Moyland ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und ein internationales Forschungszentrum zu Joseph Beuys. Das Museum widmet sich den klassischen Museumsaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen und Dokumentieren sowie Ausstellen und Vermitteln. Es ruht auf den vier Säulen Ausstellungen, Joseph Beuys Archiv, Schloss und Park und Veranstaltungen.
Die Sammlung des Museums gründet auf der ehemaligen Privatsammlung der Brüder van der Grinten zur bildenden und angewandten Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. Der weltweit größte Komplex mit Arbeiten des Künstlers Joseph Beuys stellt das Zentrum der Sammlung dar. Diese wird in der historischen Schloss- und Gartenanlage (mit Ausstellungshalle und Skulpturenpark) bewahrt und präsentiert. Angegliedert sind das Joseph Beuys Archiv und die Museumsbibliothek. Durch seine Forschungs-, Ausstellungs- und Vermittlungstätigkeit zum Werk und Wirken von Joseph Beuys manifestiert sich Museum Schloss Moyland als Beuys-Zentrum in der internationalen Öffentlichkeit.
Sonderausstellungen zu klassischer und zeitgenössischer Kunst und zahlreiche Veranstaltungen sowie ein alljährliches Kräutergartenfest, Hortensienfest und der Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt machen Moyland zu einem kulturellen Treffpunkt.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum
Im Rahmen des seit April 2023 laufenden Forschungsvolontariats des vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Programms »Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW« im Museum Schloss Moyland wurde das Forschungsprojekt Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum entwickelt. Es befasst sich mit der kritischen Aufarbeitung der Geschichte des Künstlers Joseph Beuys (1921–1986). Der Fokus liegt dabei auf seiner Rolle im Nationalsozialismus sowie seiner späteren Positionierung hierzu.
Die Stiftung Museum Schloss Moyland besitzt nicht nur den umfangreichsten Bestand von Werken des Künstlers, sondern verfügt auch über ein einzigartiges Archiv von und zu Joseph Beuys. Dieser Bestand von Sammlungs- und Archivgut bildet den Anlass und die Grundlage für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden ab dem 30. März 2025 in einem partizipativ angelegten Laborraum (Ausstellungsraum) innerhalb der Dauerpräsentation zu Joseph Beuys im 1. Obergeschoss des Schlosses präsentiert. Im Laborraum sind multimedial aufbereitete Informationen über die Jugend von Joseph Beuys, seine Zeit als Soldat und seine Beteiligung am 1957 ausgeschriebenen Wettbewerb für ein Mahnmal im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zusammengefasst. Zu diesem Informationsangebot gehören auch Interviews mit Forschenden zu Joseph Beuys sowie mit Schüler:innen und Studierenden. Das interdisziplinäre Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Hochschule Rhein-Waal realisiert.
Kuratiert von Angela Steffen
Eröffnung: 30. März 2025, 14–17 Uhr
In the Picture – Porträtfotografie aus der Sammlung
Die Ausstellung fügt sich in den Fotografieschwerpunkt der letzten Jahre, mit besonderem Fokus auf Mode- und Porträtfotografie. Sie lädt dazu ein, in die Vielschichtigkeit der Fotoporträts aus der Museumssammlung einzutreten, von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Auf der einen Seite stehen die Repräsentationsporträts der Jahre 1860 bis in die zwanziger Jahre. Sie zeigen Menschen in der Pose ihrer Zeit. Diese Selbstentwürfe zeigen das Bedürfnis des Bürgertums, der führenden gesellschaftlichen Kraft der Zeit, nach Repräsentation im Bild. Diese Bilder sind nicht nur Zeugnisse individueller Identität, sondern zugleich Dokumente gesellschaftlicher Ordnung, Ausdruck von Status und Selbstverständnis. Sie verweisen damit auch auf den gesellschaftlichen Kontext ihrer Entstehung, der sich im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert spürbar verändert. Ihr Wert liegt in der Nähe zur Realität, im Anspruch auf Authentizität, im Charakter des Sichtbaren als Beleg des Gewesenen.
Etwas freier entfalten sich Porträts späterer Jahrzehnte, 1920 bis in die Gegenwart, die den Schritt ins Künstlerische bewusst ergreifen. Hier wird das Gesicht zur Projektionsfläche, das Abbild zur Interpretation. Mit dem Aufkommen neuer künstlerischer Strömungen und Ausdrucksformen entwickelt sich die Fotografie als selbständiges Medium. Kontraste, Form, Licht und Komposition lösen sich vom rein Dokumentarischen und eröffnen ästhetische Räume, in denen Nähe und Entrückung, Intimität und Abstraktion miteinander verschmelzen.
Folgende Künstler:innen sind in der Schau u. a. vertreten: Ellen Auerbach, Kirsten Becken, Elina Brotherus, Madame d´Ora, Rudolf Dührkoop, Fritz Getlinger, Wilhelm von Gloeden, Ute Klophaus, El Lissitzky, René Magritte, Willy Maywald, Man Ray, August Sander, Georg Schedele, Nadine Schwickart, Katharina Sieverding, Wols
Kuratiert von Regina Havekes-van Creij

