Das Museum Rietberg ist das einzige Museum für außereuropäische Kunst in der Schweiz. Die international renommierten Sammlungen beherbergen bedeutende Werke aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien.
Die Sammlungen des Museums Rietberg umfassen 23.000 Objekte sowie 44.000 Fotografien und ist, was die Objekte betrifft, weitgehend öffentlich in den Museumsräumen sowie im Schaudepot zugänglich.
Den Kern bilden die Werke aus der Sammlung von der Heydt. Durch langjährige Kontakte mit namhaften Sammlerinnen und Sammlern, mithilfe von Stiftungen und Gönnern wie auch durch Ankäufe, Schenkungen und Legate werden die Sammlungen laufend erweitert. Die chinesische Keramik aus der Meiyintang Collection, die indische Miniaturmalerei der Sammlung Alice Boner oder die buddhistische Kunst aus dem Himalaya-Gebiet der Sammlung Berti Aschmann zählen dabei zu den Höhepunkten.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Kunst in der Park-Villa
Mit seinen international renommierten Sammlungen bedeutender Objekte aus Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien zählt das Museum Rietberg zu den grössten Kunstmuseen der Schweiz. Ergänzend zu der Sammlungspräsentation in der Villa Wesendonck macht die Ausstellung in der Park-Villa Rieter wichtige Werke historischer Porträtfotografie, indischer Malerei und persischer Miniaturen zugänglich.
Der Rhythmus der Bilder: Fotografie und Textilien
Historische Porträtfotografien sind sorgfältig inszenierte Kompositionen, an denen sowohl die Fotograf*innen als auch die Porträtierten mitwirkten. Textilien boten allen Beteiligten viele Gestaltungsmöglichkeiten: Fotograf*innen wählten Kleidung, Vorhänge und Teppiche so aus, dass sie gut zusammenpassten oder durch ihre Unterschiede besonders auffielen. Ebenso verrieten die Porträtierten mit ihrer Kleidung etwas über ihre Identität oder ihren sozialen Status.
Stoffe in der indischen Malerei
Auch in der indischen Malerei spielen Stoffe eine grosse Rolle, einhergehend mit der reichen Textiltradition Indiens. In den Bildern werden Textilien und ihre Bedeutung für die Gesellschaft auf unterschiedliche Weise dargestellt – mal dezent und zart, mal bunt und prachtvoll. Die Künstler malten Stoffe in Kleidern und als Teile des Interieurs, und spielten in der Komposition mit Farbtönen und Formen. Auch wenn Farben und Muster nicht immer ganz der Wirklichkeit entsprachen, sind diese Werke wertvolle Dokumente ihrer Zeit. Manchmal sind die Textilien so genau gemalt, dass man fast das Gefühl hat, sie spüren zu können.
Echt oder nicht?
In der Ausstellung sind 21 persische Miniaturen zu sehen, die auf den ersten Blick «alt» und «echt» wirken. Doch manchmal täuscht der Eindruck: Sind wirklich alle Werke mehrere hundert Jahre alt? Welche Bilder sind Nachahmungen oder extra für Touristen gemacht? Und gibt es vielleicht sogar Fälschungen?
Japan de luxe – Die Kunst der Surimono-Drucke
Mit der Ausstellung Japan de luxe widmet sich das Museum Rietberg den Surimono, jener Sonderform des japanischen Farbholzschnitts, die im späten 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts entstand.
Diese Farbholzschnitte sind aber alles andere als nur »gedruckte Dinge«, wie Surimono wörtlich übersetzt heisst. Kunstvoll gestaltet, aufwändig gedruckt auf hochwertigem, ungeleimtem hōsho-Papier ist jedes Blatt ein Gesamtkunstwerk.
In kleinen Auflagen von 50 bis 500 Exemplaren gedruckt, entstanden sie als exklusive Auftragsarbeiten im städtischen bürgerlichen Milieu. Häufig waren sie auch Statussymbole für einen erlesenen Kreis und können als Spiegelbild der damaligen Gesellschaft betrachtet werden.
Saisonale Feste, private oder berufliche Veränderungen sowie besondere kulturelle Ereignisse boten Gelegenheiten für die Anfertigung dieser luxuriösen Grusskarten. Dabei erfreuten sich Schenkende und Beschenkte nicht nur an der exquisiten Gestaltung, sondern auch an den zahlreichen literarischen und kulturellen Anspielungen, die sich in den Gedichten und Bildmotiven verbargen.
Die Ausstellung zeigt über 100 Blätter, die hauptsächlich aus der Schenkung von Gisela Müller und Erich Gross stammen und erstmals öffentlich zu sehen sind. Sie lädt Besuchende ein, die Eleganz, Poesie und die verborgenen Botschaften der Surimono zu entdecken.
Aufgrund konservatorischer Anforderungen werden Mitte Februar 2026 werden alle Surimono komplett ausgetauscht. Fans des japanischen Kunsthandwerks können daher ab dem 19. Februar zuvor nicht gezeigte Surimono ansehen und sich von Japan de luxe erneut verzaubern lassen.
Mongolei – Eine Reise durch die Zeit
Die Mongolei fasziniert. Doch das Bild dieser Kultur ist nach wie vor stark geprägt vom einsamen Hirten oder den «wilden Kriegerhorden» des Dschingis Khan. Mit Mongolei – Eine Reise durch die Zeit zeigt das Museum Rietberg die erste Ausstellung zur Mongolei in der Schweiz und zeichnet ein überraschend neues Bild dieses Landes.
In der Ausstellung werden neueste, spektakuläre Forschungsergebnisse aus der Archäologie und über 200 Leihgaben aus den großen Museen der Mongolei präsentiert, von denen viele zum ersten Mal überhaupt im Ausland zu sehen sind. Die Besuchenden sind eingeladen, in die bunte, lebendige Kultur der großen Stadtsiedlungen einzutauchen, die zwischen dem 2. und 14. Jahrhundert in der mongolischen Steppe errichtet wurden. Die traditionelle Lebensart der Mongolen verband sich hier mit der Lebensweise von Händlern und Handwerkern aus ganz Eurasien. Kostbare Stoffe, Schriften in über 12 Sprachen, Tempel und Ritualstätten erzählen von lebhaften Handelsbeziehungen, kulturellem Austausch und religiöser Vielfalt. Die nordasiatischen Steppen wurden damit zum Drehpunkt eines frühen Kulturraumes zwischen Europa und Ostasien.
Gleichzeitig blieb die nomadische Lebensweise für die Menschen in der Mongolei bestimmend und bildet bis heute den Kern ihrer Identität. Zeitgenössische Arbeiten thematisieren die spannungsreiche Beziehung zwischen städtischem Leben und nomadischer Tradition.

