ausstellung; ein eigens entwickeltes Mitmach-Heft ergänzt das Angebot.

 

 

Begleitende Publikation

 

Zur Ausstellung erscheint die begleitende Publikation »Müll. Ein Reader über die globalen Wege des Abfalls«, herausgegeben vom Museum Ostwall im Dortmunder U. Der zweisprachige Reader (Deutsch/Englisch) versammelt Texte von Amanda Boetzkes, Jennifer Gabrys, Susi Gutsche, Annabel Keenan, Roman Köster, Nedine Moonsamy, Oliver Schlaudt, Evelyn Wan u. a. Er erscheint bei Spector Books, umfasst 200 Seiten mit rund 40 Abbildungen und ist für 28 Euro erhältlich (ISBN DE: 978-3-95905-960-2, ISBN EN: 978-3-95905-961-9).

Standort
Standort
Leonie-Reygers-Terrasse 2, 44137 Dortmund
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–20:00
Freitag11:00–20:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
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