Bedburg-Hau
Museum

Museum Schloss Moyland

Am Schloss 4, 47551 Bedburg-Hau

Moyland ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und ein internationales Forschungszentrum zu Joseph Beuys. Das Museum widmet sich den klassischen Museumsaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen und Dokumentieren sowie Ausstellen und Vermitteln. Es ruht auf den vier Säulen Ausstellungen, Joseph Beuys Archiv, Schloss und Park und Veranstaltungen. 

 

Die Sammlung des Museums gründet auf der ehemaligen Privatsammlung der Brüder van der Grinten zur bildenden und angewandten Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. Der weltweit größte Komplex mit Arbeiten des Künstlers Joseph Beuys stellt das Zentrum der Sammlung dar. Diese wird in der historischen Schloss- und Gartenanlage (mit Ausstellungshalle und Skulpturenpark) bewahrt und präsentiert. Angegliedert sind das Joseph Beuys Archiv und die Museumsbibliothek. Durch seine Forschungs-, Ausstellungs- und Vermittlungstätigkeit zum Werk und Wirken von Joseph Beuys manifestiert sich Museum Schloss Moyland als Beuys-Zentrum in der internationalen Öffentlichkeit.

 

Sonderausstellungen zu klassischer und zeitgenössischer Kunst und zahlreiche Veranstaltungen sowie ein alljährliches Kräutergartenfest, Hortensienfest und der Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt machen Moyland zu einem kulturellen Treffpunkt.

Veranstaltungen und Ausstellungen

30.03.25 - Auf unbestimmte Zeit

Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum

Im Rahmen des seit April 2023 laufenden Forschungsvolontariats des vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Programms »Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW« im Museum Schloss Moyland wurde das Forschungsprojekt Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum entwickelt. Es befasst sich mit der kritischen Aufarbeitung der Geschichte des Künstlers Joseph Beuys (1921–1986). Der Fokus liegt dabei auf seiner Rolle im Nationalsozialismus sowie seiner späteren Positionierung hierzu.

 

Die Stiftung Museum Schloss Moyland besitzt nicht nur den umfangreichsten Bestand von Werken des Künstlers, sondern verfügt auch über ein einzigartiges Archiv von und zu Joseph Beuys. Dieser Bestand von Sammlungs- und Archivgut bildet den Anlass und die Grundlage für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden ab dem 30. März 2025 in einem partizipativ angelegten Laborraum (Ausstellungsraum) innerhalb der Dauerpräsentation zu Joseph Beuys im 1. Obergeschoss des Schlosses präsentiert. Im Laborraum sind multimedial aufbereitete Informationen über die Jugend von Joseph Beuys, seine Zeit als Soldat und seine Beteiligung am 1957 ausgeschriebenen Wettbewerb für ein Mahnmal im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zusammengefasst. Zu diesem Informationsangebot gehören auch Interviews mit Forschenden zu Joseph Beuys sowie mit Schüler:innen und Studierenden. Das interdisziplinäre Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Hochschule Rhein-Waal realisiert.

 

Kuratiert von Angela Steffen

07.06.26 - Auf unbestimmte Zeit

KOMM RUNTER! Sammlungspräsentation im Untergeschoss

Ein signiertes Hühnerei von André Thomkins trifft auf einen Löffel aus Edelmetall, den der Künstler Burkhart Beyerle mit einem Loch versehen hat. Der Funktion der Nahrungsaufnahme beraubt, taugt das Duo für den Alltag kaum – im Untergeschoss des Schlosses hingegen gibt es Zeugnis von der eigenwilligen sowie faszinierenden Sammlung der Stiftung Museum Schloss Moyland. Eine Sammlung voll von Überraschungen, Kuriositäten, Perlen und Klassikern der Kunstgeschichte.

 

Die Präsentation führt durch verschiedene Kapitel der Sammlungsgeschichte. Zu sehen sind Werke aus der Zeit der leidenschaftlichen Sammlertätigkeit der Brüder Hans (1929–2002) und Franz Joseph (1933–2020) van der Grinten, deren Engagement den Grundstein für das heutige Museum legte. Dazu gehört etwa das Beuys-Porträt Mona Schwana, das Jörg Immendorff 1965 von seinem Lehrer anfertigte – und ihm damals für 200 DM verkaufte. 

 

Weiter sind Anschaffungen und Schenkungen aus der jüngeren und jüngsten Geschichte des Museums zu sehen, wie etwa der kürzlich in Moyland eingezogene Schlossgeist aus Keramik von Isabell Kamp, die Videoarbeit White on White von David Roth, die poetischen Arbeiten der 2025 verstorbenen Fluxus Ikone Takako Saito oder die Videoarbeit Art Academy Düsseldorf 1969 des Beuys-Schülers Emil Schult. 

 

Zwischen berühmten Namen und überraschenden Fundstücken entfaltet sich eine Entdeckungsreise durch die Bestände des Hauses. Von der Büste des französischen Schriftstellers Victor Hugo aus der Hand des Bildhauers Auguste Rodin bis hin zu einer weißen Porzellanmaus in Lebensgröße: Lassen Sie sich anhand der Auswahl von rund siebzig Werken von der Vielfalt der Moyländer Sammlung inspirieren. Sie hält, weit über ihren Schwerpunkt auf das Werk von Joseph Beuys hinaus, Spannendes bereit.

 

Kuratiert von Judith Waldmann 

 

Künstler:innen: Joseph Beuys, Fynn Bierik, Jörg Immendorf, Isabell Kamp, Imi Knoebel, Young-Jae Lee, László Moholy-Nagy, Katsuhito Nishikawa, Blinky Palermo, Auguste Rodin, Ulrike Rosenbach, David Roth, Bene Rox, Takako Saito, Emil Schult, Katharina Sieverding, Thomas Struth, Ben Vautier, Hildegard Weber, Christoph Wilmsen-Wiegmann u. a. 

07.06.26 - 27.09.26

Thomas Baumgärtel – Niederrheintour 2026

Niederrheintour 2026: Freiheit für die Kunst
40 Werkgruppen, 40 Kunstorte, 40 Jahre Bananensprayer

 

Thomas Baumgärtel realisiert zu seinem 40-jährigen Jubiläum der Spraybanane und als Hommage an seine Heimat eine Niederrhein-Ausstellungstour in 40 Kunst-Häusern unter dem Motto »Freiheit der Kunst«. Der aus Rheinberg am Niederrhein stammende Künstler schickt Besucher:innen auf eine Art Tour durch den Niederrhein, wandernd, radelnd oder fahrend, um die Vielfalt der Kunstorte am Niederrhein zu zeigen und um sein gesamtes Œuvre zu erfassen.

 

40 Museen, Galerien und kulturelle Institutionen präsentieren von Mai bis Sept./Okt. 2026 40 Werkgruppen aus vier Jahrzehnten seines Schaffens. Jedem mitwirkenden Standort ist eine seiner Werkgruppen zugeordnet. Im Museum Schloss Moyland sind das die »Könige der Herzen«. 

 

»Könige der Herzen« steht für einen künstlerischen Dialog der Künstler Thomas Baumgärtel, Thitz und M.S. Bastian, der weniger durch einen einheitlichen Stil als durch eine gemeinsame poetische Haltung geprägt ist. Die drei Künstler bringen unterschiedliche Bildsprachen, Medien und Ausdrucksformen zusammen. Wiederkehrende Zeichen, Figuren und Symbole wie Herzen, hybride Wesen, humorvolle Chiffren und narrative Bildfelder prägen den gemeinsamen Kosmos dieser spielerischen, farbintensiven und assoziativen Bildwelt. Die Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Neo-Pop, Comic-Ästhetik, poetischer Allegorie und kollaborativer Künstlerposition. 

19.07.26 - 27.09.26

Thomas Schiela – STILL TESTING

Thomas Schiela zeigt im Pavillon am Parkplatz des Museums Schloss Moyland anlässlich seines sechzigsten Geburtstags zum ersten Mal seine Teststreifen. Auf diesen über 700 Teststreifen malt er seit 2003 bis heute im selben Format Pinselstriche zum Testen der Aquarellfarbe, sieht und überprüft den angemischten Farbton und die Intensität. Die Streifen von 2002 bis heute sind chronologisch geordnet, zeigen retrospektiv den seit Jahrzehnten immer gleichen Werkprozess. Da Thomas Schiela stets seine Signatur probt bevor sie auf die Unterseite der Leinwand kommt, sind auch manche Teststreifen signiert und erlauben so eine zeitliche Einordnung. 

 

Den Raum dominieren zwei große Arbeiten: Moyland, 5-13 zeigt eine Backsteinmauer, aus deren Fugen im Frühjahr junge Pflanzen sprießen. Die Vegetation ist so regelmäßig wie bei einem Musterentwurf über die Leinwand verteilt. Zweites Großformat ist Oostende I: Eine stürmische Brandung entzieht dem Betrachter förmlich den Boden. Im Dezember 2024 fuhr Schiela bei stürmischen 6 Beaufort nach Oostende. Inspiriert vom klassischen Seestück-Genre hat er die nächtliche See mit Blitzlicht ausgeleuchtet. Dramatische Vermutungen bieten sich an. Will jemand in die Brandung, um ein Schlauchboot zu erreichen? Taucht gleich etwas aus der dunklen See auf? 

20.09.26 - 28.02.27

Brigitte Waldach – im Dialog mit Joseph Beuys

Die in Berlin lebende Künstlerin Brigitte Waldach (geb. 1966, Berlin) ist für ihre großformatigen detailgetreuen Zeichnungen mit Schrift- und figurativen Motiven sowie für ihre raumgreifenden Installationen bekannt. In ihrem Oeuvre finden sich zahlreiche Rückbezüge auf Musik, Sprache, Politik, Philosophie und Geschichte Deutschlands und Europas. Im Herbst 2026 lädt das Museum Schloss Moyland sie ein, sich in den recherchebasierten Austausch mit dem ikonischen Werk von Joseph Beuys zu begeben, von dem das Museum Schloss Moyland an die 6.000 Kunstwerke sowie ein umfassendes Archiv verwahrt. Wie von Beuys werden künstlerische Theorie und Praxis auch von Waldach in der gedanklichen Zusammenführung von Zeichnen, Sprache und Denken parallel entwickelt.

 

Die Reihe der Künstler:innen im Dialog mit Joseph Beuys findet hierin eine Kontinuität und Weiterentwicklung. Anders als bei den vorherigen Variationen dieses Formats, repräsentiert Waldach wie Beuys ein verstärktes Interesse am Medium der Zeichnung. Auf diese Weise erfahren Beuys‘ filigrane, frühe Zeichnungen eine neue Reflektion aus der Perspektive der zeitgenössischen Künstlerin. Wie bei den früheren Ausstellungen dieser Serie werden neue Arbeiten in Auftrag gegeben und produziert.

 

Co-kuratiert von Brigitte Waldach, Antje-Britt Mählmann & Judith Waldmann

Standort
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Am Schloss 4, 47551 Bedburg-Hau
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
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